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NR-Wahl: SPÖ und ÖVP liefern sich Schlagabtausch

Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) sieht ÖVP-Chef Sebastian Kurz nach den jüngsten Wendungen in der Affäre um den ehemaligen SPÖ-Berater Tal Silberstein in Erklärungsnotstand. Rückendeckung bekam Kurz von mehreren ÖVP-Landeshauptleuten. Sie vermuten hinter den jüngsten Vorwürfen die SPÖ und Silberstein.

"Wer im Glashaus sitzt, soll eben nicht mit Steinen werfen. Die ÖVP hat sich nicht daran gehalten, jetzt fliegen Kurz und Co die Scherben um die Ohren", empörte sich Kaiser, der auch stellvertretende SPÖ-Bundesparteivorsitzender ist. Kaiser verlangt von Kurz eine "vollständige und glaubwürdige Aufklärung dieser ungeheuerlichen Geschichte". Es werde mehr und mehr deutlich, dass es offenbar Kurz und die ÖVP sind, die aus purem Macht-Egoismus heraus, auch nicht davor zurückschrecken, die SPÖ in schlechter Doppelagenten-Manier zu diffamieren.

ÖVP-Schützenhöfer: "Menschenverachtende Kampagne"

Aus der ÖVP gab es unterdessen Rückendeckung für Kurz. Gleich mehrere ÖVP-Landeshauptleute rückten via Ö1-"Mittagsjournal" zur Verteidigung des Parteichefs an. "Das ist eine menschenverachtende Kampagne, die in den Kreisen der SPÖ ausgeheckt wurde, mit dem Herrn Silberstein an der Spitze", meinte der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer. "Ich glaube es wäre gut, wenn der Bundeskanzler jetzt nicht selber die Nerven wegschmeißt, sondern wenn er das einfach beendet, und nicht jetzt plötzlich auf die ÖVP losgeht. Das ist in den Reihen der SPÖ passiert, und das ist schrecklich", so Schützenhöfer.

Auch Sobotka äußert sich zum Schlagabtausch

Auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer sprach von einer "bewussten Anpatz-Aktion" gegen Kurz sowie von konstruierten Vorwürfen. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner warnte davor, "dass derartige Schmutzkübelkampagnen der gesamten Politik schaden". Innenminister Wolfgang Sobotka sprach von einem lange aufbereiteten Silberstein-Plan. "Er hat 500.000 von der SPÖ bekommen, und am Schluss platzt die Bombe. Den Aussagen des Silberstein-Mitarbeiters Peter Puller, wonach ihm die ÖVP für einen Seitenwechsel und Infos zur SPÖ-Kampagne 100.000 Euro geboten habe, schenkt keiner der ÖVP-Granden Glauben. Sobotka: "Einer, der zuerst bei der ÖVP war, dann bei den NEOS, dann für die Sozi arbeitet - was halten sie von dem? Gar nichts."

Kurz: "Silberstein ist Weltmeister des Dirty Campaigning"

"Genau das, wovor wir immer gewarnt haben, ist eingetreten", meinte Kurz im Gespräch mit dem Sprecher seiner Bewegung Peter L. Eppinger. Es habe Anfang des Jahres schon Indizien dafür gegeben, dass in seinem Privatleben herumgeschnüffelt werde und Lügen über ihn verbreitet werden sollen. "Tal Silberstein ist der Weltmeister des Dirty Campaigning und im Anpatzen anderer", sagte Kurz. Die SPÖ-Argumentation, dass Silberstein nur Meinungsforschung betrieben habe, sei jedenfalls nicht zu halten. "Die letzten Tage haben gezeigt, dass das die Unwahrheit ist. Fake-Facebookseiten wurden kreiert." Die ÖVP habe wochenlang versucht, rechtlich gegen die manipulierten Anti-Kurz-Facebookseiten vorzugehen, sei damit aber gescheitert. Die SPÖ habe zugleich lange abgestritten, etwas damit zu tun zu haben. "All diese Lügen kommen jetzt ans Tageslicht. Statt dass es eine Entschuldigung gibt, wird weiter versucht uns anzupatzen."

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 16.10.2019 um 01:58 auf https://www.salzburg24.at/archiv/nr-wahl-spoe-und-oevp-liefern-sich-schlagabtausch-57032161

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