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Neu: Mopedsimulator in Salzburg

Salzburg – Mopedlenker sind dem zehnfachen Unfallrisiko gegenüber Pkw-Lenkern ausgesetzt. Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) und ARBÖ bieten jugendlichen Mopedfahrern ein Verkehrssicherheitsprojekt mit Gruppen­gespräch und Mopedsimulator.  Video 

KfV, ARBÖ und Polizei fordern ein Mehrphasenausbildungs-Modell für Mopeds.

2007 haben die Unfälle von 15-jährigen Mopedlenkern - als Folge der gesetzlichen Lockerungen im Jahr 2002 - einen absoluten Höchststand erreicht: 15-jährige Mopedlenker waren österreichweit in 1.577 Unfälle verwickelt, 1.495 15-jährige Mopedlenker wurden verletzt und sieben getötet. Mittlerweile machen Unfälle von 15-jährigen Mopedlenkern bereits 30 Prozent aller Mopedunfälle aus. In keinem anderen Bereich der Verkehrssicherheit macht sich die Rücknahme gesetzlicher Bestimmungen dramatischer bemerkbar.

Die Zahl der Unfälle mit Mopeds ist von 2006 auf 2007 im Bundesland Salzburg im Österreichvergleich am stärksten gestiegen: Ein Drittel mehr Unfälle bedeuten 506 verletzte Mopednutzer im Jahr 2007. Dieser Anstieg ist vor allem auf die Unfallzunahme bei 15-jährigen Mopedfahrern zurückzuführen (Steigerung von über 50 %). Die Zahlen der ersten sieben Monate 2008 zeigen eine Verbesserung (12 % weniger Unfälle bei Moped allgemein und bei Moped 15). Rainer Kolator, Leiter des KfV Salzburg: „Wir bemühen wir uns laufend um eine Verbesserung in der Ausbildung. Wichtig ist vor allem, das Risikobewusstsein der jungen Leute zu schärfen. Genau dazu ist die Aktion mit dem neue Mopedsimulator geeignet“.

Der neue Mopedsimulator, gemeinsam von KfV und ARBÖ-Salzburg angeschafft, soll helfen, die Unfallzahlen bei jugendlichen Mopedlenkern zu senken. Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Schulstufe können künftig im Rahmen des Projektes „Sicher unterwegs mit Mopedsimulator“ an einem neuen Moped- und Motorradsimulator üben. „Das ist wertvolles ‚Trockentraining’ zur besseren Gefahrenerkennung und damit ein Beitrag zur Verhinderung von Unfällen“, sagt Dir. Dietmar Doloscheski vom ARBÖ Salzburg, der gemeinsam mit Fachleuten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit und der Polizei das neue Gerät in der HTL Salzburg vorstellt. Mithilfe des Simulators kann das eigene Fahrverhalten analysiert, potentielle Gefahrensituationen erkannt und das richtige Verhalten trainiert werden. Der Simulator bietet verschiedene Fahrmöglichkeiten (Stadt, Nacht, Nebel, etc.) und umfasst alle Bedienungselemente eines Mopeds (wahlweise Automatik oder manuelle Schaltung) mit wirklichkeitsnahen Bildern. Auf einem Bildschirm werden Tachometer und Rückspiegel eingeblendet und die Graphik vermittelt ein realistisches Fahrgefühl. Gefahrensituationen können wiederholt und aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt werden.

Schulen mit Schülern der neunten und zehnten Schulstufe im Bundesland Salzburg werden über diese Aktion informiert und eingeladen, daran kostenlos teilzunehmen. Auch in Jugendzentren wollen wir die Jugendlichen erreichen. Dieses Projekt des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) und des ARBÖ Salzburg bietet für jugendliche Mopedfahrer ein zweistündiges Gruppengespräch mit einer Verkehrspsychologin und die Möglichkeit, den Mopedsimulator zu testen (inkl. Verbesserungsvorschläge zur Fahrweise). Ziel des Projektes ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit dem Fahrzeug und das Vermeiden von riskanten Fahrmanövern. Dipl.-Päd. Georg Hansel, Sicherheitsbeauftragter der HTL Salzburg: „Je besser die Ausbildung, desto größer die Sicherheit. Dieses Projekt lässt sich in Schulen gut in das Unterrichtsprinzip Verkehrserziehung einbauen und stellt für unsere Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Beitrag zur Sicherheitserziehung dar.“

Bei der Polizei kämpft man gegen die hohen Unfallzahlen mit Sicherheitsschulungen und Kontrollen getunter Mopeds. „Zwölf Prozent der kontrollierten Mopeds im ersten Halbjahr 2008 waren nicht verkehrssicher. Im Vorjahr waren es noch 16 Prozent der 2.143 kontrollierten Mopeds“, so Major Günter Reiner von der Polizei. „Viele Jugendliche haben mit 15 Jahren noch nicht die Reife, um als Mopedlenker am Straßenverkehr teilzunehmen, auch die Ausbildung ist unzureichend“, ergänzt Günter Reiner. „Wir beobachten, dass es einen enormen Entwicklungssprung zwischen einem 15- und einem 16-jährigen Mopedlenker gibt. Ein 15-Jähriger ist einem rund drei Mal größeren Unfallrisiko ausgesetzt als ein 16-Jähriger“, sagt Rainer Kolator vom KfV. Der gemeinsame Vorschlag von KfV, ARBÖ und ÖAMTC für eine Mehrphasenausbildung bei den 15-jährigen Mopedlenkern liegt dem Verkehrsministerium vor. „Wir sehen, wie erfolgreich die Mehrphase für Pkw-Fahranfänger ist. Daher sollten wir endlich beginnen, diese Erfolgsstory auch bei 15-Jährigen Mopedlenkern umzusetzen“, fordert Dietmar Doloscheski. „Wenn wir ihnen dieses Maß an mobiler Freiheit weiter zugestehen wollen, müssen wir dafür sorgen, dass sie bestmöglich auf die damit verbundenen Gefahren vorbereitet sind.“

(Quelle: S24)

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