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Mordprozess gegen "falschen Rockefeller" begonnen

Christian G. nannte sich "Clark Rockefeller" Salzburg24
Christian G. nannte sich "Clark Rockefeller"

Mit der Auswahl der Geschworenen hat am Montag in Los Angeles der Mordprozess gegen einen als "falscher Rockefeller" bekannt gewordenen Deutschen begonnen.

Der 52-jährige Christian G. soll 1985 in San Marino, einem Vorort von Los Angeles, den 26-Jährigen Sohn seiner Vermieterin ermordet haben. Im vergangenen Jahr hatte der ursprünglich aus Bayern stammende Angeklagte auf nicht schuldig plädiert.

Bizarre Lebensgeschichte

G. sei zum Prozessauftakt im Sitzungssaal gewesen, sagte Gerichtssprecher David Marquez. Der Richter, die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung überprüfen etwa 90 Jury-Kandidaten. Die zwölf Geschworenen sollen den Angaben zufolge bis Freitag feststehen. Die Eröffnungsplädoyers könnten dann am kommenden Montag oder Dienstag gehalten werden.

Leiche erst nach neun Jahren entdeckt

Der Mordfall ist die jüngste Wendung in der bizarren Lebensgeschichte von G., der Ende der 1970er-Jahre als Schüler aus dem Chiemgau in die USA gekommen war und Karriere in Hollywood machen wollte. Laut Anklage soll G. im Februar 1985 in einem wohlhabenden Vorort von Los Angeles den 26-jährigen Sohn seiner Vermieterin ermordet haben. Als die sterblichen Überreste von John Sohus 1994 bei Bauarbeiten an einem Swimmingpool entdeckt wurden, lebte G. bereits als Rockefeller in New York.

Die Ermittler verdächtigen den Deutschen auch, für das Verschwinden von Sohus' Ehefrau verantwortlich zu sein, deren Leiche nie gefunden wurde. Angeklagt wurde G. aber nur wegen des Mordes an dem Ehemann, im vergangenen Jahr plädierte er auf nicht schuldig. Der Lokalzeitung "Pasadena Star-News" zufolge will die Verteidigung argumentieren, dass Sohus' Frau den Mord begangen habe.

Der Name "Rockefeller" öffnete Türen

G. benutzte nach seiner Einreise in die USA eine Reihe gefälschter Namen. Mit der Fantasie-Geschichte über die Zugehörigkeit zum legendären Rockefeller-Clan gewann er das Herz einer wohlhabenden Unternehmensberaterin in New York, die er 1995 heiratete. Nach der Scheidung und einem Sorgerechtsstreit entführte G. die gemeinsame Tochter und wurde dafür 2009 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der Prozess im Bundesstaat Massachusetts brachte die vielen falschen Identitäten des Deutschen ans Licht - und rief die Ermittler in Los Angeles auf den Plan. (APA)

(Quelle: S24)

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