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Olympia: Untreue-Verfahren gegen Jungwirth wird Ende Juli fortgesetzt

Das Untreue-Verfahren gegen den langjährigen ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth und seine mitangeklagte Ex-Mitarbeiterin Manuela K. am Straflandesgericht Wien ist am Dienstag auf 31. Juli vertagt worden. Jungwirths Anwalt Herbert Eichenseder brachte am vierten Verhandlungstag einen Beweisantrag zur Ladung weiterer Zeugen ein. Richter Georg Olschak gab dem Ansuchen statt.

Eichenseder will durch die Aussagen der Zeugen belegen, dass der ehemalige ÖOC-Präsident Leo Wallner entgegen seiner Aussage im Prozess Anfang Mai sehr wohl von beträchtlichen Zusatzvergütungen des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) an Jungwirth für die letztlich gescheiterte Salzburger Bewerbung gewusst hat. "Es gibt Zeugen, die das widerlegen können", sagte Eichenseder und bemerkte, dass Wallner damit wohl falsch ausgesagt haben muss. Dafür beantragte er die Ladung des ehemaligen Salzburger Olympia-Bewerbungschefs Fedor Radmann und des Strategieberaters Erwin Roth.

Separate Verfahren gegen Radmann, Roth und Wallner

Gegen Radmann, Roth und Wallner laufen in der Olympia-Causa in Salzburg separate Strafverfahren. Auch Wallner soll nach Meinung von Eichenseder noch einmal vernommen werden. Ob und wann das geschieht, ist noch offen. Denn am 31. Juli weilt der immer noch im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) sitzende Ex-Casinos-Austria-Boss laut Eichenseder bei den Sommerspielen in London. Deshalb ist eine weitere Vertagung beim nächsten Termin nicht auszuschließen.

Präsentation eines Gutachtens über die Schadenssumme vertagt

Die für Dienstag geplante Präsentation eines Gutachtens über die genaue Schadenssumme wurde ebenfalls auf den nächsten Termin verschoben. Fest steht aber bereits, dass das Gutachten eine teilweise Adaptierung und Ausdehnung der mutmaßlich von Jungwirth in den Jahren 2003 bis 2009 verantworteten Millionen-Malversationen zutage gefördert hat. Eine Aussage gab es am Dienstag aber doch. Der von der neuen ÖOC-Führung nach Jungwirths Amtszeit im Jahr 2009 beauftragter ehemalige Wirtschaftsprüfer Walter Knirsch gab über die bereits zu Prozessbeginn von mehreren Zeugen dargelegte, seltsame Finanzgebarung im ÖOC unter Jungwirth Auskunft. Ein einziges Gespräch mit Jungwirth sowie mehrere mit Manuela K. und weiteren ÖOC-Mitarbeitern hätten jedoch keinen echten Aufschluss über die Hintergründe und den Sinn der beträchtlichen Geldbewegungen von und auf das ominöse Schwarzgeld-Konto ergeben, so Knirsch.

Auszahlungen die nichts mit dem ÖOC zu tun hatten

Im Zuge seiner Recherchen sei er auf Auszahlungen gestoßen, die nichts mit dem ÖOC zu tun hatten. Zudem hätten Belege für Überweisungen und Überträge gefehlt. "Es hat einen regen Geldfluss gegeben, aber niemand wusste warum", erklärte Knirsch. Die befragten ÖOC-Mitarbeiter hätten keine Ahnung gehabt, was mit dem Geld passiert sei. Und Jungwirth sei nach dem einen, nicht besonders aufschlussreichen Gespräch, nicht mehr greifbar gewesen. Auch Wallner habe sich auf seine diesbezüglichen Fragen hin unwissend gegeben. "Er hat gesagt, er weiß von nichts. Ich habe auch keinen Beleg gefunden, den Wallner gezeichnet hat", betonte Knirsch. Die Kontoeröffnung trage aber sehr wohl Wallners Unterschrift, fügte er an.

Keine Kenntnis über Schwarzgeldkonto

Der Ex-ÖOC-Chef hatte im Prozess ausgesagt, dass er keinerlei Kenntnis über ein Schwarzgeldkonto gehabt habe. Die finanziellen Angelegenheiten seien Jungwirths Sache gewesen. Jungwirth wiederum hatte behauptet, dass er den Auftrag zur Führung des Kontos außerhalb der Buchhaltung von Wallner erhalten habe.

Jungwirth soll mehr als 2 Mio. Euro für private Zwecke verwendet haben

Jungwirth soll laut der nun durch das Gutachten ergänzten Anklage zwischen Anfang 2003 und Februar 2009 von den Konten mit Hilfe seiner langjährigen Stellvertreterin K. und des abgesondert verfolgten ehemaligen ÖOC-Kassiers Lothar Scheer mehr als 2 Mio. Euro bar behoben bzw. auf seine Konten transferiert und für private Zwecke verwendet haben. Ein weiterer sechsstelliger Betrag soll durch von Manuela K. vorgenommene und Jungwirth gegengezeichnete Überweisungen in den Besitz des einst mächtigen Sportfunktionärs gelangt sein. Jungwirth und K., denen jeweils bis zu zehn Jahre Haft drohen, bekennen sich nicht schuldig. (APA)

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(Quelle: S24)

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