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Mobilität in Salzburg ist klimafreundlicher geworden

Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass der verstärkte Umstieg vom Auto auf das Fahrrad und auf öffentliche Verkehrsmittel eine sehr positive Wirkung auf die Umwelt- und Energiebilanz hat. Bilderbox
Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass der verstärkte Umstieg vom Auto auf das Fahrrad und auf öffentliche Verkehrsmittel eine sehr positive Wirkung auf die Umwelt- und Energiebilanz hat.

Die Salzburger sind zunehmend klimafreundlich mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, zeigt eine aktuelle Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

Eine aktuelle Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) weist darauf hin, dass Salzburg dabei auf dem richtigen Weg ist. Die Salzburgerinnen und Salzburger sind zunehmend klimafreundlich mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Der VCÖ, der ÖBB-Postbus und Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer gaben am Mittwoch den Startschuss für den VCÖ-Mobilitätspreis Salzburg. Gesucht sind vorbildhafte Projekte für eine klimafreundliche Mobilität und einen effizienten Gütertransport.

VCÖ-Mobilitätspreis Salzburg ausgeschrieben

"Neue Denkmodelle sind gefragt, um Mobilität und damit Wohlstand in Salzburg sicherzustellen. Im Bereich des Straßenbaus rückt die Prämisse 'Knappe Ressourcen so effizient wie möglich einsetzen' immer mehr in den Mittelpunkt. Nicht nur die budgetären Engpässe, auch der Wunsch nach einem sparsamen Umgang mit der Umwelt, mit Grund und Boden, macht die Prüfung von Alternativkonzepten erforderlich. Das ist auch ein Ergebnis der politischen Schwerpunktsetzung, die es fortzusetzen gilt. Das Land Salzburg gibt für den Öffentlichen Verkehr bereits jetzt mehr aus als für den Neubau von Straßen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Trendumkehr hin zum Öffentlichen Verkehr bereits im Gange ist", erklärte Verkehrsreferent Haslauer.

"Wir gaben 2012 und geben auch 2013 für den Öffentlichen Verkehr in Salzburg rund  39 Millionen Euro aus. Dazu gehören insbesondere die Verkehrsdienste (Bestellungen von Leistungen) mit rund 22 Millionen Euro und die Infrastruktur für den Öffentlichen Verkehr mit rund 13 Millionen Euro. In den Ausbau der Radwege werden jährlich rund 4,5 Millionen Euro investiert, wohingegen in den Straßenneubau rund 24 Millionen Euro fließen", bilanzierte der Verkehrsreferent.

CO2-Emissionen gesunken

Der VCÖ hat untersucht, wie sich die Mobilität in Salzburg seit dem Jahr 2000 entwickelt hat. Zwischen den Jahren 2000 und 2006 sind die mit privaten Pkw zurückgelegten Kilometer von rund 2,55 auf 3,36 Milliarden Kilometer gestiegen. Danach sind die mit dem Auto gefahrenen Kilometer trotz Bevölkerungszuwachs wieder gesunken. Im Vorjahr wurden nach Berechnungen des VCÖ rund 3,15 Milliarden Kilometer mit dem privaten Pkw zurückgelegt.

Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass der verstärkte Umstieg vom Auto auf das Fahrrad und auf öffentliche Verkehrsmittel eine sehr positive Wirkung auf die Umwelt- und Energiebilanz hat. So sind die CO2-Emissionen des Verkehrs in Salzburg seit dem Jahr 2005 von 1,78 auf 1,54 Millionen Tonnen gesunken. Der Energieverbrauch des Verkehrs ist im gleichen Zeitraum von 24.606 auf rund 22.600 Terrajoule zurückgegangen. Der Verkehr wird damit vom Erdöl unabhängiger. "Die Abhängigkeit des Verkehrs vom Erdöl zu verringern, ist eine der zentralen Aufgaben der heutigen Zeit. Beim Radfahren setzen wir unsere eigene Muskelkraft ein. Bei der Bahn und beim Salzburger O-Bus kann der Strom genutzt werden, der aus der heimischen Wasserkraft oder von Wind und Sonne kommt. Damit wird der Verkehr unabhängig von den Preisschwankungen des Erdöls am Weltmarkt", betonte VCÖ-Geschäftsführer Dr. Willi Nowak.

Verkehrssicherheit gestiegen

Weiteres Ergebnis der VCÖ-Untersuchung: Die Verkehrssicherheit ist in Salzburg gestiegen. Die meisten Verkehrstoten gab es in den vergangenen zwölf Jahren im Jahr 2004, als 81 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen. Die niedrigste Anzahl an tödlich Verunglückten weist die Unfallstatistik für das Jahr 2010 mit 41 aus, im Vorjahr waren nach vorläufigen Daten 48 Todesopfer zu beklagen. Die höchste Anzahl an Verletzten gab es im Jahr 2007 mit 4.190, im Vorjahr wurden rund 3.700 Personen bei Verkehrsunfällen verletzt.

Projekte für ökologisch verträgliche Mobilität gesucht

Der VCÖ-Mobilitätspreis Salzburg ist heuer dem Thema "Mobilität und Transport 2025+" gewidmet. Gesucht sind vorbildhafte Projekte, die schon heute zeigen, wie die ökologisch verträgliche Mobilität der Zukunft aussehen kann. Das Themenspektrum reicht vom Öffentlichen Verkehr über Gehen und Radfahren bis zur Elektro-Mobilität. Gesucht sind unter anderem Unternehmen, die ihren Beschäftigten das Öffi-Jobticket zur Verfügung stellen, das heuer in Österreich neu eingeführt wurde. Auch Infrastrukturprojekte für klimafreundliche Mobilität und Maßnahmen für eine verkehrssparende Raumordnung oder Wohnprojekte, die optimal an die Bahn angebunden sind und weniger Pkw-Stellplätze brauchen, können beim VCÖ-Mobilitätspreis eingereicht werden.

Beim VCÖ-Mobilitätspreis Salzburg können Betriebe und Unternehmen, Gemeinden und Städte, Fachhochschulen, Schulen, Universitäten, Organisationen und Vereine teilnehmen. Privatpersonen, können mit Projektideen mitmachen. Der VCÖ-Mobilitätspreis Salzburg wird in Kooperation mit dem Land Salzburg und dem ÖBB-Postbus durchgeführt und wird auch vom Verkehrsverbund Salzburg unterstützt.

Auch zum Thema Gütertransport erwartet sich der VCÖ viele Einreichungen aus Salzburg. So können Betriebe, die durch betriebliche Gleisanschlüsse den Transport von der Straße auf die Schiene verlagert haben, einreichen, ebenso Unternehmen, die ihre Logistik verbessert haben und damit Lkw-Fahrten vermeiden. Auch raumordnungspolitische Maßnahmen oder Bewusstseinskampagnen können eingereicht werden.

Die Einreichfrist endet am 30. Juni. Eine Fachjury bewertet die Projekte, im September wird das beste Projekt Salzburgs vom VCÖ, Land Salzburg und ÖBB-Postbus ausgezeichnet. Die eingereichten Projekte haben die Chance, auch als bestes Projekt Österreichs von Verkehrsministerin Doris Bures und Umweltminister Nikolaus Berlakovich prämiert zu werden.

Aufgerufen am 23.04.2019 um 09:19 auf https://www.salzburg24.at/archiv/mobilitaet-in-salzburg-ist-klimafreundlicher-geworden-42678472

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