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Lenny Kravitz rockte in der Wiener Stadthalle

Mit seinem neunten Album "Black And White America" gab Lenny Kravitz in diesem Sommer ein kräftiges Lebenszeichen von sich. Am Freitag tat er das auch live in der Wiener Stadthalle.

Die war etwas mehr als halb voll: Geschätzte 6.500 Fans wohnten seiner nahezu perfekten Show bei und bekamen die zwei Seiten des Kravitz auf ebensolche Weise präsentiert. Vom schmuseweichen "It Ain't Over 'til it's Over" aus den 90ern bis zum aktuellen rauen "Come On Get It" ließ der 47-Jährige kaum einen seiner Hits aus mehr als zwei Jahrzehnten aus.  Der hintere Sitzplatzbereich, wie auch die oberen Ränge der Halle D blieben von einem Vorhang verdeckt. Dazwischen warteten nach Altersschätzung viele Fans der "ersten Stunde". Kurz nach neun Uhr abends begann dann der Auftritt von Kravitz, der sich mit dem neuen Song "Come On Get It" in Szene setzte - dem eigenen Coolheitsgebot entsprechend mit schwarzer Sonnenbrille. Es war ein triumphaler Beginn mit dem Guess Who-Cover "American Woman" als Höhepunkt. Rocken kann Kravitz also noch immer und seine drei Bläser bekamen für diesen Song erst einmal eine Pause verordnet. Dazu gab es ansprechende Visuals, die mit dem Bühnengeschehen verschmolzen.Danach war die Zeit der Begrüßung für "Vienna" und die üblichen Dankesbekundungen. Lenny schmeichelte dabei dem Publikum, versprach einen netten Abend und brachte mit dem Hit "It Ain't Over 'til it's Over" alle zum Klatschen und danach zum Schunkeln. Der Song war ein schmachtender Kontrast zur wilden Rocknummer davor. So sind sie, die zwei Gesichter des Lenny Kravitz.

Lenny Kravitz lieferte all in all eine gelungene Show

Die Liveversion von "Mr. Cab Driver" ließ dafür vieles vom Charme der Studioversion vermissen und wurde recht lieblos heruntergespielt. Vielleicht brauchte der gebürtige New Yorker auch nur die Pause, die er sich nach dieser fünften Nummer gönnte. Ein Trompetensolo sollte die Wartezeit verkürzen helfen. Zurück auf der Bühne wand er sich dann vor dem Mikro zum Titelsong des neuen Albums, "Black And White America", ganz im Soul gefangen. Anfangs mit einem Hall-Effekt für die Stimme, dann wurde der Song mit viel Funk weitergespielt. Die Setlist des Abends war gut gewählt. Als kleiner Kritikpunkt blieb allenfalls, dass Kravitz auch live seine beiden Hauptrollen als harter Rocker und sanfter Soulmate nie ganz glaubwürdig vereinen konnte. Das machte aber nicht viel, wenn man mit Songs wie "Stand By Your Woman" die Sehnsucht nach schmalzigen Balladen so gut zu befriedigen weiß. Als logische Folge dann "Believe" im Mittelteil, das sein versierter Gitarrist mit einem wunderbaren Solo zum Abschluss brachte. "Stand" gab es dann vom neuem Album und damit wieder eine schnelle Nummer im Motown-Gewand. Dann ließen Kravitz und Band wieder Rock der Marke "wild" vom Stapel, ehe man mit "Fly Away" langsam das Ende des Abends einleitete. Eine gelungene Show, die Kravitz mit seiner gut eingespielten Band geboten hat. Die tanzende Menge war der Beweis. Eine Show, die aber auch zeigte, dass die großen Nummern seiner Karriere jeweils schon mindestens ein Jahrzehnt zurückliegen. Doch als Retro-Rocker, der Lenny Kravitz ist, sollte man Nostalgie ja gewohnt sein. (Kritik: APA)
(Quelle: S24)

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