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Osterfestspiele: Anklageentwurf der Verteidigung nicht zugestellt

Zum Anklageentwurd der Salzburger Staatsanwaltschaft in der Causa „Osterfestspielaffäre“ hat der Verteidiger des zweiten Verdächtigen Klaus K. (51) am Freitag eine Stellungnahme abgegeben: „Der Vorhabensbericht wurde der Verteidigung nicht zugestellt.“

Wir sind erstaunt, dass wir solche Dinge aus den Medien erfahren, sagte der Salzburger Rechtsanwalt Leopold Hirsch, der den ehemaligen Technischen Direktor der Salzburger Festspiele vertritt.

Dem Ex-Direktor Klaus K. wirft die Staatsanwaltschaft Beihilfe zur Untreue in der Höhe von zumindest 300.000 Euro vor. Dabei handle es sich um eine offenbar ungerechtfertigte Provisionszahlung aus der Vidyaev-Stiftung. Die Summe wäre als Spende an die Osterfestspiele vorgesehen gewesen, lautet der Vorwurf. Klaus K. habe dem ehemaligen Geschäftsführer der Osterfestspiele, Michael Dewitte (45), beim Transferieren der Gelder auf Konten geholfen. Dewitte soll die Provision abgezweigt haben. Zu den Anschuldigungen, die seinen Mandanten Klaus K. betreffen, "haben wir noch keine inhaltliche Stellungnahme abgegeben, weder vor der Polizei noch vor der Staatsanwaltschaft", sagte Rechtsanwalt Hirsch.

Osterfestspiele: K. im Jänner 2010 entlassen

K. wurde nach Auffliegen des Skandals im Jänner 2010 entlassen. Er stürzte daraufhin am 1. Februar von einer Brücke, verletzte sich schwer und befand sich zur Genesung wochenlang in einer Klinik. Gesundheitlich geht es ihm offenbar wieder etwas besser. "Er ist nicht mehr in stationärer Behandlung, er wird tagesklinisch betreut", erklärte Hirsch. Zum derzeitigen Zeitpunkt sei sein Mandant - wenn überhaupt - nur eingeschränkt verhandlungsfähig. "Diese Frage wurde aber noch nicht geprüft." Bei Befragungen könne sich K. nicht lange konzentrieren. Der Rechtsanwalt von Michael Dewitte war für eine Stellungnahme gegenüber der APA bisher nicht erreichbar.

Osterfestspiele: Staatsanwalt ermittelt zwei Jahre in der Causa

Fast zwei Jahre hat die Staatsanwaltschaft Salzburg in der Causa "Osterfestspielaffäre" wegen ungereimter Geldflüsse von rund zwei Millionen Euro ermittelt. Jetzt liegt ein "Vorhabensbericht" der Behörde auf dem Tisch. Als Hauptverdächtiger gilt Michael Dewitte. Die Anklagebehörde wirft ihm Untreue mit einem Gesamtschaden von 657.000 Euro vor. Klaus K. wird der Beihilfe mit einem Schaden von 300.000 Euro bezichtigt, der Betrag ist in der Gesamtschadenssumme inkludiert. Der Anklageentwurf muss noch von der Oberstaatsanwaltschaft Linz und dem Justizministerium in Wien genehmigt werden. Auch der Verteidiger von Michael Dewitte hat den Anklageentwurf der Staatsanwaltschaft nicht in Händen. "Ich kenne den Vorhabensbericht nicht. Deshalb kann ich auch keine Stellungnahme dazu abgeben", sagte Johann Eder am Freitag. (APA)
(Quelle: S24)

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