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Klemenschits: "Mehr als Gesundheit kann ich nicht gewinnen"

Für Sandra Klemenschits und ihre Doppel-Partnerin Yvonne Meusburger ist am Mittwochabend in der ersten Runde von Bad Gastein zwar das Aus gekommen, doch die mittlerweile 26-jährige Klemenschits sieht solche Niederlagen weit abgeklärter als früher.

Mit früher ist jene furchtbare Zeit in ihrem Leben gemeint, als sie und ihre Schwester Daniela einen seltenen Unterleibskrebs diagnostiziert bekamen und Daniela am 9. April 2008 verstorben ist.

Sandra hat nach 18-monatiger Pause vor einem Jahr in Bad Gastein ihr Comeback gefeiert, sie muss sich weiterhin regelmäßig untersuchen lassen. Mit der Tragödie in ihrer Familie und auch dem Bewusstsein, dass die schreckliche Krankheit auch bei ihr wieder zurückkommen könnte, muss sie leben.

Doch seit ihrer Rückkehr auf die WTA-Tour hat sich Klemenschits im Doppel schon wieder auf Platz 136 zurückgekämpft, feierte fünf Turniersiege und zwei weitere Finalteilnahmen mit verschiedenen Partnerinnen. Mit Meusburger hatte sie vor Bad Gastein bei zwei Challengerturnieren immerhin jeweils das Halbfinale erreicht. Durchaus möglich, dass Klemenschits schon bald wieder ein Thema für den Fed Cup wird.

Ob ihr Leben im Tennis-Sport schon wieder so etwas wie Routine geworden ist? “Was passiert ist, werde ich mein ganzes Leben nicht wegstecken können. Ich kann lernen, damit besser umzugehen”, meint Sandra Klemenschits. Viele Menschen stünden hinter ihr, freilich auch viele Kolleginnen wie Meusburger. “Ich habe Spaß am Tennisplatz. Wer weiß, wie lange ich es noch spiele, aber in der Zeit möchte ich alles geben und meinen Spaß haben.”

Die Frage nach der Gesundheit stellt sich ihr freilich immer wieder. “Ich muss meine Untersuchungen regelmäßig machen. Es ist das Risiko da, dass vielleicht wieder etwas kommen kann. Aber ich muss positiv denken, es schaut im Moment gut aus. Ich versuche, das Leben einfach positiv anzuschauen, so wie es mir meine Schwester zum Schluss mitgegeben hat.”

Der Sport hilft ihr beim Verarbeiten des persönlichen Dramas. “Es gibt auch Tage, die sind nicht leicht für mich, aber es ist passiert, ich kann es nicht mehr ändern.” Doch sie gibt das Beste und bleibt positiv. “Für mich ist es schön, dass so viele Leute hinter mir stehen, dass ich nach vorne schauen kann.”

Der Ehrgeiz, im Sport zu siegen, ist natürlich noch da, vor allem natürlich, sobald Klemenschits auf dem Platz steht. “Aber mehr als meine Gesundheit im Leben kann ich nicht gewinnen. Da ist ein Tennismatch sicher zweitrangig”, meint die Salzburgerin, auch wenn es schwer zu vergleichen sei.

Für ihre sportliche Zukunft sieht sie noch einige Möglichkeiten. “Es ist alles drinnen, gerade im Damentennis ist es oft auch die Tagesverfassung. Mein Ziel ist es, das zu erreichen, wo ich mit meiner Schwester aufgehört habe.” Und das war Platz 95 im August 2005.

Genervt ist Sandra nicht, wenn sie immer wieder auf ihre Vergangenheit und Gesundheit angesprochen wird. “Ich habe kein Problem damit. Dani war einfach der wichtigste Mensch in meinem Leben und sie war ein positiver Mensch. So einen Menschen sollte man auch nicht so schnell vergessen.”

Wo es geht, möchte Sandra Klemenschits künftig mit Meusburger spielen, doch das ist auch aufgrund der Einzelkarriere von “Meuse” und der verschiedenen Turnierplanung nicht immer leicht. Wie immer die Karriere weiter verläuft: Die Rückkehr in den WTA-Zirkus und ihre Gesundheit ist schon ihr größter Sieg.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.05.2021 um 03:25 auf https://www.salzburg24.at/archiv/klemenschits-mehr-als-gesundheit-kann-ich-nicht-gewinnen-59621578

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