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NR-Wahl: Fußi bot Silberstein-Übersetzerin Geld für seine Mails

Die Silberstein-Affäre ist um ein Kapitel reicher geworden. APA
Die Silberstein-Affäre ist um ein Kapitel reicher geworden.

Rudi Fußi, in den vergangenen Monaten als Redenschreiber und Berater für Bundeskanzler Christian Kern tätig, soll die angebliche Informationsquelle in der E-Mail- und Dirty Campaigning-Affäre um den SPÖ-Berater Tal Silberstein mit WhatsApp-Nachrichten unter Druck gesetzt haben. Krone.at berichtete am Samstag, dass Fußi der jungen Frau dabei "Schweigegeld" angeboten haben soll. Die SPÖ hat sich indes von Fußi distanziert.

Fußi betonte, es handle sich um eine Belohnung für Infos zur Weitergabe seiner privaten Mails. Die SPÖ sieht die Dolmetscherin des gefeuerten Beraters Tal Silberstein als mögliche Quelle der vielen Informationslecks in den vergangenen Wochen.

Nächste Silberstein-Enthüllung

In Nachrichten an die Frau erklärte Fußi laut dem "Krone"-Bericht etwa: "Meine privaten Mails liegen bei denen. Warum hast denen alles gegeben?" Zugleich betonte Fußi, dass er dafür sorgen könne, dass ihr rechtlich nichts passiert: "Aber nicht mehr lange. Geh in dich, Mensch, ck hat das nicht verdient", verteidigt Fußi Christian Kern.

Fußi: "Ich gebe dir das Doppelte"

Außerdem ließ er die Dolmetscherin wissen: "Egal, was dir die VP dafür gegeben hat. Ich gebe dir das Doppelte." Da die Frau nicht auf die Nachrichten reagiert habe, schrieb Fußi noch: "Sie haben deine Telefonprotokolle. Und klagen dir wohl den Arsch weg. Morgen Deal oder ich kann dir nimma helfen."

"Mein Zorn ist erheblich"

In einem Statement gegenüber der APA betonte Fußi am Samstag, dass in den vergangenen Wochen wiederholt private E-Mails von ihm publiziert wurden: "Mein Zorn ist erheblich." Er könne nachweisen, dass eine einzige Person alle publizierten Mails erhalten habe. Er habe in weiterer Folge wiederholt versucht, sie zu erreichen. Er habe der Verdächtigen auch angeboten, "gerne dafür zu zahlen, wenn sie beweist, dass sie von dritter Seite Geld bekommen hat". Dieses Angebot gelte noch immer: "Wenn jemand beweisen kann, dass meine E-Mails an jemanden verkauft wurden und vor allem an wen sie verkauft wurden, so bin ich bereit, dafür eine Belohnung von 30.000 Euro zu bezahlen."

SPÖ distanziert sich

Die SPÖ hat sich am Samstag von Kommunikationsberater Fußi distanziert. Die Partei betonte, es gebe keine vertragliche Verbindung zwischen der Partei und Fußi. "Mit Entsetzen mussten wir heute lesen, mit welchen Methoden" Fußi gegen die ehemalige Mitarbeiterin von Tal Silberstein vorgegangen ist, meinten die neuen SPÖ-Bundesgeschäftsführer Andrea Brunner und Christoph Matznetter in einer Aussendung. Solche "Einschüchterungsversuche" seien "unentschuldbar und keinesfalls im Sinne der SPÖ". Fußi sei weder Parteimitglied, noch stehe er in einem Auftragsverhältnis zur SPÖ.

Dolmetscherin zur Kooperation eingeladen

Die SPÖ habe über ihren Anwalt die Dolmetscherin zur Kooperation eingeladen, um die Ereignisse rund um geleakte Mail-Korrespondenzen, Konzepte und Dokumente aus dem Wahlkampf aufzuklären. "Wir werden jedenfalls in aller Ruhe und Konsequenz in Zusammenarbeit mit den Behörden zu einer vollständigen Aufklärung beitragen", erklärten Brunner und Matznetter.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 18.07.2019 um 10:13 auf https://www.salzburg24.at/archiv/nr-wahl-fussi-bot-silberstein-uebersetzerin-geld-fuer-seine-mails-57040900

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