Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Mehrheit der Salzburger braucht Geld zum Glücklichsein

Für nicht einmal die Hälfte der Österreicher ist in Zukunft die persönliche Lebensqualität wichtiger als ein höherer Lebensstandard. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Zentrums für Zukunftsstudien der Fachhochschule Salzburg.

"Der Lebensstandard ist auch zukünftig die Basis für Lebensqualität, das kann man nicht voneinander trennen", resümierte Studien-Leiter Professor Reinhold Popp.

Viele Aspekte der Lebensqualität würden eben auch mit einem entsprechenden Einkommen, mit Kaufkraft und dem Besitz von Konsumgütern zusammenhängen - trotz anderslautender Berichte über esoterische und spirituelle Lebenseinstellungen in Lifestyle-Zeitschriften, wo es heiße, zum Glücklichsein brauche der Mensch kein Geld. Das treffe dann zu, wenn es wie in der Nachkriegszeit oder in der Dritten Welt einem Großteil der Menschen finanziell schlecht gehe.

"Die Leute sind realistisch. Sie wollen nicht superreich werden, aber ein entsprechendes Einkommen ist wichtig, um sich die Lebensqualität finanzieren zu können. Ein schöner Urlaub ohne Geld geht nicht. Die Erholungsphasen sind ja auch ein Beitrag dazu, dass wir immer älter werden", erklärte der Professor. Die reichen Länder hätten im Prinzip höhere Glückswerte als die armen.

Im Bundesländervergleich nimmt die zukünftige persönliche Lebensqualität allerdings in Tirol (71 Prozent), Salzburg (57 Prozent) und Niederösterreich (52 Prozent) eine überdurchschnittlich große Bedeutung ein, wie aus der Studie hervorgeht. Das gleiche gilt auch für knapp die Hälfte der Erwachsenen ab einem Alter von 55 Jahren (49,4 Prozent). Die mittlere Altersgruppe (35 bis 54 Jahre) liegt mit 43,4 Prozent im österreichischen Durchschnitt. Von den 15- bis 34-Jährigen setzen nur 40,3 Prozent auf eine höhere Lebensqualität.

Bei dem österreichweiten Durchschnittswert von 44,4 Prozent bestünden keine nennenswerten Unterschiede zwischen Frauen (44,1) und Männern (44,7), sagte Popp. Wien liegt mit 44 Prozent im Schnitt, den letzten Platz nimmt das Burgenland ein, wo nur für 30 Prozent der Befragten in Zukunft die persönliche Lebensqualität wichtiger ist als ein höherer Lebensstandard.

"Aus wissenschaftlicher Sicht deutet also nichts darauf hin, dass sich Menschen heute und in Zukunft zwischen Lebensstandard und Lebensqualität entscheiden müssten", erklärte Popp. Für die Studie wurden insgesamt 1.000 Personen ab 14 Jahren in Österreich repräsentativ befragt. Diese Untersuchung wurde in Kooperation mit der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen durchgeführt. (APA)
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 23.08.2019 um 03:25 auf https://www.salzburg24.at/archiv/mehrheit-der-salzburger-braucht-geld-zum-gluecklichsein-59177269

Kommentare

Mehr zum Thema