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Linzer drohte Ehefrau mit Unfalltod: Prozess in Salzburg vertagt

Salzburg – Eine regelrechte “Höllenfahrt” auf der Westautobahn von Linz nach Salzburg hat am 18. Dezember 2008 eine Frau aus Linz erlebt: Ihr alkoholisierter Ehemann entriss ihr das Handy, raste mit 180 km/h über die A1 und drohte, gegen einen Brückenpfeiler zu fahren. Zum Vorbericht

Bei einem Kreisverkehr der Ausfahrt Wallersee sprang die gebürtige Thailänderin aus dem Wagen und verletzte sich leicht. Am Donnerstag wurde der Prozess gegen den 40-jährigen Linzer am Landesgericht Salzburg vertagt.

Der Strafantrag lautet auf Freiheitsentziehung und gefährliche Drohung. Da aber der Salzburger Gerichtspsychiater Professor Bernhard Mitterauer dem Oberösterreicher zur Tatzeit “wahnhafte Fehlinterpretationen der Realität” und damit Unzurechnungsfähigkeit attestiert hatte, stellte die Staatsanwaltschaft einen Antrag auf Einweisung in eine Anstalt für unzurechnungsfähige, abnorme Rechtsbrecher. Wie es zu der Psychose gekommen ist, erläuterte Mitterauer so: Der bisher unbescholtene Linzer “hatte zuletzt eine blühende Firma, stand aber immer mehr unter Stress, nahm Alkohol und Drogen. Es bestand ein hochgradiges Gefährlichkeitspotenzial.”

Auch von der Familie fühlte sich der Mann beobachtet und unter Druck gesetzt. Die Ehefrau zog nach Streitigkeiten wegen des Suchtproblems aus. Seine Eltern wollten, dass er sich einer längerfristigen Therapie unterzieht. Wie der Oberösterreicher der Vorsitzenden Richterin Karoline Edstadler schilderte, habe er angenommen, nicht nur seine Eltern, sondern auch seine Gattin hätte sich gegen ihn verschworen. “Mir ist der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Ich war unter Stress und Panik. Deshalb habe ich ihr auf der Autobahn Angst gemacht. Ich sagte, wenn sie mir nicht erzählt was los ist, fahre ich gegen einen Brückenpfeiler. Ich wollte sie aber nicht umbringen.” Während der Fahrt rief er seine Verwandten an und ließ sie das Gespräch im Auto mithören.

In der U-Haft hat sich der Linzer nach eigenen Angaben mit seiner Frau ausgesöhnt. Er sei wieder “im Vollbesitz der geistigen Kräfte”, werde nach seiner Entlassung eine Entziehungskur machen und wieder mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn in einer Wohnung leben. Die Vorsitzende deutete am Ende der Verhandlung an, dass sich das Gericht für eine bedingte Einweisung – wie von Verteidiger Karl Wampl gefordert – aussprechen werde. Rund zwei Wochen könnte der “Betroffene” in der forensischen Sonderstation in der Salzburger Christian-Doppler-Klinik bleiben, dann werde darüber entschieden. Laut Professor Mitterauer ist bei dem 40-Jährigen, der nun regelmäßig Psychopharmaka einnimmt, ein “bereits signifikanter Behandlungserfolg” eingetreten.

(Quelle: S24)

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