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Michael Haneke und der Weg zum mehrfachen Award-Gewinner

Michel Haneke ist bei den 85. Oscars fünf Mal nominiert DPA
Michel Haneke ist bei den 85. Oscars fünf Mal nominiert

Michael Haneke hat es von Wiener Neustadt auf die internationalen Filmfestivals geschafft. Sein Film "Amour" räumt derzeit zahlreiche Preise ab, bei den 85. Oscars hat er sogar Chancen auf fünf Awards.

Michael Haneke ist der Sohn von des deutschen Regisseurs und Schauspielers Fritz Haneke und der österreichischen Burgschauspielerin Beatrix Degenschild. Aufgewachsen ist Haneke, mit nur wenig Kontakt zum berühmten Vater, in Wiener Neustadt. Oft thematisiert wird die Verwandschaft mit Christoph Waltz. Michael Haneke und Waltz haben denselben Stiefvater und sind damit weit entfernt "verwandt".

Komponist Alexander Steinbrecher war mit Hanekes Mutter verheiratet. Nach dem Tod von Beatrix Degenschild mit der Mutter von Christoph Waltz, Elisabeth Urbancic, liiert.

Hanekes Weg zum erfolgreichen Regisseur

Haneke wollte eigentlich Schauspieler werden und brach dafür mit 17 Jahren die Schule ab. Bei der Aufnahmeprüfung am Wiener Max-Reinhardt-Seminar fiel er aber durch und ging zurück an die Schule, wo er die Matura absolvierte. Danach studierte er an der Universität Wien Philisophie, Psychologie und Theaterwissenschaften. Das Studium schloss er aber nie ab, sondern ging nach Deutschland. Dort arbeitete er als Fensehdramaturg. In Deutschland entstand auch sein unverfilmtes Drehbuch "Wochenende".

In den 70ger Jahren inszenierte Haneke zahlreichen Bühnenstücken, darunter in Baden-Baden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, München sowie am Wiener Burgtheater. 1973 realisierte er mit "...und was kommt danach?" seinen ersten Fernsehfilm, auf den in den kommenden Jahren weitere, zum Teil Aufsehen erregende TV-Produktionen wie "Sperrmüll" (1976), "Lemminge" (1979) Fraulein" (1985), "Nachruf für einen Mörder" (1991) und die Kafka-Adaption "Das Schloss" (1997) folgten. 1989 gab Haneke mit "Der Siebente Kontinent" sein Debüt als Kinoregisseur. Es folgten zahlreiche erfolgreiche Produktionen. Darunter "Benny's Video" (1992), darin verfilmte er einen Jugendlichen, der seine Freundin ermordet und "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" (1994), der den Amoklauf eines Studenten zeigt.

Michael Haneke bei den 85. Oscars nominiert

Michael Haneke ist für seine eher schwerfälligen und depremierenden Filme bekannt. Mit "Die Klavierspielerin" (2000) verfilmte er das Buch von Elfriede Jelinek, womit ihm der internationale Durchbruch gelang. Das kraftvolle Drama mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle erhielt unteranderem "Großen Preis der Jury" bei den Filmfestspielen in Cannes. Einen weiteren Erfolg feierte Haneke mit dem Film "Caché" (2005). 2008 inszenierte er mit "Funny Games U.S." den ersten Film mit internationaler Besetzung. Darin wirkten unter andere, die erfolgreichen Schauspieler Naomi Watts und Tim Roth mit.

"Da weiße Band - Eine deutsche Kinogeschichte" (2009) erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Goldene Palme, CineMerit Award und insgesamt zehn Auszeichnungen beim Deutschen Filmpreis. Mit dem Film erhielt Haneke auch seine ersten zwei Oscar- und Golden Globe Nominierungen. Nun erhält der Regisseur, der in der Nähe von Wien lebt, fünf Möglichkeiten einen der begehrtesten Filmpreise der Welt mit nach Hause zu nehmen. Am Sonntag, den 24. Februar werden zum 85. Mal die Oscars vergeben.
(NTA)

Aufgerufen am 18.04.2019 um 03:22 auf https://www.salzburg24.at/archiv/michael-haneke-und-der-weg-zum-mehrfachen-award-gewinner-42588511

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