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Merkel sprach Athen bei ihrem Besuch Mut zu

Die deutsche Kanzlerin Merkel hat Griechenland zur Fortsetzung seines schmerzhaften Reformkurses ermuntert. Angesichts der Veränderungen im Land glaube sie, dass Griechenland "mehr Möglichkeiten offen stehen, als sich Schwierigkeiten ergeben werden". Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras sicherte zu: Seine Regierung werde sich weiter um mehr Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft bemühen.

Bei ihrem Athen-Besuch mitten in der Schuldenkrise im Oktober 2012 war Merkel wegen ihres harten Sparkurses von vielen Griechen persönlich für die schlechteren Lebensbedingungen verantwortlich gemacht worden. Ausschreitungen wie damals wurden nun nicht erwartet.

Dennoch traf die Polizei in Athen starke Sicherheitsvorkehrungen. Die Polizei hatte Demonstrationen im Regierungsviertel verboten. Linke Organisationen und die größte Oppositionspartei Bündnis der radikalen Linken wollten am Nachmittag außerhalb der Sperrzone demonstrieren.

Merkel sagte, sie "glaube ganz fest, dass nach einer sehr, sehr schwierigen Phase, die in Griechenland natürlich auch noch durchaus anhält für viele Menschen, in diesem Land unglaublich vieles an Möglichkeiten steckt, was noch gar nicht voll erfasst ist". Gerade in den für Griechenland klassischen starken Wirtschaftsbereichen Tourismus und Landwirtschaft stecke viel Potenzial.

Merkel plädierte dafür, neue Methoden auszuprobieren und etwa über Möglichkeiten zur Verlängerung der Tourismussaison nachzudenken. Großes Potenzial liege auch im Internetbereich.

Schwierig sei nach wie vor die Kreditklemme für griechische Unternehmen. Hier kündigte die Kanzlerin an, Deutschland werde seinen Beitrag für die geplante Förderbank leisten. Im Gespräch ist eine Unterstützung von 100 Millionen Euro als deutsche Kreditlinie.

Samaras sagte, die Zeit, in der sich sein Land "auf große Unternehmen oder den Staat stützte, ist vorbei". Seine Regierung arbeite gezielt am Aufbau eines wirtschaftsfreundlichen Umfelds und neuer Technologien. "Die Griechen haben den unternehmerischen Geist. Wenn sie es wagen, kann es zum Ziel führen."

Merkel erinnerte bei einem Treffen mit jungen Unternehmern gemeinsam mit Samaras an ihre Herkunft aus Ostdeutschland. Auch nach der deutschen Wiedervereinigung habe es für viele Menschen eine schwierige Phase gegeben. Sie sei aber sicher: "Die Chancen und die Möglichkeiten überwiegen. Und ich bin ganz sicher, das wird auch in Griechenland so sein, trotz der schweren Wegstrecke."

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 27.02.2021 um 02:37 auf https://www.salzburg24.at/archiv/merkel-sprach-athen-bei-ihrem-besuch-mut-zu-45076414

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