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Neue Giftgasvorwürfe gegen syrische Armee

Die syrischen Regierungstruppen sollen im Kampf gegen die Rebellen erneut chemische Kampfstoffe eingesetzt haben. Das berichteten Oppositionsmedien am Montag unter Berufung auf Ärzte in der Kleinstadt Adra bei Damaskus. Den Angaben zufolge starben vier Kämpfer der Brigade "Armee des Islam". 20 weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es.

Die Regierungstruppen sollen das Giftgas in einen Tunnel eingeleitet haben, in dem sich die Rebellen verschanzt hatten. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite gab es für den Vorfall zunächst nicht.

Präsident Bashar al-Assad hatte im vergangenen September der Vernichtung aller syrischen Chemiewaffen zugestimmt, nachdem ein Team der Vereinten Nationen den Einsatz von Giftgas im Umland von Damaskus nachgewiesen hatte. Bisher wurde allerdings nur ein kleiner Teil der chemischen Kampfstoffe zerstört sowie alle Produktionsstätten für Giftgas.

Die Kontrollbehörde für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) wird sich ab Dienstag mit der ins Stocken geratenen Vernichtung des syrischen Waffen-Arsenals befassen. Der Exekutivrat der OPCW, der bis Freitag in Den Haag zusammenkommt, soll über eine neue Frist beraten, bis zu der Syrien seine gefährlichsten Kampfstoffe außer Landes schaffen muss.

Die ursprünglich vom UNO-Sicherheitsrat bis 5. Februar gesetzte Frist hatte das Land nicht eingehalten. "Die Vernichtung des Chemiewaffen-Programms der Syrischen Arabischen Republik ist an einem entscheidenden Punkt angelangt", warnte die OPCW in ihrem Bericht an den UNO-Sicherheitsrat in der vergangenen Woche. Syrien wurde darin dringend ermahnt, seine Bemühungen "zu intensivieren und zu beschleunigen". Nach dem vom Weltsicherheitsrat verabschiedeten Plan sollen alle schätzungsweise 1.300 Tonnen chemischen Waffen Syriens bis zum 30. Juni 2014 vernichtet sein.

UNO-Generalsekretär Ban hat sich unterdessen für eine dritte Gesprächsrunde zwischen den syrischen Konfliktparteien ausgesprochen. "Die einzige Lösung zur Beendigung des Konflikts ist durch Verhandlungen", sagte Ban am Montag in Genf. Die UNO sei entschlossen, die syrische Regierung und die Opposition "baldmöglichst" wieder an den Verhandlungstisch in Genf zu bringen.

(Quelle: S24)

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