Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Lamprechtshausen am Tag nach dem Sturm: Feuerwehren im Dauereinsatz

Lamprechtshausen – Die Spuren der Verwüstung sind im nördlichen Flachgau nicht zu übersehen. 500 Feuerwehrleute aus ganz Salzburg waren am Freitag mit Aufräumungsarbeiten beschäftig. Salzburg24 verschaffte sich in Lamprechtshausen einen Überblick über die Schäden und sprach mit Betroffenen.

Donnerstagabend wütete ein Sturm mit verhehrenden Ausmaßen über das gesamte Bundesland. Besonders betroffen waren die vier Gemeinden  Lamprechtshausen, Bürmoos, Dorfbeuern und St. Georgen. Alleine in dieser Region wurden über 500 Dächer durch Hagelschlag und Sturm beschädigt. 40 Menschen wurden durch den Hagel verletzt und im Krankenhaus Oberndorf und Salzburg versorgt. Feuerwehren aus dem gesamten Bundesland sind seit Donnerstag um 20 Uhr im Einsatz. Insgesamt versuchen 500 Mann auch am Freitag noch die Spuren der Verwüstung aus dem Katastrophengebiet zu beseitigen.

“Wir müssen die Einsätze schnell bewältigen, weil am Abend wieder Regen angesagt ist”, erklärte der Flachgauer Bezirksfeuerwehrkommandant, OBR Hermann Kobler, im Interview mit Salzburg24. Zu Freitagmittag waren bereits 350 Einsätze bewältigt, 150 stehen noch bevor. Kobler rechnet damit, dass die Aufräumungsarbeiten bis Samstag, eventuell auch bis zum Montag dauern werden. Er kann sich an kein Gewitter erinnern, dass einen so großen Schaden verursacht hätte. “Wir haben im Flachgau noch nie mit solchen Unwetterschäden, wie mit diesem Hagel zu tun gehabt”.  

Die Feuerwehren versuchen nun in der Gemeinde Lamprechtshausen die beschädigten Dächer mit Folien abzudecken. Betroffen von Hagelschäden sind auch einige öffentliche Gebäude wie Schulen, Kindergärten und Amtsgebäude. Zur Hilfe wurden acht Drehleitern und zwei Katastrophenzüge aus dem Tennengau angefordert.

Schwer getroffen vom Unwetter wurde auch Georg Kirchtag, ein Landwirt aus Weidenthal bei Lamprechtshausen. Das Dach seines Stallgebäudes wurde von Hagelkörnern in Ei-Größe zerstört. Salzburg24 begleitete die Feuerwehr Liefering zu den Aufräumungsarbeiten nach Lamprechtshausen. Kirchtags Hof wurde gegen 19.30 Uhr vom Hagel getroffen. “Das waren zuerst ganz düstere, schwarze Wolken, die sich in kürzester Zeit in ganz weiße wandelten”, schildert der Landwirt das aufziehende Gewitter. Er habe daraufhin sofort mit seiner Frau und den Kindern versucht, alles in das Haus zu schaffen. Die Gewitterfront zog innerhalb von 10 Minuten über das Anwesen hinweg. Erst nach dem Gewitter bemerkte Georg Kirchtag den immensen Schaden: Die Hagelkörner durchlöcherten das 1500 m² seines Dach im Abstand von 5 bis 10 Zentimetern. Jetzt fürchtet der Landwirt um das Heu im Stall: “Wir müssen jetzt schauen, dass das Heu nicht nass wird, weil sonst ist alles kaputt.”

Am Freitag um 15 Uhr wurde zudem eine Kompanie aus der Krobatinkaserne in St. Johann im Pongau zum Einsatz in den Flachgau berufen, teilte das Bundesheer in einer Aussendung mit. Die 60 Soldaten unterstützen die Aufräumungsarbeiten im Raum Lamprechtshausen, Bürmoos und St. Georgen und decken die Gebäude mit Planen ab. Der Bundesheer-Einsatz ist bis Montag geplant, teilte Gerald Gundl vom Militärkommando Salzburg mit.

S24-Video: Das komplette Interview mit Georg Kirchtag

This video is not availabe anymoreFind more videos on www.salzburg24.at/video

S24-Video: Spuren der Verwüstung in Lamprechtshausen

This video is not availabe anymoreFind more videos on www.salzburg24.at/video

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 07.05.2021 um 07:05 auf https://www.salzburg24.at/archiv/lamprechtshausen-am-tag-nach-dem-sturm-feuerwehren-im-dauereinsatz-59621632

Kommentare

Mehr zum Thema