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Leichenfund in Mattsee: Mordprozess im Dezember

Die Frau soll die Leiche drei Wochen lang in einer Plastiktonne in der Garage des Verstorbenen versteckt haben. Neumayr/Archiv
Die Frau soll die Leiche drei Wochen lang in einer Plastiktonne in der Garage des Verstorbenen versteckt haben.

Eine Krankenschwester aus Deutschland muss sich Anfang Dezember in Salzburg wegen Mordes vor Gericht verantworten. Die 61-Jährige wird verdächtigt, bei einem 73-Jährigen in Mattsee (Flachgau) durch die Verabreichung von Schlaftabletten den Tod herbeigeführt zu haben.

Bei einem Prozess gegen die 61-jährige Berlinerin wurde Ende Mai dieses Jahres ein Unzuständigkeitsurteil gefällt. "Der Schöffensenat hat damals festgestellt, dass es zu viele Anhaltspunkte gibt, die auf Mord hinweisen", so Peter Egger vom Landesgericht Salzburg im Gespräch mit SALZBRUG24.

Leiche in Mattsee: Lebenslange Haft droht

Nun wird sich mit der Angelegenheit ein Geschworenengericht befassen. Von 3. bis 5. Dezember sind drei Verhandlungstage anberaumt. Der Strafrahmen reicht von zehn bis 20 Jahren oder gar lebenslänglich. Die in Deutschland 15 Mal verurteilte Frau sitzt seit Ende Juni 2017 in Salzburg in Untersuchungshaft.

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Leiche wochenlang in Plastiktonne versteckt

Die ehemalige Krankenschwester hatte zu Verhandlungsbeginn im Mai ihre Unschuld beteuert. Sie habe dem Pensionisten fünf bis sechs Schlaftabletten gegeben, weil ihr die Sexspiele mit ihm zu viel geworden seien. Er habe die Tabletten des Medikaments "Halcion" ohne Nachfragen geschluckt, erklärte die Angeklagte. An dem Tod des Mannes am darauffolgenden Tag trage sie aber keine Schuld. Danach versteckte sie die Leiche drei Wochen lang in einer Plastiktonne in der Garage des Verstorbenen. Die Leiche des Mannes wurde am 27. Juni in dem Container entdeckt.

Mattsee: Todesursache nicht mehr feststellbar

Wegen der starken Verwesung der Leiche konnte die Todesursache nicht mehr festgestellt werden. Laut Staatsanwaltschaft hat die Mischung aus Alkohol, Potenzmittel und Schlaftabletten zum Tod des Mannes geführt. Ein ergänzendes Gutachten der Gerichtsmedizin entkräftete im Mai allerdings den Mordverdacht gegen die Frau. Sie wurde wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang angeklagt. Verteidiger Johann Eder betonte, es gebe keinen Beweis dafür, dass die Menge der Medikamente und der Alkohol zum Tod des Pensionisten geführt hätten.

(SALZBURG24/APA)

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