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Letzte Hoffnung: Star Ocean 360

Rollenspiele waren dereinst die Domäne von Sonys Playstation. Nicht zuletzt aufgrund technischer Besonderheiten erscheinen zunehmend sogar 360 exklusive Titel auf Microsofts Next Gen. Star Ocean: The Last Hope begeistert aktuell nicht nur Japano RPG-Fans.  

Star Ocean ist unter Videospiel-Veteranen kein Unbekannter: Bereits 1996 auf dem SNES feierte das Rollenspiel aus asiatischen Landen Debüt und erfreute sich rasch eines fanatischen Anhängerkreises. Dem allgemeinen Trend folgend sieht sich die aktuelle Xbox 360 Verwurstung als Prequel zu bisher erschienenen Folgen auf Playstation, PSP und PS 2.

Die Zeit nach 2064: Der dritte Weltkrieg ist vorüber, die Erde hat sich in ein unbewohnbares Trümmerfeld verwandelt. Die Menschen haben sich in den Untergrund zurückgezogen, fristen in Städten unter der Erde ihr Dasein. Die namensgebende letzte Hoffnung liegt auf den Protagonisten der Geschichte, die sich 20 Jahre nach dem Exodus mit Raumschiffen samt neuartigen Warpantrieb aufmachen, in den Weiten des Weltraums einen lebenswerten Ersatzplaneten für die Reste der Menschheit zu finden. An Bord der Schiffe: Der junge Edge Maverick und seine Kindheitsfreundin Reimi Saionji. In einem Warptunnel passiert das Unglück: Ihr Raumer kommt einem mysteriösen Meteoriten zu nahe und muss auf dem bislang unerforschten Planeten Aeos notlanden. Edge wird vorgeschickt, den Himmelskörper zu erforschen und die verbleibenden Schiffe ausfindig zu machen.

Nach der Landung auf Planeten steuert man Edge, in der Folge zur Gruppe stoßende Mitstreiter sind wie in solchen RPGs üblich, erst bei Feindberührungen sichtbar. Jene kann man gut vermeiden, da sie gut in der Landschaft erkennbar sind, und somit umgangen werden können. Oder aber sie werden gezielt angegriffen, bei geschickter Vorgehensweise sogar überrascht, wodurch sich ein Vorteil in den Kämpfen erarbeiten lässt. Die Kämpfe selbst laufen ungewohnterweise in Echtzeit ab, wobei der Partyleader direkt gesteuert wird, die übrigen Recken kämpfen selbständig. Wahlweise kann man auch die gesteuerte Figur wechseln. Nahkämpfer agieren in Buttonsmashing-Manier oder auch taktischer. Letzteres bringt Vorteile: Mehr Erfahrung und Gold locken, je schneller man einen Gegner aus den Latschen haut. Die Charaktere dreschen im Nahkampf drauf, schießen mit dem Bogen oder nutzen Magie. Eine Besonderheit: Neue Monstertypen werden in einer Art Log gespeichert, je öfter man nun solche Monster besiegt, umso höher tickt ein Zähler. Ist dieser bei 100 Prozent, kann man das Viech in einen Stein einschließen, um dessen Kraft zu nutzen.

Die Schwierigkeitsgrade variieren von fast anspruchsvoll leicht bis hin zu knackigen Nüssen, an denen selbst Pro´s zu knabbern haben. Ohne Grinding und das damit verbundene Aufleveln gibt’s da kein Durchkommen. Eine Besonderheit des Spiels sind die sozialen Abhängigkeiten und Verbindlichkeiten. So führt man während der Reise ihr immer mal wieder Dialoge mit den Mitgliedern der Crew. Aus dem Wechselwirken dieser sozialen Verbindlichkeiten ergeben sich multiple Möglichkeiten des Ausgangs des Spiels nach mindestens 30 bis 40 Stunden.

Optisch ist Star Ocean: The Last Hope im Manga-Universum angesiedelt, mit einem gehörigen Hauch Sci-Fi. Dabei glänzt der Titel nicht nur mit einem hohen Detailgrad, sondern läuft auch jederzeit angenehm flüssig. Eine der Besonderheiten des Titels sind aber die für Square Enix quasi als Standard festgelegten fulminanten Rendervideos, die bei The Last Hope mit teilweise über 30 Minuten fast schon Kurzfilmcharakter haben. Daneben gibt’s auch ordentlich was auf die Ohren: Ein gelungener Soundtrack untermalt die Szenerie stimmig und bombastisch. Die englische Synchro weiß dabei zu überzeugen, Bildschirmtexte wurden ins deutsche übersetzt. Ein gelungener Kompromiss, der stimmungsfördernd ist. Nicht selten kranken geniale Asia RPGs an einer katastrophal vermurksten deutschen Synchro, die die schönste Atmosphäre killt.

Fazit:

Fans sollten sich diesen fulminant inszenierten Square Enix Titel für ihre Sammlung sichern. Star Ocean: The Last Hope nützt optimal die Fähigkeiten der 360 und zählt sicher zu einem der schönsten Games auf Microsofts Next Gen. Ein cooles Echtzeitkampfsystem, eine Hammerpräsentation samt filmreifer Zwischensequenzen und ein wunderschönes Setting der unterschiedlichen Welten überzeugen sogar Japano-RPG Muffel wie mich. Da verzeiht man dem Spiel schon einmal die unfair verteilten Speicherpunkte, – dem gut abgestuften Schwierigkeitsgradsystem sei dank. RPGler kommen nicht an diesem Meisterwerk asiatischer Videospielkunst vorbei, Zweifler sollten beim Videodealer ihres Vertrauens antesten. Geheimtip!

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 09.05.2021 um 09:43 auf https://www.salzburg24.at/archiv/letzte-hoffnung-star-ocean-360-59621668

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