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Neue Sonderausstellung im Haus der Natur eröffnet

Die Sonderausstellung "Paradiesvögel - gefiederte Top-Models und göttliche Verführer" wurde am Dienstagabend eröffnet und ist von 23.Mai bis 11. November 2012 im Haus der Natur zu sehen.

Haben Sie schon einmal das wunderbare Schauspiel balzender Paradiesvögel beobachtet? Sie plustern ihre Schmuckfederbüschel zu einem prächtigen Fächer auf, verbeugen sich, tanzen im Kreis, zucken mit den Flügeln, strecken und beugen rhythmisch ihre Beine - begleiten ihr aufsehenerregendes Werben mit Federrascheln, Klicken oder auffälligen Gesängen.

Sonderausstellung im Haus der Natur zeigt Artenvielfalt auf

Die Sonderausstellung "Paradiesvögel - gefiederte Top-Models und göttliche Verführer" lässt diese Faszination lebendig werden und begleitet auf einen Streifzug durch die Natur- und Kulturgeschichte dieser ungewöhnlichen Tiere. Die Ausstellung ist ab Mittwoch, 23. Mai, bis 11. November 2012 im Haus der Natur in Salzburg zu sehen. "In beeindruckender Art und Weise zeigt die Sonderausstellung die Welt der Paradiesvögel", betonte Nationalparkreferentin Landesrätin Tina Widmann am Dienstagabend bei der Eröffnung der Ausstellung und verwies auf die langjährige Kooperation zwischen dem Haus der Natur und dem Nationalpark Hohe Tauern. "Bereits seit der Gründung des Nationalparks besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Nationalpark und dem Haus der Natur. Das Nationalparkzentrum Mittersill, zahlreiche Ausstellungen, Informationsstellen, Lehrwege, Publikationen und eine umfassende Datenbank zur Fauna und Flora der Hohen Tauern sind sichtbare Ergebnisse dieser Kooperation, von der beide Einrichtungen profitieren. Das Haus der Natur stellt wissenschaftliches Knowhow zur Verfügung, der Nationalpark und sein Management sind Voraussetzung, dass sich Forschung und Umweltbildung qualitativ hochwertig entfalten können. Haus der Natur und Nationalpark sind Leitbetriebe für die Erhaltung des Naturerbes und die Umweltbildung", so Widmann.

Winding: Wunder der Natur zugänglich machen

"Die Ausstellung zeigt eine außergewöhnliche Tiergruppe, die sowohl aufgrund ihrer Schönheit als auch ihres außergewöhnlichen Verhaltens als Wunder der Natur bezeichnet werden kann", betonte Direktor Norbert Winding. "Dieses Naturwunder machen wir möglichst vielen Menschen zugänglich. Paradiesvögel haben in vielerlei Hinsicht Bedeutung erlangt: So sind ihr Balzverhalten und bizarres Aussehen als Beispiele für sexuelle Selektion ein wichtiges Thema in der Evolutionsbiologie."

Seltene Einblicke in das wunderbare Schauspiel der Balz

Lebensnah gestaltete Dschungelszenarien sowie beeindruckende Film- und Fotodokumente vermitteln bei der Ausstellung einen Eindruck von der Vielgestaltigkeit und Pracht der Paradiesvögel. In der Galerie der Schönheiten werden einige Arten näher vorgestellt, die Besucherinnen und Besucher erhalten seltene Einblicke in das wunderbare Schauspiel ihrer Balz. Schon die ersten Paradiesvögel, die Anfang des 16. Jahrhunderts Europa erreichten, faszinierten Wissenschafter, Künstler und Laien gleichermaßen - und bis heute haben sie kaum etwas von ihrer Faszination eingebüßt. Die Einwohner ihrer Heimat nannten sie "Vögel der Götter" und erzählten sich wunderliche Dinge von den ebenso seltsamen wie schönen Tieren. Stand zunächst die aus heutiger Sicht befremdlich anmutende Diskussion im Vordergrund, ob es sich um fußlose Himmelswesen handelt, so waren es später ihre Schönheit sowie Fragen der Evolutionsbiologie, die das Interesse an den prächtigen Tieren wach hielten. Dem berühmten Wissenschafter Charles Darwin bereiteten sie Kopfzerbrechen, da sie mit ihrem scheinbar hinderlichen Federschmuck so gar nicht in sein Konzept der natürlichen Auslese passten.

Paradiesvogelbälge als Tausch- und Zahlungsmittel

Seit Jahrtausenden werden Paradiesvögel von den Einwohnern Neuguineas und benachbarter Inseln gejagt, um als Schmuck, Statussymbol oder Zahlungsmittel Verwendung zu finden. Bis heute spielen sie eine große Rolle bei der Anfertigung beeindruckender Kopfschmuckstücke, die bei festlichen Anlässen getragen werden. Paradiesvogelbälge wurden auch als Handelsware und Zahlungsmittel eingesetzt. So schmückt das Portrait dieser Tiere bis heute die Münzen, Geldscheine und Briefmarken Papua-Neuguineas und Indonesiens.

Vogelleichen auf Frauenköpfen

Um 1900 kamen Paradiesvögel in Europa als Hutschmuck in Mode. Die Damenwelt war verrückt nach den Kreationen der "Haute Nature". Die zunehmende Nachfrage führte zu deutlich steigenden Preisen und machte die Jagd lukrativ. In Deutschland formierte sich allerdings Widerstand gegen diesen Vogelmord für Modezwecke. Der 1899 gegründete Bund für Vogelschutz widmete sich diesem Thema, organisierte eine Kampagne und betrieb intensive Lobbyarbeit. Der Erfolg war ein 1914 verhängtes Abschussverbot, das wegen des Krieges und des daraus resultierenden Verlusts der Kolonien nie mehr aufgehoben wurde.
(Quelle: S24)

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