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ÖOC-Affäre: Stadt Salzburg will Schadenersatz fordern

Die Stadt Salzburg wird sich im Strafverfahren wegen finanzieller Ungereimtheiten bei Salzburgs Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2014 als Privatbeteiligte anschließen.

 Die Höhe des finanziellen Schadens, den die Stadt geltend machen will, werde derzeit noch geprüft, bestätigte eine Juristin des Magistrats Salzburg gegenüber der APA einen entsprechenden Bericht des ORF Salzburg von Mittwoch.

Prozess um ÖOC-Affäre startet am 7. Mai in Wien

Der Strafprozess in der Affäre um das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) startet am 7. Mai am Wiener Landesgericht. Der ehemalige ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth (61) und dessen seinerzeitige 49-jährige Stellvertreterin müssen sich wegen Untreue (Paragraf 153 StGB) verantworten. Im Zusammenhang mit der Salzburger Olympia-Affäre flogen auch die inkriminierten Malversationen beim ÖOC auf. Die Staatsanwaltschaft Salzburg wirft Jungwirth vor, in Summe rund 2,7 Millionen Euro durch Überweisungen und Barbehebungen "in die eigene Tasche gewirtschaftet" zu haben. Seine damalige Stellvertreterin soll Belege mit einem Gesamtbetrag von 356.000 Euro ungeprüft unterzeichnet zu haben. Die 49-Jährige hat sich laut Anklage aber nicht persönlich bereichert.

2,7 Mio. Euro veruntreut

Die 2,7 Mio. Euro sollen unter anderem "in einen Reitstall, Dressurpferde und in einen aufwendigen Lebensstil geflossen sein. Zudem habe Jungwirth auch Rechnungen an Dritte mit ÖOC-Geldern beglichen, heißt es in der Anklage. Da sich bei den seit 2009 durchgeführten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Salzburg wegen finanzieller Ungereimtheiten bei der Salzburger Olmypia-Bewerbung einzelne Bereiche inhaltlich klar abtrennen ließen, wurde die Causa geteilt und die Anklage bezüglich der ÖOC-Affäre aufgrund der "Tatortzuständigkeit" am Wiener Landesgericht eingebracht. Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat neben Jungwirth und dessen damaliger Stellvertreterin auch gegen die Bewerbungs-Chefs Fedor Radmann, Gernot Leitner und Rudolf Höller und gegen Ex-ÖOC-Präsident Leo Wallner sowie zwei ÖOC-Kassiere und den Salzburger Strategie-Berater Erwin Roth ermittelt. Jungwirth war in der - letztlich gescheiterten - Bewerbung Salzburgs Schriftführer des eigens dafür gegründeten und später umstrittenen "Olympia-Fördervereins" und dort auch für die Finanzen zuständig.

„Geldgeber und Steuerzahler von mutmaßlichen Machenschaften geschädigt“

Im Fokus der Ermittler stand auch ein Darlehen von 300.000 Euro, das am 6. Februar 2007 von der Salzburger Bewerbungsgesellschaft an den privaten Olympia-Förderverein überwiesen und offenbar nur mehr zur Hälfte zurückbezahlt worden sein soll. Die Erhebungen gegen die sieben weiteren Personen sind abgeschlossen. Ein Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft Salzburg liegt schon seit Wochen im Justizministerium in Wien. "Die Prüfungsphase ist weit fortgeschritten. Es wird nicht mehr lange dauern, bis der Bericht rückgeleitet wird", sagte eine Ministeriums-Sprecherin heute zur APA. Ob und wie viele Personen angeklagt werden, hat die Justiz noch nicht bekanntgegeben. Bei einem allfälligen Prozess in Salzburg will sich die Stadt Salzburg ebenfalls als Privatbeteiligte anschließen. Die Geldgeber und damit letztlich der Steuerzahler seien von den mutmaßlichen Machenschaften geschädigt worden, hieß es aus dem Magistrat. (APA)

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(Quelle: S24)

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