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Olympia: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jungwirth und Roth

Salzburg – Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat ihre Ermittlungen wegen Untreue im Zusammenhang mit der Salzburger Olympiabewerbung 2014 auf weitere zwei Personen ausgedehnt.

Es werde nicht nur gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Salzburger Winterspiele GmbH, Fedor Radmann, und dessen zwei Nachfolger Gernot Leitner und Rudolf Höller ermittelt, sondern auch gegen den Salzburger Olympia-Strategieberater Erwin Roth und den früheren Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), Heinz Jungwirth. Das erklärte die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, Barbara Feichtinger, am Dienstag.

Die Ermittlungen sollen angebliche dubiose Geldflüsse aufklären. Die Salzburger Olympiagesellschaft habe dem Förderverein – er wurde zur Unterstützung der Bewerbung eingerichtet – ein 300.000 Euro hohes Darlehen gegeben, das aber laut Salzburger Bürgerliste und dem BZÖ nur zum Teil zurückbezahlt worden sein soll. Aufgrund von Medienberichten nahm die Staatsanwaltschaft Salzburg im Februar dieses Jahres Ermittlungen auf. Es gehe um fehlende 150.000 Euro, hieß es.

Inzwischen hat auch der Rechnungshof beanstandet, dass der Förderverein 150.000 Euro nicht mehr an die Salzburger Olympia-Bewerbungs-GmbH zurückbezahlt habe. Für alle fünf Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung. Leitner hatte in einem APA-Gespräch betont, es habe keine Ungereimtheiten gegeben, “alles ist belegbar”.

Über die konkreten Ermittlungsschritte wollte sich die zuständige Staatsanwältin Eva Danninger-Soriat nicht äußern. Nur so viel: Einvernahmen von Beschuldigten und Zeugen sind geplant, aber bisher noch nicht durchgeführt worden. Unter die Lupe genommen würden die Geldflüsse, was nicht so einfach sei, denn “Geld hat ja kein Mascherl”.

Das ÖOC ist dem Förderverein vorgestanden. Der damalige Generalsekretär Jungwirth sei der Bevollmächtigte in finanziellen Angelegenheiten gewesen, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Nun werde überprüft, ob möglicherweise Geld von Jungwirth über den Förderverein an den Salzburger Olympia-Unterstützer und Verleger Roth geflossen sei. Roth habe an den unter Dopingverdacht geratenen Ex-ÖSV-Langlauf- und Biathlontrainer Walter Mayer ein Darlehen von 290.000 Euro für Buchrechte zum Thema Doping gegeben.

Der Staatsanwaltschaft ist die Kritik vor allem von Medien zu Ohren gekommen, wonach Mayer das Geld von Roth nur wenige Tage nach der Überweisung von 300.000 Euro an den Olympischen Förderverein im Februar 2007 erhalten habe. Mayer hatte damals eine Verleumdungsklage gegen den Chef des Internationalen Olympische Komitees, Jacques Rogge, zurückgezogen. Es wurde spekuliert, dass damit die Chance Salzburgs für die Austragung der Olympischen Spiele nicht geschmälert werden sollte. Salzburg ist mit der Bewerbung gescheitert. Die Winterspiele 2014 finden in Sotschi statt

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.05.2021 um 05:50 auf https://www.salzburg24.at/archiv/olympia-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-jungwirth-und-roth-59621914

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