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Literaturhausprogramm im Februar 2009

Thomas Bernhard – “Weiteratmen”Franz Froschauer liest aus Thomas Bernhards AutobiographieFreitag, 13. Februar 2009, 20 Uhr | Veranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg | Siehe auch www.literaturhaus-salzburg.at

Februar auf einen Blick

Montag, 2. Februar 2009, 20 UhrVeranstaltungsort: Vogl & Co., Aignerstraße 58

Lisa Mayer „Im Lichtkegel: Stiefgedichte”AIGENtlich: Lyrik, Kellerlesungen

Die Lyrikerin Lisa Mayer überrascht mit Gedichten aus ihren zwei im Haymonverlag erschienenen Lyrikbänden „Auf den Dächern wird wieder getrommelt” und „Du allein beschenkst die Diebe”, die sie noch nie vorher bei Lesungen vorgetragen hat. Weggelassenes, Ausgeschlossenes, über den Rand Gefallenes kommt zu Wort und Stimme, in einer neuen, vielleicht überraschenden Komposition.

Lisa Mayer, geboren 1954 in Nassereith/Tirol. Ausbildung zur Diplomlogopädin in Innsbruck. Lebt in Puch bei Salzburg. Bei Haymon erschienen: „Auf den Dächern wird wieder getrommelt” (1999), „Du allein beschenkst die Diebe” (2005). Im Verlag Eizenbergerhof: „funke zinte zepf åhschneide” (2008)

Eintritt: E 4Veranstalter: erostepost, Vogl & Co.

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Mittwoch, 4. Februar 2009, 20 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

„Readers’ round table”Preislesen

Der readers´ round table ist eine Veranstaltungsreihe, die Nachwuchsautor/inn/en die Möglichkeit bieten soll, den Kontakt zur Literaturveranstalterin erostepost aufzubauen und zu intensivieren.

Er soll für ambitionierte Schreibende, die bisher noch nicht mit ihren Werken an die Öffentlichkeit getreten sind, ein Forum sein, bei dem sie erstmals auch von Literaturinteressierten außerhalb ihres Freundeskreises unterschiedliche Reaktionen und konstruktive Kritik erhalten.

Es besteht keine Notwendigkeit, sich zu diesen Abenden anzumelden, es genügt, eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn die Teilnahme bekanntzugeben und dabei 3 Texte (Lesedauer: eine Minute, 5 Minuten und 10 Minuten) vorzulegen. Diese sollten in einer gut lesbaren Form (Schreibmaschine, Computerausdruck) und ohne Angabe des Verfassers/der Verfasserin abgegeben werden.

Abgesehen davon, dass die Texte laut vorgetragen werden, erhält jede/r Besucher/in Kopien zum Mitlesen. Alle Anwesenden haben die Möglichkeit, ihre Meinung zu den Beiträgen zu äußern, und nach einer abschließenden halbstündigen Diskussion wird ein/e Autor/in ermittelt, der/die von erostepost zu einem eigenen Termin (5. 5. 2009) zu einer bezahlten Lesung im Literaturhaus eingeladen wird.

Eintritt: 1 KugelschreiberVeranstalter: erostepost

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Donnerstag, 5. Februar 2009, 10.30 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg, Café

Ilse Gottschall „Ab die Post. Briefe als Literatur”Literaturfrühstück

Im Zeitalter von Telefon, e-mail und SMS gerät der Brief in Gefahr, als Kulturtechnik zu versinken, obwohl er als schriftliche Mitteilung an einen abwesenden Adressaten früh den vielfältigsten Zwecken diente und sich rasch zu einer literarischen Kunstform verselbständigte.

Ein Blick in die Geschichte des Briefes zeigt außer seiner kommunikativen Bedeutung, wie schwimmend die Grenzen zwischen Authentizität und Fiktionalität sind, und dass ab dem 18. Jahrhundert die Entwicklung des Briefstils mit der Literatur parallel verläuft.

Aus der Praxis des Briefeschreibens entsteht eine eigene Romanform: der Briefroman, der in der deutschsprachigen Literatur mit Goethes „Werther” einen Höhepunkt erreicht und in abgewandelter Form in Glattauers e-mail-Roman weiterlebt.

Über das „weiße Blatt Papier” führten Autoren und Leserinnen intime Kommunikation. Und Betrug über erotische Briefstellerei wird nicht nur in „Cyrano de Bergerac” zum Thema. Es gibt Briefe, die nie abgesandt wurden, wie Kafkas „Brief an den Vater”, und solche, die der Empfänger sich selbst schrieb, und es gibt Künstlerkorrespondenzen, wie die zwischen Bachmann und Celan oder Henze, aus denen sich Persönliches ablesen lässt, mehr noch aber über künstlerische Intentionen zu erfahren ist.

Beim Literaturfrühstück – wie immer bei Kaffee und Gebäck – wird Ilse Gottschall, Leiterin der Literatur-Werkstatt im Rahmen der „Leselampe”, einen Einblick in das Thema vermitteln und Leseanregungen geben.

Eintritt: E 5/4/3Veranstalter: Salzburger Literaturforum Leselampe

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Donnerstag, 5. Februar 2009, 20 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

Stewart O´Nan „Alle, alle lieben dich”Autorenlesung & Gespräch (engl./dt.)

“Anyone who thinks American fiction is dead hasn’t read the work of Stewart O’Nan.” (San Francisco Chronicle)

“Both profound and profoundly beautiful … I so dearly wish I’d written it.” (Shenan Lehane über den Roman “Song for the Missing”/„Alle, alle lieben dich”)

Stewart O’Nan ist einer der bemerkenswertesten US-Gegenwartsautoren. Sein neuer Roman „Alle, alle lieben dich” (Rowohlt-Verlag, 2009, deutsch von Thomas Gunkel; original “Songs for the Missing”, 2008) ist ein hochliterarischer Thriller und das unaufdringlich-beklemmend-präzise Psychogramm einer Kleinstadt im Ausnahmezustand. Moderation/Übersetzung: Michelle Groß. Deutsche Lesung: Peter Arp.

Es ist ihr letzter Sommer vor dem College, der beste Sommer seit der achten Klasse. Kim badet im Fluss, steigt in ihren alten Chevy und macht sich auf den Weg zum Schnellrestaurant, wo sie arbeitet. Dann verliert sich ihre Spur. Familie, Freunde, Polizei – plötzlich sind alle betroffen. Kims Verschwinden rührt an den Grundfesten der mittelständischen Ordnung. Aus Menschen, die sie kannten, werden solche, die sie bloß zu kennen glaubten. Sie werden sich selbst und einander verdächtig. Und halten nach Kräften an dem fest, was ihnen zu entgleiten droht: Kim oder die Erinnerung an sie, die kleinstädtische Ruhe – und die eigenen Geheimnisse.

Stewart O’Nan, geboren 1961 in Pittsburgh/USA, wuchs in Boston auf. Er arbeitete als Flugzeugingenieur und studierte in Cornell Literaturwissenschaft. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Avon, Connecticut. Für seinen Erstlingsroman “Snow Angels” (dt. „Engel im Schnee”, 1997) erhielt er 1993 den William-Faulkner-Preis. Auf Deutsch erschienen zuletzt die Romane „Das Glück der anderen” (2001), „Der Zirkusbrand” (2003), „Halloween” (2004), „Ganz alltägliche Leute” (2004), „Abschied von Chautauqua” (2005) „Letzte Nacht” (2007), „Eine gute Ehefrau” (2007) und – zusammen mit Stephen King – das Sachbuch “Faithful” (2004).

Eintritt: E 6/5/4 Veranstalter: Verein Literaturhaus

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Samstag, 7. Februar 2009, 20 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

Brigitte Buchacher, Gerard Es, Reinhold Tritscher„Die 14. Gespensternacht”LeseNacht für Kinder von 8-10

Dauer: bis Sonntag um 9 Uhr

Wie jedes Jahr wird auch heuer nichts von der Geschichte verraten, nur so viel, dass unsere 14. Gespensternacht der 13. um nichts nachstehen wird und wir euch bitten, euch an die Altersangabe zu halten. Außerdem unbedingt mitzubringen: die schriftliche Einverständniserklärung der Eltern (mit Handynummer), eine Isomatte, einen Schlafsack, einen kleinen Kopfpolster, eine Taschenlampe, bequeme Kleidung, vielleicht dein Lieblings(geister)buch. KEINE Jause, die serviert euch nämlich um Mitternacht ein schreckliches Gespenst!!!

Brigitte Buchacher, Sozialpädagogin, Mediatorin und langjährige Organisatorin des LeseRüssel-Programms im Literaturhaus; Mutter von drei erwachsenen Kindern, Projektmanagerin bei der LAUBE in Hallein. Sie organisiert den Wohlfühlrahmen der Kinder während der Gespensternacht und tröstet, wenn es allzu gruselig wird oder die Eltern beim Einschlafen dann doch fehlen.

Gerard Es lebt als Schauspieler und Regisseur in Salzburg. Er spielte hier an der (ehemaligen) Elisabethbühne und im Toihaus, bevor er mit Reinhold Tritscher das Theater ecce gründete; zahlreiche Preise; Studium in den USA. Er arbeitet außerdem als Sprecher (ORF), Theater-Workshopleiter und Schauspiellehrer (Odeon Klagenfurt, SEAD) sowie in vielfältiger Form als Schauspieler und Regisseur in und mit verschiedenen Ensembles.

Reinhold Tritscher, Regisseur, Schauspieler, Leiter des Theaters ecce; jüngste Inszenierung: „Märchen von einem der auszog, das Gruseln zu lernen”.

Eintritt: E 25Veranstalter: Verein Literaturhaus

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Montag, 9. Februar 2009, 20 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

Louis Begley„Ehrensachen / Matters of Honor”Film, Lesung (engl./dt.) & Gespräch

Louis Begley gehört zu den großen amerikanischen Gegenwartsautoren. International bekannt wurde er mit Büchernwie “Wartime Lies” (1991; dt. „Lügen in Zeiten des Krieges”, 1994) – darin verarbeitet er autobiographisch seine Erlebnisse als Jude in Polen unter der Naziherrschaft – und “Schmidt” (1997; dt. “Schmidt”, 1997) – die Geschichte einer Lebenskrise und deren Überwindung durch die Liebe. Die mit Golden Globe und Oscar ausgezeichnete Kinoverfilmung „About Schmidt” (mit Jack Nicholson) wird vor der Lesung um 18 Uhr im Literaturhaus gezeigt.Mit seinem jüngsten Roman „Ehrensachen” (Suhrkamp Verlag, 2007, Übersetzung: Christa Krüger) schließt Begley eine Lücke über die Mitte seines Lebens – ein persönliches Buch über Harvard, Identität, Freundschaft und das Jüdischsein. Deutsche Lesung: Peter Arp. Moderation: Bettina Spoerri (NZZ).

Harvard, Anfang der 50er Jahre: Wo die Sprösslinge der Ostküstenelite ihre soziale Stellung einüben, zählen vor allem Stil, Prestige und die Einladungslisten der wichtigen Partys. Herkunft ist alles, doch Henry, ein rothaariger und obendrein schlecht angezogener Schlaks aus jüdischer Familie, hat nur Talent vorzuweisen, anders als seine Zimmergenossen Sam und Archie, die aus reichen Elternhäusern stammen. Der Außenseiter will seine Herkunft abschütteln und sich Zutritt zur mondänen Jeunesse dorée verschaffen, doch der Preis des amerikanischen Traums ist hoch und die Frau, die er liebt, scheint unerreichbar zu bleiben.

Louis Begley, geboren als Ludwig Beglejter am 6. Oktober 1933 in Stryj (damals Polen, heute Ukraine) als Sohn polnischer Juden. Entging dem Holocaust und siedelte 1947 in die USA über, wo er Jura und gemeinsam mit John Updike Englische Literatur in Harvard studierte. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, z.B. den PEN/Ernest Hemingway Foundation Award und den American Academy of Letters Award. Er schreibt regelmäßig für deutsche Zeitungen (z.B. FAZ) über aktuelle Ereignisse in den USA. Im Mai erscheint im Suhrkamp Verlag das neue Buch von Louis Begley: „Der Fall Dreyfus: Teufelsinsel, Guantánamo, Alptraum der Geschichte”.

Eintritt: E 10/8/6 Veranstalter: Verein Literaturhaus, StifterHaus – Linz 2009: Kulturhauptstadt Europas

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11. bis 13. Februar 2008, jeweils 20 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

Thomas Bernhard„Zum 20. Todestag”

Mittwoch, 11. Februar 2009, 20 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

Thomas Bernhard„Alle sterben, ich nicht.”Franz Froschauer liest aus Thomas Bernhards AutobiographieTeil 1: Kindheit auf dem Land

Zum 20. Todestag von Thomas Bernhard liest der Schauspieler Franz Froschauer an drei aufeinander folgenden Abenden aus dessen Autobiographie. Teil 1 beschäftigt sich mit Bernhards Kindheit auf dem Land. Einleitung: Manfred Mittermayer.

„Ich hatte immer Schwierigkeiten gemacht.” So beginnt die Beschreibung der frühesten Kindheitsjahre in Thomas Bernhards autobiographischem Band „Ein Kind” (1982).

Der erste von drei Abenden mit Ausschnitten aus Bernhards Autobiographie widmet sich diesen Anfangsjahren, der Zeit in Wien unter der Obhut der Großeltern, aber auch der Übersiedlung nach Seekirchen, wo sich auf dem Hippinghof das Leben im Salzburger Land für den kleinen Jungen als vorübergehendes „Paradies” erweist, und in die bayerische Kleinstadt Traunstein, von wo aus Bernhard seinen berühmten Ausflug mit dem Fahrrad ins nahe gelegene Salzburg unternimmt – die viel zitierte Episode über die Entstehung der literarischen Kunst aus dem Erlebnis einer zuvor erlebten Katastrophe.

Es ist die Zeit der engen Beziehung zum Großvater mütterlicherseits, zu Johannes Freumbichler. Es ist aber auch eine Kindheit ohne einen Vater, dem der Heranwachsende zwar immer wieder nachforscht, dessen Fehlen aber – neben der schwierigen Beziehung zur Mutter – diese vergleichsweise heiter in Erinnerung gerufene Lebenszeit überschattet.

Thomas Bernhard, geboren am 9. Februar 1931 in Heerlen bei Maastricht (Holland), gestorben am 12. Februar 1989 in Gmunden. Zählt zu den erfolgreichsten und umstrittensten Autoren Österreichs, sein Werk (Prosa, Lyrik, Drama) ist in mehr als 25 Sprachen übersetzt. Zahlreiche Preise, u.a. Österreichischr Staatspreis (1968) und Georg-Büchner-Preis (1970). Veröffentlichungen: „Frost” (1963), „Verstörung” (1967), „Das Kalkwerk” (1970), „Der Untergeher” (1983), „Holzfällen. Eine Erregung” (1984), „Auslöschung. Ein Zerfall” (1986) u.v.a.

Donnerstag, 12. Februar 2009, 20 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

Thomas Bernhard„Die Lern- und Studierzeit” Franz Froschauer liest aus Thomas Bernhards AutobiographieTeil 2: Schul- und Lehrjahre in Salzburg

Der zweite Lese-Abend des Schauspielers Franz Froschauer aus der Autobiographie Thomas Bernhards beschäftigt sich mit den Schul- und Lehrjahren in Salzburg. Einleitung: Matthias Part.

In seinem ersten autobiographischen Band „Die Ursache. Eine Andeutung” (1975) berichtet Bernhard von der in Salzburg durchlittenen Schulzeit, zunächst unter der Herrschaft des Nationalsozialismus, dann unter dem Zeichen des Katholizismus. Wir hören von der Angst vor dem Bombenkrieg, von den Stollen in den Stadtbergen, die von Zwangsarbeitern errichtet wurden, aber auch von den Zerstörungen in der Stadt – der eingestürzten Domkuppel, der geborstenen Schranne. Die „ganze Hilflosigkeit der plötzlich unmittelbar in den Krieg Hineingekommenen” habe er damals gesehen, so Bernhard, „den vollkommen ausgelieferten und gedemütigten Menschen”. Doch dann bricht er die Schule ab und geht in die Kaufmannslehre in die Scherzhauserfeldsiedlung, zu den Ausgegrenzten der Stadt, „in die entgegengesetzte Richtung”. Erstmals habe er sich als „nützlich” empfunden, als „geborgen”, schreibt er in „Der Keller. Eine Entziehung” (1976), es war, als wäre er endlich unterwegs zu sich selbst, „auf dem richtigen Weg” …

Franz Frosschauer, geboren 1958 in Vöcklabruck, Schauspielausbildung am Reinhardseminar in Wien und an der Bruckneruniversität Linz. Danach zahlreiche Engagements in Deutschland, u.a. am Münchner Residenztheater und ab 1991 freiberufliche Tätigkeit mit Gastengagements in Bonn, Hamburg und Linz. 1995 Leiter der Gmunder Festwochen, ab 1992 viele Chansonabende (Brel, Villon, Brecht etc.), ab 1998 auch Theaterregie. Zahlreiche TV-Rollen (in „Derrick”, „Tatort”, „Der Bulle von Tölz”, „Rosenheimcops” u.a.) und Kinofilme. Nestroypreis für Franzobels Stück „Hunt oder Der totale Februar”. Lebt mit Familie in Schwanenstadt/OÖ.

Freitag, 13. Februar 2009, 20 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

Thomas Bernhard„Weiteratmen”Franz Froschauer liest aus Thomas Bernhards AutobiographieTeil 3: Die Zeit der Krankheit

Am dritten und letzten Abend der Lesungen des Schauspielers Franz Froschauers aus der Autobiographie Thomas Bernhards wird die Zeit von Bernhards Krankheit literarisch thematisiert. Einleitung: Renate Langer.

Thomas Bernhards Autobiographie ist zu einem großen Teil die Geschichte einer lebensbedrohlichen Krankheit und ihrer Überwindung.

Nach einer verdrängten Erkältung und einer daraus folgenden nassen Rippenfellentzündung gerät der Heranwachsende im Salzburger Landeskrankenhaus an den Rand des Todes. In einer dramatischen Nacht im Sterbezimmer entschließt er sich zum Überleben: „Ich will nicht sterben, denke ich. Jetzt nicht.”

Doch zur selben Zeit stirbt der geliebte Großvater und lässt den Enkel allein zurück – ohne Schutz, aber auch in bislang ungewohnter Unabhängigkeit: „Zum erstenmal in meinem Leben war ich frei”, erinnert er sich in „Der Atem. Eine Entscheidung” (1978). Und er habe sich diese „totale Freiheit” fortan in einem „lebensrettenden Sinne nützlich gemacht”.

Zuvor aber muss er noch die Hölle der Lungenheilanstalt Grafenhof durchstehen: „Welche infame Scheußlichkeit hat sich der Schöpfer hier ausgedacht, war mein Gedanke gewesen, was für eine abstoßende Form von Menschenelend.” Durch die Ausübung von Musik, durch neue Freundschaften gelingt es dem Rekonvaleszenten, das Krankenhaus hinter sich zu lassen: „Ich weigerte mich und fuhr nicht mehr hin” – so endet der Band „Die Kälte. Eine Isolation” (1981).

Eintritt pro Abend: E 10/8/6Kombiticket für 3 Abende: E 25/20/15 Karten-Vorverkauf: Rupertus-Buchhandlung und Literaturhaus SalzburgAbendkassa (Restkarten): ab 19.15 UhrVeranstalter: Verein Literaturhaus

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Dienstag, 17. Februar 2009, 20 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

Norbert Niemann „Willkommen neue Träume” Nachbar.Literaturen

Asger Weidenfeldt, ein junger, erfolgreicher Fernsehjournalist in Berlin, der sein Leben allein auf die Arbeit konzentriert hat, spürt, dass er das wirkliche Leben der Menschen verpasst. Er legt eine Pause ein, fährt zurück in die Heimat, wo seine Mutter Clara, gealterte Diva des neuen deutschen Films, vom vergangenen Ruhm zehrt. Asgers Reise führt in Vergangenheit und Zukunft zugleich. Plötzlich steht vor ihm der Schulfreund Wenzel, Beamter, verheiratet, zwei Kinder. Hat Asger sich geirrt? Wäre hier ein glücklicheres Leben gewesen? Und auf der anderen Seite eine junge Generation, die längst ganz andere Träume träumt. Als Clara zur Rückkehr des verlorenen Sohns ein großes Fest organisiert, prallen die Generationen, Lebensentwürfe und Träume aufeinander.

Norbert Niemann spürt in seinem jüngsten Roman „Willkommen neue Träume” den Gefühlen und Wirklichkeiten unserer alltäglichen Existenz nach. „Es geht ja, wie selten sonst, um uns und unsere Fragen und Zweifel und vagen Antworten, auch wenn wir gar nicht im Chiemgau leben.” (Christoph Bartmann, Süddeutsche Zeitung)

Norbert Niemann, geboren 1961 in Niederbayern, studierte Germanistik, Musikwissenschaft und Geschichte, er lebt heute als freier Schriftsteller in Chieming am Chiemsee; zahlreiche Preise, u.a. 1997 Ingeborg-Bachmann-Preis, 1999 Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg; zuletzt erschienen die Romane „Schule der Gewalt” (2001) und „Willkommen neue Träume” (2008) im Hanser Verlag. www.norbert-niemann.de

Eintritt: E 6/5/4Veranstalter: Salzburger Literaturforum Leselampe

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Freitag, 20. Februar 2009, 19 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

„Die lange Nacht der Hörspiels” Die besten ORF-Hörspiele 2008

Bereits zum 16. Mal wird im Literaturhaus Salzburg – sowie in Wien, Innsbruck, Villach und Linz – eine Auswahl der besten ORF-Hörspiele des vergangenen Jahres in der „Langen Nacht des Hörspiels” präsentiert und das Hörspiel des Jahres 2007 vorgesellt. Aus 26 Produktionen des Jahres 2008 haben Ö1-Hörspielchef Peter Klein und Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann, der auch den Abend moderiert, vier Produktionen für Salzburg ausgesucht:

„Ich bin schon nicht mehr hier – zum 50. Todestag von Theodor Kramer” der Autorin Daniela Kletzke (57.44 Minuten, Regie: G. Fritsch) ist ein hochkarätig besetztes Doku-Hörspiel, das ohne jegliche Effekthascherei einen beeindruckenden Einblick in Leben und Werk des großen österreichischen Dichters gibt.

Der Südtiroler Autor und engagierte Umwelt-Aktivist Hans Haid setzt sich im Hörspiel „Mit Tränen füllt man keine Betten” (58.20 Minuten, Regie: N. Scholz) ebenso kritisch wie ironisch mit dem Massentourismus im Tiroler Ötztal auseinander. In teils recht surrealen Bildern wird das Leben in den Wintertourismus-Metropolen wie etwa Sölden durchstreift.

Eberhard Petschinka ist Österreichs erfolgreichster Hörspiel-Autor, im witzig-bösen Stück „Ostblockmädchen” (44.20 Minuten) von Emile Dèsastre führte er Regie. Sie heißen Zita & Zuza und kommen aus der Slowakei. In Wien suchen sie den sozialen Aufstieg: als Hostesse, Models, Film- oder Fernsehstars – zumindest aber wollen sie einen reichen Mann …

„Mein Körper ist ein Schlachtfeld” von Elodie Pascal (42.53 Minuten, Regie: E. Putz) ist ein wahrhaft „körperliches” Hörspiel. Der Körper ist Ausgangsort von Gesprächen und Reflexionen und zugleich Austragungsort innerer Schlachten. Interviews mit jungen Frauen werden zu einem gewaltigen akustischen Tattoo geformt, Wort- und Satzfetzen zur bestechenden Partitur.

Infos zu allen Hörspielen unter www.hoerspiele.co.at <http://www.hoerspiele.co.at> und http://oe1.orf.at/hoerspiel

Eintritt: freiVeranstalter: ORF, Verein Literaturhaus

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Montag, 23. Februar 2009, 20 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

Was machte eigentlich James Joyce am 16. Juni 1904?

Solchen und anderen Fragen aus den Wissensgebieten Literatur, Kunst, Wissenschaft, Film und Theater stellen sich Ratefüchse am Rosenmontag im Literaturhaus bei der ersten Wikipedia-Lesung – mit Denkanstößen und Quiz!

Gestaltet und moderiert wird diese unterhaltende Quiz-Premiere von Robert Presslaber, der Gustostückerl-Fragen aus dem weltweiten Internet ausgegraben hat. Das Publikum wird in Rateteams eingeteilt. Als Belohnung winken nicht nur Buchpreise, sondern Auflösungskurzlesungen aus der Fußnotenbank des enormen Non-Profit-Nach-Klick-Werks „Wikipedia”, dessen tausenden unentgeltlich arbeitenden AutorenInnen der Abend gewidmet ist. Aber auch „Stupidedia” und „Youtube” werden nicht zu kurz kommen … Natürlich gilt während des Quiz absolutes Handy-Verbot :-)PS: Der Titel der Veranstaltung „Hey Wiki-WiQui!” ist hawaiisch und bedeutet „sehr schnell”; zugleich ist dies die Abkürzung für „Wissensquiz” und eine Anspielung auf die Kinder-Popkultur der 1980er Jahre …

Robert Presslaber veranstaltet seit über zwei Jahren in Salzburg als „Quiz-Jockey” in der Bar „Weizzz” das sogenannte „Bar-Quizzz”, bei dem immer am Mittwoch abends bis zu 100 Ratefüchse schwierigen Wissensfragen stellen, die sie in Teams im geselligen Bar-Ambiente beraten. Auf der Suche nach Kulturstrandgut und Fragestellungen surft er ausdauernd durch die www-Weiten und fischt nach so manchem Schatz, der von vielen Besserwissern dort hinterlassen wurde.

Eintritt: freiVeranstalter: Verein Literaturhaus

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Mittwoch, 25. Februar 2009, 20 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

„Herzton”Schülerlesung mit Musik

Es ist im Literaturhaus zur Tradition geworden, dass am Aschermittwoch-Abend die alljährliche Veranstaltung mit der Rudolf Steiner-Schule am Programm steht.

Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren lesen eigene Texte, in denen sie ihre Welt in eine poetische Sprache gefasst haben und die gehört werden wollen. Diese Bereitschaft zur öffentlichen Präsentation persönlicher Lyrik ist bewundernswert und nicht gerade selbstverständlich. Die Themen der jungen Menschen sind groß, die Botschaften stark, traurig, heiter, leise, fordernd, mutig.

Vor mehreren Jahren bereits wurden ausgewählte Gedichte der Steiner-Schülerinnen und -Schüler in einer Anthologie mit dem Titel „Wortwahl” versammelt und von der Schule in Kooperation mit dem Verein Literaturhaus als Buch publiziert.

Die Lesungen werden – auch wie alljährlich – von kleinen, feinen musikalischen Darbietungen begleitet, kontrapunktiert, ergänzt.

Eintritt: freiVeranstalter: Verein Literaturhaus, Rudolf-Steiner-Schule

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Donnerstag, 26. Februar 2009, 20 UhrVeranstaltungsort: Literaturhaus Salzburg

Brigitte Schwens Herrant, Anton Thuswaldner„Überschätzt/Unterschätzt”Diskussionsabend

Wer Literaturkritik betreibt, hat anderes im Sinn, als einer Leserin, einem Leser Empfehlungen mit auf den Weg zu geben, wie er durch ein bequemes Leseleben kommt. Es geht um Analyse und Deutung, es geht um die genaue Beobachtung der Form und darum, zu erkunden, was diese leistet und unternimmt, die Welt zu beschreiben. Und es geht nicht zuletzt um den Mut zur Wertung und die Offenlegung der Kriterien dafür.

Brigitte Schwens-Harrant, Literaturchefin der Wochenzeitung „Die Furche”, ist eine Kritikerin, die es ernst meint mit ihrer Arbeit und die deshalb darüber ein Buch verfasst hat: „Literaturkritik. Eine Suche”. Im Gespräch mit ihr wird es um Formen und Funktionen, um Möglichkeiten, Zwänge und Chancen der Kritik heute gehen.

Wer täglich liest und sich seine Gedanken darüber macht, wie aus jedem Buch eine ganz und gar individuelle Welt entsteht, entwickelt seine eigenen Vorlieben und Abneigungen. Deshalb wird es an diesem weiteren Abend der Reihe Überschätzt/ Unterschätzt um Bücher und AutorInnen gehen, die zu Wegbegleitern der Kritikerin geworden sind, aber auch um solche, die sie nur als warnendes Beispiel missratener Literatur gelten lassen will.

Brigitte Schwens-Harrant ist Leiterin des Literatur-Ressorts der österreichischen Wochenzeitung „Die Furche” und freie Literaturkritikerin. Sie hat zahlreiche Vorträge, Seminare und Beiträge zur österreichischen und internationalen Gegenwartsliteratur verfasst.

Eintritt: E 6/4Veranstalter: prolit

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Freitag, 27. Februar 2009, 18:30 UhrVeranstaltungsort: Engel-Apotheke, Linzergasse 5

Salzburger AutorInnen Gift! – Neues aus den literarischen Giftküchen Salzburger Autor/Innen Lesungen

Salzburger Literaturschaffende präsentieren kurze Texte mit brisantem Inhalt, berauschend-toxischer Wirkung oder heilsamem Schrecken. Die Liste literarischer Giftstoffe ist lang, ebenso die Ahnenreihe der AutorInnen, die diese erfolgreich einsetzten. In der Engelapotheke, früher Linzer Gasse 7, wurde Georg Trakl mit heilsamen und gefährlichen Stoffen vertraut. Also ein durchaus sinniger Ort für die thematische Gruppenlesung Salzburger AutorInnen.

Eintritt: freiVeranstalter: Salzburger Autorengruppe

(Quelle: S24)

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