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Mitarbeiter eines Erotik-Hotline-Kataloges von Betrug freigesprochen

Salzburg – Ein 43-jähriger Deutscher soll in Seeham mit Mehrwertnummern nur heiße Luft verkauft haben. Der Schaden beläuft sich laut Staatsanwaltschaft auf 700.000 Euro. Der Freispruch ist nicht rechtskräftig.

Hat ein 43-jähriger deutscher Staatsbürger mit der Bewerbung eines Erotik-Hotline-Kataloges nur heiße Luft verkauft, um an den Handy-Mehrwertnummern zu verdienen? Mit diesem Vorwurf des schweren gewerbsmäßigen Betruges beschäftigte sich heute, Freitag, am Nachmittag ein Salzburger Schöffengericht (Vorsitz: Richterin Lisa Bauer). Die Staatsanwaltschaft ortete einen Schaden von 700.000 Euro. Der gelernte “Gemüseanbauer” bekannte sich aber nicht schuldig und wurde nicht rechtskräftig freigesprochen.

 

Der verheiratete Vater von zwei Kindern war laut Strafantrag von August 2003 bis Mai 2004 von seinem ehemaligen Wohnsitz im Flachgau aus für die Herausgabe von 5.000 Katalogen einer deutschen “Medienagentur” zu einem Verkaufspreis von 85 bis 105 Euro pro Stück verantwortlich. Dafür soll der einschlägig vorbestrafte Angestellte laut Staatsanwältin Susanne Milleder aus dem Internet Fotos von Frauen “mit erotischem und sexuellem Bezug” heruntergeladen haben. Diese waren aber nicht mit den Damen ident, die sich dann unter der angeführten Handynummer meldeten, und seien zu sexuellen Kontakten gar nicht bereit gewesen.

Anhand der Kataloge, Zeitungsinserate und einer Internet-Kontakt-Seite “gaukelte er sexuelle Kontakte nur vor. Ziel war nicht das Treffen mit den Telefonistinnen, sondern der Verkauf des Gesprächs”, so die Staatsanwältin. Immerhin wurde mit den Mehrwertnummern (2,14 Euro pro Minute) ein Umsatz von 238.000 Euro erzielt, der Gesamterlös aus dem Katalogverkauf betrug 475.000 Euro.

Der 43-Jährige räumte zwar ein, dass es keine Originalfotos waren, “das stand aber im Impressum in den allgemeinen Geschäftsbedingungen”. Es sei den 15 Telefonistinnen frei gestanden, ob es zu einem Treffen mit dem Anrufern kommt oder nicht. Dass die Frauen ihre Gespräche in die Länge ziehen sollten, das habe er nicht befohlen. “Kein Kunde hat sich beschwert.” Die Verteidigerin räumte ein, dass keine Personen geschädigt worden seien. “Verkauft wurde ja nur die Kontakthoffnung. Die Anrufer wurden über die Gesprächs- und Katalogkosten informiert. Deshalb liegt keine Täuschung vor.”

Der Freispruch erfolgte im Wesentlichen deshalb, weil acht Telefonistinnen im Vorverfahren sexuelle Kontakte zugegeben haben. Zudem hätten die Bürodamen bei der Aufnahme der Katalogbestellungen darauf hingewiesen, dass es sich nur um Symbolfotos handelte, führte die Vorsitzende aus. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab, deshalb ist das Urteil nicht rechtskräftig.

 

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 07.05.2021 um 08:53 auf https://www.salzburg24.at/archiv/mitarbeiter-eines-erotik-hotline-kataloges-von-betrug-freigesprochen-59616829

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