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NR-Wahl - Grüne: Brutaler Absturz von ganz oben

stellvertretende Bundesvorsitzende der Grünen, Ingrid Felipe, Bundesgeschäftsführer der Grünen, Robert Luschnik, in der Wahlzentrale der Grünen. APA/HERBERT PFARRHOFER
stellvertretende Bundesvorsitzende der Grünen, Ingrid Felipe, Bundesgeschäftsführer der Grünen, Robert Luschnik, in der Wahlzentrale der Grünen.

Einen Absturz wie selten eine Partei zuvor erleben die Grünen bei dieser Nationalratswahl: In die Wahl gingen sie mit dem 2013 eroberten Rekordergebnis von 12,42 Prozent, in den Bundesländern fest etabliert mit sogar fünf Regierungsbeteiligungen, im Vorjahr wurde ihr Ex-Chef Alexander Van der Bellen Bundespräsident - und jetzt ist der Verbleib im Nationalrat höchst fraglich.

Der augenscheinliche Grund dafür ist, dass das grüne Urgestein Peter Pilz - weil er nicht auf den gewünschten Listenplatz gewählt wurde - seiner Partei mit einer eigenen Liste Konkurrenz machte.

Aber Pilz' Abgang war nur einer der Risse, die sich bei den Grünen im heurigen Frühjahr zeigten - als Bundessprecherin Eva Glawischnig nach achteinhalb Jahren zurücktrat. Mit der Jugendorganisation haben sich die Grünen zerstritten, die Jungen Grünen traten bei der Wahl in Alllianz mit der KPÖ an. Auch in Kärnten gab es eine Abspaltung, der Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner und der Kommunikationschef Martin Radjaby-Rasset verabschiedeten sich - und die Partei ging mit einer Doppelspitze in die Wahl: Die EU-Abg. Ulrike Lunacek wurde Spitzenkandidatin, die Tirolerin Ingrid Felipe Parteichefin.

Grüne in Salzburg 2013 mit über 20 Prozent

Felipe ist Landesrätin in Tirol - und somit Vertreterin einer der fünf Landes-Koalitionen, in die es die Grünen mittlerweile geschafft haben. Denn die Landtagswahlen haben ihnen teils große Erfolg beschert: In Kärnten, Tirol und Salzburg 2013 sowie 2014 in Vorarlberg schnitten die Grünen satt zweistellig ab - und sind seither kleiner Koalitionspartner. In Salzburg schafften sie es 2013 erstmals sogar knapp über 20 Prozent. Bei den Wahlen 2015 sah es - mitten in der Flüchtlingskrise schon schlechter aus: Burgenland, Steiermark und Oberösterreich brachten eher bescheidene Ergebnisse, in Oberösterreich flogen die Grünen aus der Landesregierung. Und bei der Wien-Wahl setzte es das erste (leichte) Minus seit 2010; aber die rot-grüne blieb und somit auch die Koalition.

Lunacek, die jetzt die Wahlniederlage verantworten muss, hatte 2014 auch noch Grund zu großer Freude: Mit 14,52 Prozent toppte sie als Spitzenkandidatin bei der Europawahl noch das NR-Wahl-Ergebnis aus 2013.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.07.2019 um 10:57 auf https://www.salzburg24.at/archiv/nr-wahl-gruene-brutaler-absturz-von-ganz-oben-57109894

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