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Kosovare wegen Schlepperei und Drogenhandel vor Gericht

Wegen Schlepperei von 21 Personen aus dem Kosovo nach Westeuropa und wegen Suchtgifthandels ist am Montag ein 32-jähriger Kosovare vor einem Schöffengericht in Salzburg gestanden.

Der zuletzt im Pongau wohnhafte Mann und sein 30-jähriger Halbbruder wurden am 24. März 2011 verhaftet, nachdem der jüngere beim Verkauf von 100 Gramm Heroin in St. Johann im Pongau in einer Tiefgarage erwischt worden war. Der 30-jährige, geständige Kosovare wurde heute wegen Besitzes von 1.380 Gramm Heroin und Kokain sowie wegen versuchter Weitergabe von 100 Gramm Heroin zu zwei Jahren teilbedingt, acht Monate davon unbedingt, rechtskräftig verurteilt. Der Prozess gegen den Älteren wurde vertagt.

Heroin und Kokain im Wert von 150.000 Euro gebunkert

Die Polizei hatte den 32-Jährigen wegen Schlepperei schon seit den Ermittlungen gegen eine albanische Schlepperorganisation im Jahr 2009 im Visier. Damals reichten die Beweise nicht aus, um einen Haftbefehl zu erwirken. Erst als sein Halbbruder bei der Weitergabe von Drogen in der Tiefgarage eines Einkaufszentrums beobachtet wurde, klickten auch bei ihm die Handschellen. Rund eineinhalb Kilo Heroin und Kokain im Wert von offenbar 150.000Euro waren in Nischen und Lüftungsschächten der Garage gebunkert. Kriminalisten konnten das Suchtgift sicherstellen.

Als Drahtzieher gilt der ältere Kosovare. Er soll von Sommer 2009 bis März 2011 Drogen von Italien und auch von Holland nach Österreich geschleust haben - was der Angeklagte vor der vorsitzenden Richterin des Schöffensenats, Karoline Edtstadler, aber bestritt. Er gab lediglich den Besitz von Suchtgift zu. Er habe seinem Bruder beim Abpacken in der Tiefgarage geholfen, sagte sein Verteidiger Peter Lechenauer. Bezüglich der Schlepperei werde sich sein Mandant in zwei Fällen schuldig bekennen. "Andere Tätigkeiten werden nicht unter Beweis zu stellen sein."

Über 40 Personen über Grenze geschleust

Laut Staatsanwalt Mathias Haidinger war der 32-Jährige Mitglied einer kriminellen Schlepperbande. Der im Kosovo ansässige Schleuserring soll einem Polizeibericht zufolge 40 Landsleute per Pkw über Serbien und Ungarn nach Italien und Deutschland gebracht haben. Die Bande wurde nach massivem Ermittlungsdruck zerschlagen, nachdem im Oktober 2009 bei der Überquerung der Theiß an der serbisch-ungarischen Grenze 15 Migranten ertrunken waren. Der Staatsanwalt warf dem Angeklagten Schlepperei von "zumindest 21 Personen in sechs Angriffen" vor. "Es gibt viele Fahrten. Dass es wesentlich mehr als 21 Personen sind, lässt sich durchaus vermuten." Bankauskünften zufolge habe der Angeklagte "sehr gut verdient", sagte Haidinger. Bei der nächsten Hauptverhandlung am 31. August werden einige Zeugen einvernommen.

(APA)

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(Quelle: S24)

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