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Ornament und Hinterglasmalerei: 2009 im Salzburger Barockmuseum

Ungeachtet der gänzlich offenen Zukunft des Salzburger Barockmuseums bemüht sich das Haus am Salzburger Mirabellplatz erfolgreich um die Darstellung der Salzburger Barockgeschichte. 2009 sind Ausstellungen von Ölskizzen und Hinterglasbildern von Johann Wolfgang Baumgartner sowie “Rocaille, die Geschichte des Ornaments” geplant.

2008 haben mehr als 20.000 Besucher etwa “Von der Sehnsucht der lüsternen Nase” über die Kultur des Schnupftabaks oder “Tischlein deck dich” zur barocken Tischkultur besucht. Letztere ist von der New Yorker Kunstzeitschrift “Artforum International” sogar zu einer der zehn besten Ausstellungen im deutschsprachigen Raum gekürt worden.

Der Tiroler Öl- und Hinterglasmaler Johann Wolfgang Baumgartner (1702-1761) hat sein Handwerk in Salzburg gelernt und sein Hauptwerk in Augsburg geschaffen. Von dort kommt auch der Großteil der Leihgaben für die Personale zum 307. Geburtstag des Malers. “Diesem wie ich meine bedeutenden und wesentlich unterschätzten Barock-Künstler war noch nie eine eigene Ausstellung gewidmet”, erläuterte Museums-Direktorin Regina Kaltenbrunner heute, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz. “Das Salzburger Barockmuseum bemüht sich seit eh und je um gute, aber von der Kunstgeschichte links liegen gelassene Künstler.” Die Haupt-Ausstellung 2009 wird von 19. Juni bis 6. September zu sehen sein.

Die Herbstausstellung heißt “Die Rocaille” (typisch barockes Ornament in Form von Muscheln, Anm.). Diese Schau über die Geschichte der Verzierung wird von 15. Oktober bis 28. Februar 2010 geöffnet sein. Erste Neuigkeit des Ausstellung-Jahres 2009 ist “Kein Tag sei ohne einen Strich”. Dabei wird das Barockmuseum von 24. April bis 31. Mai eine Auswahl der besten Grafiken aus der eigenen Sammlung präsentieren.

Ergänzt wird das Programm im vergleichsweise mager ausgestatteten Museum (Gesamtbudget rund 380.000 Euro) mit einer Reihe von Sonderveranstaltungen. Darunter ein “Tag der Grafik” (25. April), an dem die Depots geöffnet und dem Publikum die Pflege und Wartung alter Grafiken nahe gebracht werden. Am 4. März gibt es – zum Abschluss der laufenden Schnupftabakdosen-Ausstellung – einen Tag des angewandten Schnupfens, an dem das Publikum mit Schnupftabak verköstigt werden soll. Dazu kommen Workshops zum Thema Mythologie mit dem Titel “Hercules & Co”, ein “Fratzen-Spaziergang” zu den hässlichsten Steingesichtern der Salzburger Barockarchitektur inklusive Nachmodellieren in Ton, Kinderworkshops über Gartenbau, oder eine permanent wachsende Konzertreihe im Museum.

Völlig ungewiss ist nach wie vor, wo das Barockmuseum in Zukunft die Vergangenheit ausstellen und beleuchten wird. Stadt und Land wollen ja im Haus am Mirabellplatz ein “Sound of Music”-Museum einrichten. Das Barockmuseum sollte daher – so ein Plan des Museumsexperten Dieter Bogner – in den Wallistrakt beim Salzburger Dom übersiedeln. “Dieser Plan ist aber gestorben”, sagte Kaltenbrunner. “Im Moment wissen wir nicht, wie es weitergeht. Wir brauchen mehr Platz, vielleicht wird ein Teil des Mirabellgartens unterkellert, oder wir werden die benachbarte Orangerie mitbespielen. Ich hoffe bloß, dass man uns nicht in das abgelegene Monatsschlössl in Hellbrunn verbannt.” Mit einer Entscheidung über die Zukunft des Salzburger Barockmuseums ist frühestens nach den Salzburger Wahlen am 1. März zu rechnen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.05.2021 um 11:47 auf https://www.salzburg24.at/archiv/ornament-und-hinterglasmalerei-2009-im-salzburger-barockmuseum-59613406

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