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Leistbares Wohnen in Salzburg: Blachfellner und Panosch ziehen Bilanz

Salzburg-Stadt – Im vergangenen Jahr wurden in der Stadt Salzburg insgesamt 653 neue Wohnungen errichtet. Wohnbauförderung und Mietbeihilfe sollen das Wohnen in der Landeshauptstadt leistbarer machen.

Bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem für Wohnbau ressortzuständigen Vizebürgermeister Martin Panosch stellte der Wohnbaureferent des Landes, Walter Blachfellner am Dienstag seineneue Wohninitiative “Leistbares Wohnen: Dafür arbeiten wir!” vor.

Rund 20 Veranstaltungen in Gemeinden mit Landesrat Blachfellner im März und April dieses Jahres wurden eingeplant, 9.000 Fragebögen wurden versandt, um den Kontakt mit den Bürgern zu verstärken und um die Arbeit in den Gemeinden zu unterstützen. Der Inhalt des Fragebogens ist breit gefächert; die Fragen beziehen sich dabei auf die Themen Service der Gemeinde, Infrastruktur im Wohnumfeld, sicheres Wohnen, Zufriedenheit mit der Wohnsituation und der Ausstattung. ”Eine erste Bilanz und Zwischenauswertung der eingelangten Fragebögen zeigt, dass die Menschen im Großen und Ganzen mit der Wohn- und Lebenssituation zufrieden sind”, so Blachfellner. Die detaillierten Ergebnisse werde er gemeinsam mit Landeshauptfrau Gabi Burgstaller in einigen Wochen der Öffentlichkeit präsentieren, versprach der Landesrat.

Von 17.100 Arbeitsplätzen, die es im Baubereich im Bundesland Salzburg gibt, sind 9.000 der Wohnbauförderung zuzuordnen. Auch in der Landeshauptstadt sei mit dem Einsatz von Wohnbauförderungsmitteln ein deutlicher Impuls für den Arbeitsmarkt gesetzt worden, so Blachfellner. “Von 2004 auf 2009 wurden die Fördergelder der Wohnbauförderung für die Stadt Salzburg von 74,8 Millionen Euro auf 114,5 Millionen Euro, also um 39,7 Millionen Euro (das sind 53 Prozent), erhöht. Damit wurde eine Investitionssumme von 139.980.000 Euro ausgelöst. Damit wurden rund 3.400 Arbeitsplätze geschaffen beziehungsweise gesichert.”

Hoher Wohnbedarf in der Landeshauptstadt

“Im vergangenen Jahr wurden in der Stadt Salzburg insgesamt 653 neue Wohnungen (268 Miet- und 315 Eigentumswohnungen sowie 70 Häuser) errichtet“, so Vizebürgermeister Martin Panosch. Mit 54,4 Prozent (355 Einheiten) haben die gemeinnützigen Bauvereinigungen den Großteil der neuen Wohnungen in der Landshauptstadt errichtet. Die meisten Einheiten, insgesamt 132, wurden im Bezirk Thumegg/Gneis fertig gestellt, der Großteil davon (116 Wohnungen) in der Nonntaler Hauptstraße. In Aigen/Glasenbach wurden insgesamt 112 Wohnungen gebaut, davon 86 im Rahmen des Bauvorhabens “Sonnenpark Aigen Süd” in der Glaserstraße. 94 Wohnungen entstanden durch die Fertigstellung einer Wohnanlage in der Aribonenstraße in Liefering. 76 Wohnungen entstanden im Äußeren Nonntal/Freisaal im Zuge der Bauvorhaben in der Konrad-Laib-Straße (39 Wohnungen) und am Mühlbacherhofweg (32 Wohnungen).

Rund 292 Bauvorhaben laufen aktuell in der Stadt. Darunter befinden sich 271 bewilligte bzw. in Bau befindliche Wohnbauvorhaben mit insgesamt 1122 Wohnungen, so Stadtrat Martin Panosch. Im Vergabezeitraum vom 1. Mai 2008 bis 30 April 2009 konnten vom Wohnungsamt insgesamt 526 Wohnungen vergeben werden. Im heurigen Vergabejahr (1. Mai 2009 bis 15. April 2010) waren es bis jetzt 522 Einheiten. Nachdem ein Vorzeigeprojekt des Betreuten Wohnens in der Konrad-Laib-Straße entstanden ist, soll auch in den kommenden Jahren auf diese Wohnform verstärkt Augenmerk gelegt werden. In der Stadt Salzburg gibt es bereits insgesamt 340 Seniorenwohnungen, die dem Grundsatz des Betreuten Wohnens entsprechen. Weitere 32 Einheiten werden derzeit auf den ehemaligen Mercedesgründen in Lehen gebaut. Ein weiteres Senioren-Wohnprojekt mit insgesamt rund 130 Wohnungen ist derzeit in Taxham in Planung.

Auf Hochtouren läuft die thermische Sanierung der im Eigentum der Stadt Salzburg stehenden Wohnungen. Bis 2014 werden 13,4 Millionen Euro dafür in die Hand genommen. An den Gebäuden u.a. in der Lilien- und Strubergasse sowie in der Pillwein-, Rosegger- und Rudolf-Biebl-Straße werden die Fassade, das Dach- und die Kellergeschossdecke gedämmt. Gleichzeitig werden auch die in die Jahre gekommenen Fenster ausgetauscht sowie diverse Kleinmaßnahmen und Erhaltungsarbeiten erledigt. Eine erfreuliche Nachricht gibt es für die Bewohner der Strubergassensiedlung. Im Zuge der thermischen Sanierung sollen die Wohnungen auch zusätzlich mit jeweils eigenen Balkonen ausgestattet werden. Panosch: “Es war immer unser Bestreben, sollte es die Möglichkeit geben und finanziell machbar sein, dass über die thermische Sanierung hinaus noch zusätzlich Balkone in der Siedlung errichtet werden.”

Ein besonderes Wohnhilfsprojekt bietet die Stadt seit kurzem an. Frauen mit Kind(ern), die z.B. nach dem Scheitern ihrer Beziehung mittellos auf der Straße stehen, stellt die Stadt fünf Übergangswohnungen zur Verfügung. “Mit diesem Angebot helfen wir jenen Frauen, die unverschuldet in eine Notsituation geraten sind und aus eigener Kraft nur sehr schwer wieder auf die Füße kommen”, so Panosch. Um die Wohnungen als Übergangswohnraum erhalten zu können, ist die Nutzungsdauer auf maximal sechs Monate beschränkt. In dieser Zeit werden die betroffenen Personen mit einer “regulären” Stadtwohnung versorgt. Die Übergangswohnungen sind kostenlos, lediglich die Betriebs- und Heizkosten sind zu tragen. Die Frauen werden in dieser schwierigen Zeit sowohl von Mitarbeitern des Wohnungsamtes als auch des Jugendamtes betreut.

Sonderwohnbauförderungsprogramm beschlossen

“In der Stadt Salzburg besteht eine besonders schwierige Situation für den sozialen Wohnbau: immer knapper und teurer werdendes Bauland steht dem hohen Wohnungsbedarf gegenüber. Diese Sondersituation erfordert besondere Maßnahmen. Daher wurde im Vorjahr ein Sonderwohnbauförderungsgesetz erarbeitet und schließlich vom Landtag beschlossen”, so Blachfellner. Im Bereich der Stadtgemeinde Salzburg besteht nach wie vor ein hoher Bedarf an geförderten Mietwohnungen. Rund 4.000 Personen sind derzeit beim Wohnungsamt der Stadt Salzburg als Wohnungssuchende gemeldet, davon sind 1.500 dringende Fälle.  

Ziel dieses Gesetzes ist es laut Blachfellner dem hohen Bedarf an Mietwohnungen in der Stadt Salzburg durch Maßnahmen zur verstärkten Neuerrichtung von Mietwohnungen zu begegnen. “Wir müssen hier mehr ermöglichen statt zu verhindern. Den gemeinnützigen Bauvereinigungen war es in der Vergangenheit trotz größter Bemühungen nicht möglich, ausreichend günstige Grundstücke für die Errichtung von Mietwohnungen zu erwerben. Um im Privatbesitz befindliche geeignete Grundstücksreserven für den geförderten Mietwohnbau zu mobilisieren, wurde daher sowohl für natürliche Personen wie auch gewerbliche Bauträger die Möglichkeit einer Förderung für die Errichtung von Mietwohnungen geschaffen. Ziel ist die Errichtung von 200 Mietwohnungen in der Stadt Salzburg bis zum Ende des Jahres 2012.”

Gegenstand der Förderung sind ausschließlich Mietwohnprojekte in der Stadt Salzburg. Die Form eines Sonderwohnbauförderungsgesetzes wurde deshalb gewählt, da durch eine Befristung des Gesetzes die Wirkungen auf dem Markt und der tatsächliche Mobilisierungseffekt beobachtet werden können, heißt es in der Aussendung der beiden für den Wohnbau in Salzburg zuständigen SPÖ-Politiker.

Wohnbauförderung senkt die Mietpreise deutlich

Ohne die Wohnbauförderung wären die Mietpreise für die Menschen in Salzburg wesentlich höher. “Die günstige Zinsgestaltung bei den Förderungsdarlehen, die gemeinnützigen Wohnbauträgern von der Wohnbauförderung in der Mietwohnungsförderung gewährt werden, sind dafür ausschlaggebend”, erläuterte Blachfellner. “Eine 70-Quadratmeter-Wohnung beispielsweise in der Stadt Salzburg würde ohne Wohnbauförderung statt rund 525 Euro immerhin rund 850 Euro und somit um 325 Euro mehr kosten.” Als große Hilfe erweist sich laut Blachfellner auch die Wohnbeihilfe. “Mit der Wohnbeihilfe können sich auch einkommensschwache Haushalte eine lebenswerte Wohnung leisten und im Einzelfall kann dieser Mietzuschuss auch einem Wohnungsverlust bzw. einer Delogierung vorbeugen”. 2009 wurden 2.851 Ansuchen um eine Wohnbeihilfe in der Höhe von durchschnittlich 172 Euro je Monat gewährt.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.09.2020 um 07:41 auf https://www.salzburg24.at/archiv/leistbares-wohnen-in-salzburg-blachfellner-und-panosch-ziehen-bilanz-59637181

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