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Land widmet Stiftungsprofessur

Für die molekulare regenerative Medizin hat das Land Salzburg eine Stiftungsprofessur an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität gewidmet.

Dafür konnte Ludwig Aigner – ein auf dem Gebiet der Regenerationsforschung international renommierter Neurowissenschafter – gewonnen werden. “Ziel der Stiftungsprofessuren des Landes ist es, Spitzenkräfte nach Salzburg zu holen, um die Forschung zu stärken und den Forschungsstandort Salzburg international noch stärker zu verankern”, sagte Wissenschaftsreferentin Landeshauptfrau Gabi Burgstaller am Donnerstag bei der Unterzeichnung des Vertrages für die Stiftungsprofessur.

Bei der molekularen regenerativen Medizin geht es um die Selbstheilungskraft des Körpers und darum, die gewonnenen Erkenntnisse klinisch anzuwenden. Das Wissenschaftsressort des Landes trägt dazu 1,75 Millionen Euro bei, damit werden fünf Jahre lang die Personalkosten für die Stiftungsprofessur bezahlt. Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) wird diese Professur weitere zehn Jahre finanziell tragen. Thematisch stellt das Land aber keine detaillierten Vorgaben. Die Professur muss mit den Förderschwerpunkten des Landes übereinstimmen und zumindest in das Gesamtkonzept der Universität passen, sie soll vorhandene Forschungsschwerpunkte ergänzen und verstärken. Neben der eigentlichen Forschungsarbeit und der Kooperation mit den Kliniken wird vom Stiftungsprofessor ein Beitrag zu den Doktoratsprogrammen der PMU erwartet. Dazu soll es auch Kooperationsmöglichkeiten mit den Naturwissenschaften an der Paris-Lodron-Universität geben.

Ludwig Aigner war zuvor in Regensburg an der Universität als Leiter der neurologischen Forschungsabteilung tätig und forschte besonders an Zellen des Zentralnervensystems. Die molekulare regenerative Medizin verfolgt interdisziplinäre Konzepte, die auf unterschiedliche Krankheiten anzuwenden sind. Eine große Herausforderung für die molekulare regenerative Medizin sind akute Schädigungen, wie beim Schlaganfall, oder chronische Degenerationen, wie bei der Alzheimer‘schen Erkrankung. In Salzburg wird Aigners Hauptaugenmerk der Neubildung von Nervenzellen im erwachsenen Gehirn gelten. Aigner und sein Forschungsteam entdeckten ein bestimmtes Eiweißmolekül, das bei nahezu allen degenerativen Erkrankungen des Zentralnervensystems auftritt. Dabei hemmt dieses Molekül die Zellteilung – und damit auch die wichtige Neubildung der Nervenzellen im Gehirn.

Versucht wird, diese “Stammzellbremse” zu lösen. Aigner geht davon aus, dass Prinzipien dieser Art vermutlich auf ein ganzes Spektrum zentralnervöser Erkrankungen zutreffen. Der Schwerpunkt der Arbeit in Salzburg liegt in diesen Bemühungen. Ludwig Aigner bringt neben seiner Erfahrung mit der Neubildung von Nervenzellen auch Wissen auf dem Gebiet der Knochenmarkstammzellen sowie neue innovative Bildgebungsverfahren mit. So wird er durch Zusammenarbeit auch die Forschung beispielsweise in der Hämatologie-Onkologie, in der Unfallchirurgie und der Immunologie bereichern.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 25.06.2019 um 01:18 auf https://www.salzburg24.at/archiv/land-widmet-stiftungsprofessur-59608672

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