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Nico Kovac: Zukunft ungewiss

Niko Kovac hat am Dienstag mit Fußball-Winterkönig Red Bull Salzburg die Zelte des Trainingslagers in Belek abgebaut und auf dem Heimflug von der Türkei nach Österreich laut über seine Zukunft nachgedacht.

Schließlich könnte es das 40. und vielleicht vorletzte Camp des Kroaten in seiner aktiven Karriere gewesen sein. Fakt ist, dass der Vertrag des Kroaten im heurigen Sommer ausläuft.

Er schließt nichts aus, auch nicht, dass er dem Titelfavoriten treu bleibt. Das hänge von seiner Gesundheit, dem niederländischen Trainer Co Adriaanse und vor allem davon ab, ob er noch genügend motiviert sei.

“Solange ich Freude habe, kann ich mir vorstellen, meine Karriere fortzusetzen. In Österreich gibt es einige Spieler in meinem Alter. Fit genug fühle ich mich allemal”, sagte der 37-Jährige, der am Sonntag zum zweiten Camp in diesem Winter nach Huelva nach Südspanien einrücken wird.

Im Herbst machte der Routinier nur elf von 21 Spielen in der Bundesliga mit. Gegenüber früheren Zeiten ein deutlicher Rückschritt. “Klar bin ich enttäuscht, wenn ich nicht spiele. Aber ich habe in meinen 18 Jahren als Profi nie aufgegeben. War ich einmal unten, bin ich immer aus dem Loch herausgekommen. Ich werde dem Trainer seine Entscheidung so schwer wie möglich machen”, kündigte der Mittelfeldspieler Adriaanse und seinen Kollegen kämpferisch an.

Seine Position im Mittelfeld als klassischer Sechser hat Kovac im Herbst immer öfter an ÖFB-Teamspieler Christoph Leitgeb bzw. an den Tunesier Anis Boussaidi verloren. Diesen Umstand hat er längst verkraftet. “Klar, die Mannschaft, die zuletzt erfolgreich gespielt hat, besitzt sicher einen Bonus”, sagte der Kroate, ohne aber die Flinte ins Korn zu werfen. Er werde hart um sein Leiberl kämpfen und den Coach überzeugen.

Adriaanse: „Er wird noch große Rolle spielen”

Adriaanse hat eine hohe Meinung von Kovac. “Er ist ein hervorragender Fußballer und eine große Persönlichkeit, war nicht umsonst Kapitän des kroatischen Nationalteams. Niko ist technisch und taktisch einer meiner besten Spieler und wird im Frühjahr auf dem Weg zum Titel noch eine wichtige Rolle spielen”, sagte der Trapattoni-Nachfolger über seinen Antreiber.

Genauso fest wie an sich selbst glaubt der Legionär auch an den Titelkampf. Die Salzburger Chancen, Meister zu werden, seien sehr hoch, zumal die Festspielstädter von den 15 Partien acht zu Hause austragen. “Vier Punkte Vorsprung sind zwar nicht viel, aber wir besitzen die Qualität, um auch am Ende ganz vor zu stehen”, ist Kovac überzeugt, auch wenn er im Vergleich mit der Meistersaison 2006/07 von einer “viel ausgeglichener Liga” spricht.

Auf internationaler Bühne lief es nicht so wie gewünscht, das gesteht der einstige Leitwolf voll und ganz ein: “Vor zwei Jahren waren wir gegen Schachtjor Donezk an der Champions League nahe dran, im laufenden UEFA-Cup gegen FC Sevilla hingegen völlig chancenlos.” Gegen die Ukrainer gab es in der dritten CL-Quali-Runde ein 1:0 (heim) und 1:3 (auswärts), gegen die Südspanier setzte es in Runde eins zweimal ein 0:2.

Gedanken über eine mögliche Karriere als Trainer hat sich Kovac noch nicht gemacht. Das wisse er jetzt noch nicht. Freilich arbeitet er daran schon, hofft im Februar in seiner Heimat die B-Prüfung abzulegen, um dann im Sommer die A- und Pro-Lizenz als Coach zu erlangen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.05.2021 um 11:16 auf https://www.salzburg24.at/archiv/nico-kovac-zukunft-ungewiss-59611021

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