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Orthodoxe Krim-Diözese bleibt vorerst ukrainisch

Unklare Situation zwischen nationalen Kirchen Salzburg24
Unklare Situation zwischen nationalen Kirchen

Die russisch-orthodoxe Kirche entzieht der ukrainischen Kirche vorerst nicht die Diözese der Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Der Sprecher der Moskauer Patriarchates, Wladimir Legoyda, sagte am Donnerstag laut der Nachrichtenagentur Interfax nach einer Sitzung des obersten Leitungsgremiums der Kirche, über die Frage der Zugehörigkeit der Diözese sei nicht beraten worden, wie Kathpress meldet.

Damit distanziert sich die einflussreiche Kirche indirekt von der Annexion der ukrainischen Halbinsel durch den russischen Staat. An der Sitzung des Heiligen Synods, des obersten Leitungsgremiums der russisch-orthodoxen Kirche, nahm auch der interimistische Kiewer Metropolit Onufry teil. Offizielles Oberhaupt der Moskau unterstehenden orthodoxen Kirche in der Ukraine bleibe aber der krankheitshalber emeritierte Kiewer Metropolit Wolodymir, betonte Legoyda.

Der Moskauer Patriarch Kyrill I. hat sich bisher nicht zu der Aufnahme der Krim in die Russische Föderation geäußert. Im Gegensatz zu Spitzenvertretern der Muslime und Juden blieb er am Dienstag der Rede von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin zur Lage der Nation fern.

Die größte der orthodoxen Kirchen in der Ukraine untersteht Moskau. Sie verfügt aber über eine weitreichende Autonomie. Sie hatte den Moskauer Patriarchen eindringlich aufgerufen, sich für die territoriale Integrität der Ukraine stark zu machen.

In Kiew wies die Kirche des Moskauer Patriarchats am Donnerstag auch Berichte über eine auf der Krim bevorstehende feindliche Übernahme eines orthodoxen Gotteshauses der "Konkurrenzkirche" (Kiewer Patriarchat) zurück. Diese Information treffe nicht zu, heißt es in einer Erklärung auf der Internetseite der Kirche. Der Metropolit der Krim, Lazar, habe im Gegenteil vor jeder Diskriminierung aus religiösen und ethnischen Gründen gewarnt.

(Quelle: S24)

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