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Kohlenmonoxidvergiftung nach Probebohrungen in Bergstollen

Salzburg-Stadt – In einem Bergstollen in der Salzburger Kühbergstraße, in dem eine Firma mit Probebohrungen beschäftigt war, ereignete sich am Dienstagvormittag ein Arbeitsunfall.

Der Grund für die Probebohrungen ist die Prüfung zur Errichtung einer Garage im Berg. Die beiden Arbeiter haben um acht Uhr mit den Bohrungen unter Zuhilfenahme eines Bohrgerätes und einem Benzin-Aggregat als Stromversorger, begonnen. Die Bohrungen wurden ca. 60 Meter im Berginneren durchgeführt. Der Zugang ist durch einen fünf Meter breiten Stollengang gegeben. Das Aggregat wurde aus arbeitstechnischen Gründen in den Stollen eingefahren und in Betrieb genommen. Eigentlich darf das Aggregat jedoch nicht im Stollen betrieben werden. Es sollt an einem Platz aufgestellt werden, der einen CO-Ausstoss in nicht beengtem Raum vorsieht. In diesem Fall wurde das Aggregat trotzdem in den auf drei Steinen geschlossenen Stollen eingefahren und in Betrieb genommen. Es entstand eine Art sogenannte “Schadstoffglocke” im Stolleninneren. Da die Arbeiten so weit im Inneren des Berges durchgeführt wurden, ist auch die erforderliche Frischluftzufuhr nur eingeschränkt erfolgt.

In Summe dürfte die Dauer von ca. drei Arbeitsstunden am Arbeitsgerät (Aggregat) und die damit verbundene Schadstoffemission dann diesen enorm hohen CO-Wert erzeugt haben. Laut Feuerwehr ist bei entsprechender Aufenthaltsdauer und Belastung mit Kopfschmerzen, Übelkeit bzw. Bewusstlosigkeit zu rechnen, wie auch in diesem Fall bei beiden Arbeitern tatsächlich eingetroffen ist.

Einer der Arbeiter konnte sich gerade noch aus dem Stollen retten und alarmierte gleich die Rettung. Sein Kamerad wurde bewusstlos und konnte erst durch Zuhilfenahme eines zufällig vorbeigekommenen Arbeitskollegen und mittels Scheibtruhe aus dem Stollen gerettet werden.

Vor Ort war eine Patrouille der Polizeiinspektion Gnigl, die Berufsfeuerwehr Salzburg und das Kriminalreferat mit Spurensicherung. Der Stollen wurde durch die Feuerwehr insofern behandelt, als das durch Luftschläuche die Schadstoffbelastung abgesaugt wurde. Der Stollen ist erst nach einer weiteren Messung am Dienstag wieder freigegeben.

Die beiden Verletzten wurden zunächst in das Landeskrankenhaus gebracht und von dort in das Krankenhaus Berchtesgaden verlegt. Es erfolgt eine Beobachtung über 24 Stunden. Der Zustand ist laut medizinischer Auskunft bei beiden stabil und nicht lebensbedrohlich.

Bei den beiden Verletzten handelt es sich um einen 45-jährigen und einen 22-jährigen Mann aus dem Flachgau.

Das Arbeitsinspektorat Salzburg wurde von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 07.05.2021 um 06:35 auf https://www.salzburg24.at/archiv/kohlenmonoxidvergiftung-nach-probebohrungen-in-bergstollen-59610745

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