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Lebensmittel in Salzburg um 10 bis 15 Prozent teurer als in Bayern

Salzburg – Güter des täglichen Bedarfs sind in Österreich nach wie vor deutlich teurer als in Deutschland: Ein Warenkorb mit 53 Produkten kostet im bayerischen Freilassing im Schnitt um 10 bis 15 Prozent weniger als die gleichen Produkte in Salzburg.

Das ergab die jüngste Erhebung der Arbeiterkammer Salzburg. Immerhin wurde die Differenz seit dem letzten Vergleich vor einem Jahr geringer, wie AK-Präsident Siegfried Pichler am Montag bei einem Pressegespräch feststellte.Ein Spülmittel, ein Essigreiniger, ein Duschgel und eine Seife um 4,58 Euro. Gekauft in Freilassing. Für exakt die gleichen Markenprodukte mussten die Testkäufer in Salzburg 8,16 Euro hinblättern. Der Warenkorb wurde seit 2008 in Österreich um zehn Euro billiger, ist aber mit etwa 155 Euro immer noch um 10 bis 15 Prozent teurer als in Deutschland. Vor allem die beiden Handelsriesen Spar und Rewe haben seit dem Vorjahr die Preise gesenkt.

“Unser Unbequem-sein rentiert sich, die Kritik zeigt erste Auswirkungen”, so Pichler. Dennoch sei der Preisunterschied zu Deutschland mit nichts zu erklären oder zu rechtfertigen. An den Lohnkosten könne es nicht liegen, denn die Jahresgehälter der Handelsangestellten bei unseren Nachbarn seien um fast ein Viertel höher als in Österreich. Pichler sieht das Problem vielmehr in der Marktkonzentration hierzulande, da sich Rewe und Spar 80 Prozent des heimischen Marktes teilen würden. “Uns sagt man, die Handelsriesen diktieren die Preise.” Die Erzeuger müssten mitziehen, denn “kein Markenartikler kann es sich leisten, bei einem der beiden nicht gelistet zu sein.”

Seit der Einführung des Euros habe es nicht mehr so viele Beschwerden über die Preise gegeben wie zurzeit, berichtete Konsumentenschützer Heimo Typplt. Er befürchtet, dass es durch die im April erfolgte Freigabe der Verpackungsgrößen wieder zu heimlichen Preiserhöhungen kommt, indem das Produkt zwar gleich teuer bleibt, der Inhalt aber weniger wird. Die AK hat daher noch vor In-Kraft-Treten Preise und Verpackungsgrößen erhoben und wird sie nach einer bestimmten Frist vergleichen.

Auch beim Milchpreis gibt es einen markanten Unterschied zwischen Salzburg und Bayern: In beiden Ländern sank der Erzeugerpreis zuletzt um rund ein Drittel. In Bayern zahlen die Konsumenten nun tatsächlich ein Drittel weniger, in Österreich seien es nur zwölf Prozent. “Irgendwer kassiert da ab, die Verarbeiter oder der Handel, oder beide. Die Zeche jedenfalls zahlen die Bauern und die Konsumenten”, so Pichler.

Der Präsident will Klarheit bei den Lebensmittelpreisen durch eine Offenlegung der Kalkulationsgrundlagen der Handelskonzerne. Nur dann könne man sehen, ob tatsächlich der Handel für die Unterschiede verantwortlich sei, so Pichler.

(Quelle: S24)

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