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Krebsarzt in Salzburg: Laibacher Mediziner wollen Kammer einschalten

Salzburg – Im Fall des in Salzburg praktizierenden deutschen Krebsarztes, dem dubiose Praktiken vorgeworfen werden, wollen slowenische Onkologen nun die österreichische Ärztekammer einschalten.

In einem Expertengutachten werfen die Onkologen dem Alternativmediziner “Schwindel, Geldmacherei und Ausnützung des Leids von Patienten” vor, wie die Laibacher Tageszeitung “Delo” (Mittwochsausgabe) berichtet. Die slowenische Ärztekammer solle nun bei ihrem österreichischen Pendant eine Aufklärung der Fälle von Patienten verlangen, die mehrere tausend Euro für die Behandlung zahlen mussten und entgegen positiven Diagnosen verstarben.

Einem slowenischen Krebskranken, der nach Angaben seines Sohnes 12.683 Euro Behandlungskosten zahlen musste, habe der Arzt noch mindestens fünf Lebensjahre versprochen. Der Mann sei aber schon eineinhalb Monate nach seiner Rückkehr von der vierzehntägigen Behandlung in Salzburg verstorben. Nach Angaben slowenischer Ärzte hatte sich das Krebsgeschwür bei ihm schon so ausgebreitet, dass jede Operation aussichtslos gewesen wäre. Einem anderen Patienten soll der Arzt gesagt haben, dass die bei einer Röntgenuntersuchung festgestellte Vergrößerung des Krebsgeschwürs in seinem Körper “eine positive Reaktion auf die (alternative, Anm.) Behandlung” gewesen sei, kritisieren die slowenischen Onkologen in ihrem Gutachten weiter.

Der Arzt habe jegliche Schuld am Tod seiner Patienten zurückgewiesen und von “schlechter Behandlung” durch die slowenischen Ärzte und “Nachlässigkeit” aufseiten der Angehörigen gesprochen. Diese Anschuldigungen werden von den slowenischen Onkologen entschieden zurückgewiesen. Man sei immer offen für neue Erkenntnisse, egal woher sie stammen, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf die Tatsache, dass fast die Hälfte aller heute eingesetzten Krebsmedikamente pflanzlichen Ursprungs sei. Es stimme nicht, dass Schulmediziner nur aus Eitelkeit keine alternativmedizinischen Behandlungsmethoden einsetzten. “Der Ball ist aufseiten von Herrn K. Er muss erklären, was er tut und welche Ergebnisse er erzielt”, fordern die slowenischen Experten.

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