Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Kokain von Südamerika nach Österreich gebracht: Prozess in Salzburg

Ein mutmaßlicher Drahtzieher einer internationalen Drogenbande, ein 30-jähriger Salzburger, ist am Mittwoch vor einem Salzburger Schöffensenat gestanden. Der Beschäftigungslose soll beim - teils versucht gebliebenen - Schmuggel von 3,1 Kilogramm Kokain aus Ecuador und Kolumbien nach Österreich die Fäden gezogen haben.

Mitangeklagt ist ein 50-jähriger "Komplize" aus dem Pinzgau. Er soll Drogenkuriere vermittelt haben.

Drogenkuriere schmuggeln Kokain von Südamerika nach Salzburg

Zwei Drogenkuriere wurden bereits im Vorjahr in Spanien festgenommen, als sie Kokain von Südamerika nach Salzburg schleusen wollten. Einem der beiden, einem 24-jähriger Pinzgauer, der Kondome gefüllt mit flüssigem Kokain verschluckt hatte, platzte damals eines der Päckchen. Er lag zwei Wochen lang in einem Spital im Koma. Der 24-Jährige und ein 38-jähriger Komplize aus dem Pinzgau sitzen in Spanien in Haft. Ein weiterer Bodypacker im Alter von 54 Jahren wurde in Ecuador festgenommen, und ein 49-jähriger Kolumbianer, der den Schmuggel finanziert haben soll, wurde in seiner Heimat verhaftet.

Von 3,1 Kilo Kokain 500 Gramm in Österreich angelangt

Die Anklage gegen den 30-jährigen, mehrfach vorbestraften Salzburger, der zuletzt in Wels wohnte, erstreckt sich auf einen Tatzeitraum von Frühjahr 2010 bis Mai 2011. Von den 3,1 Kilo Kokain wurden tatsächlich 500 Gramm nach Österreich eingeführt, 400 Gramm soll der Angeklagte in Salzburg verdealt haben. Der zum Teil geständige gelernte Kellner beteiligte sich laut Staatsanwalt Mathias Haidinger im Rahmen einer kriminellen Vereinigung an der Tat. Verteidiger Franz Essl vermisste aber jegliche finanzielle Dimension, die ein organisierter Drogenring erfordert. Bei einer Überweisung von rund 1.000 Euro könne man nicht von großen Mengen ausgehen, meinte Essl. "Mein Mandant ist selbst Kokain abhängig und hat Kokain gebraucht." Die guten Spanischkenntnisse seien ihm da zu Gute gekommen.

Kokain mit Milchzucker gestreckt

Dass das Kokain einen Reinheitsgrad von zirka 50 Prozent aufgewiesen habe, bezweifelte der Anwalt ebenfalls. Der Beschuldigte schilderte dann der Vorsitzenden des Schöffensenates, Daniela Meniuk-Prossinger, er habe im Jahr 2009 in der Justizanstalt Garsten einen Südamerikaner kennengelernt. "Er hat mich gefragt, ob ich Kokain verkaufen will. Er gab mir das Gramm um 60 Euro, ich streckte es mit Milchzucker und verkaufte es um 80 bis 100 Euro. Den Rest behielt ich für mich." Der Verteidiger des 50-jährigen Salzburgers, Peter Cardona, wies jede Mitverantwortung seines Mandanten zurück. "Er hat mit den Vorwürfen absolut nichts zu tun", sagte der Anwalt und plädierte auf einen Freispruch. Der ebenfalls mehrfach vorbestrafte beschäftigungslose Pinzgauer soll der Anklage zufolge dem 30-jährigen Salzburger zwei Bodypacker vermittelt und einen weiteren Drogenkurier für den Schmuggel von insgesamt mehr als zwei Kilo Kokain aus Südamerika angeworben haben. Ob ein Urteil heute ergeht, steht noch nicht fest. (APA)
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 27.02.2021 um 05:13 auf https://www.salzburg24.at/archiv/kokain-von-suedamerika-nach-oesterreich-gebracht-prozess-in-salzburg-59283883

Kommentare

Mehr zum Thema