Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

ORF-Stiftungsrat segnete Standort Küniglberg ab

Zusammenführung der ORF-Standorte Salzburg24
Zusammenführung der ORF-Standorte

Nach jahrelanger Diskussion in der Standortfrage hat der ORF-Stiftungsrat am Donnerstag die Zusammenführung der Wiener ORF-Standorte am Küniglberg beschlossen. Der Antrag der Geschäftsführung wurde mit 26 Stimmen dafür, drei dagegen sowie sechs Enthaltungen angenommen. Die Gegenstimmen kamen von den Betriebsräten Gerhard Moser und Christiana Jankovics sowie BZÖ-Vertreter Alexander Scheer.

Damit werden in den kommenden Jahren sowohl die Mitarbeiter des Funkhauses in der Argentinierstraße, wo derzeit die Radios Ö1 und FM4 sowie das Landesstudio Wien beheimatet sind, als auch jene von Ö3, Online und Teletext mit aktuellem Sitz in Heiligenstadt ins ORF-Zentrum übersiedeln. Ein zentraler Punkt ist dabei die Errichtungen eines trimedialen Newsrooms, in dem Redakteure aus Fernsehen, Radio und Online künftig enger zusammenarbeiten sollen.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zeigte sich am Donnerstag erleichtert über den Beschluss des Stiftungsrates, der eine Zusammenlegung der Wiener ORF-Standorte auf dem Küniglberg vorsieht. Nach dem Motto "drei Medien, ein Standort" stehe man damit vor einer "großen qualitativen Veränderung des ORF", den man so für die Zukunft vorbereiten wolle.

Ein wesentlicher Punkt bei den abschließenden Überlegungen des Stiftungsrates, dessen Zustimmung zum Antrag der Geschäftsführung nun bei der letzten Sitzung der aktuellen Periode gefallen ist, war die Beibehaltung des Standortes Argentinierstraße als "Kulturstandort". Insgesamt habe es sich um eine "der wichtigsten Entscheidung der vergangenen Jahrzehnte" gehandelt, die nicht zuletzt "die strategische Neuaufstellung des Unternehmens" ermögliche, so Stiftungsratsvorsitzende Brigitte Kulovits-Rupp.

Die jüngst von verschiedenen Seiten geäußerten Bedenken gegen eine Zusammenlegung habe man jedenfalls "sehr ernst genommen", betonte die Vorsitzende. "Die Diskussion dieser Kritikpunkte hat zu Klarstellungen geführt, die heute noch Eingang in den Rahmenbeschluss gefunden haben." Insgesamt werden von der Umsiedelung knapp 700 Mitarbeiter im Funkhaus sowie dem Standort in Heiligenstadt betroffen sein. Finanzdirektor Richard Grasl rechnet mit Baukosten von rund 300 Mio. Euro. Pro Jahr ergebe sich durch die Zusammenführung ein Einsparungspotenzial von etwa 10 Mio. Euro.

Dem Vorhaben positiv gegenüber steht Betriebsrat Robert Ziegler, der dem Antrag in seiner Funktion als Stiftungsrat auch zugestimmt hat. "Ich bin der Ansicht, dass ein gemeinsamer Standort für die Zukunft des ORF und seiner Mitarbeiter der sichere Weg ist. Wir sind vernetzt besser aufgestellt und es ist ganz wichtig, dass es keinen Personalabbau gibt, was die Geschäftsführung auch mehrmals betont hat", erklärte er der APA. "Was wir jetzt brauchen, ist eine ganz intensive Informationspolitik im Haus, damit wirklich alle Mitarbeiter eingebunden werden."

Anders sah es Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser, der zwar von einem historischen Tag für den ORF sprach. Dieser sei aber "wahrlich kein guter". Es sei nicht entschieden worden, einen trimedialen Newsroom zu bauen, sondern "das Funkhaus als Radiohaus aufzugeben". Die rein finanziellen Aspekte hätten sich ihm nicht wirklich erschlossen. Er warnte "trotz vollmundiger Gegenbeteuerungen der Geschäftsführung" vor "Personalabbau, journalistischen Legebatterien, der Beschädigung gewachsener und erfolgreicher Senderidentitäten und Strukturen, sowie einem verwaisten Radiokulturhaus, in dem kein Radio mehr produziert wird".

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 25.02.2021 um 09:15 auf https://www.salzburg24.at/archiv/orf-stiftungsrat-segnete-standort-kueniglberg-ab-44913934

Kommentare

Mehr zum Thema