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Ostseeinsel fürchtet Serienmörder

Seit 2005 brannten acht Häuser aus ungeklärter Ursache ab. APA (Themenbild)
Seit 2005 brannten acht Häuser aus ungeklärter Ursache ab.

Seit 2005 gab es acht mysteriöse Brände mit sechs Toten auf der Ostseeinsel Öland. Zuletzt starb ein Ehepaar.

Ein Schwedenkrimi wird wahr - so scheint es zumindest. Denn seit 2005 haben im nördlichen Teil der schmalen Insel acht Häuser unter mysteriösen Umständen gebrannt, sechs Menschen starben dabei.

Doppelmord kurz vor Weihnachten

"Gustaf und Annika wurden mehrere Jahre bedroht", betitelte die Boulevardzeitung "Aftonbladet" ihren Bericht über den Tod eines Ehepaares im kleinen Flakeböle am Nordende von Öland. Die Leichen wurden kurz vor Weihnachten in der niedergebrannten Garage gefunden. Erst wunderten sich die Feuerwehrleute, dass die Zugänge von außen blockiert waren. Nach der Obduktion wunderte sich die Kripo noch mehr, weil der Mörder schon am Abend vor seiner Brandstiftung die 55- jährige Frau und den Familienhund mit einem Luftgewehr erschossen und den zwei Jahre älteren Mann erschlagen hatte. Der Brand sollte die Tat wohl verschleiern.

Bewohner in Angst

Unter den 12.000 Bewohnern der Insel geht wieder die Angst um, dass ein Serienmörder neue Opfer finden könnte, ehe die Polizei ihn - oder sie - endlich schnappt. Im August 2006 gab es nämlich schon einmal einen verblüffend ähnlichen Doppelmord auf Öland. Seit 2005 starben insgesamt sechs Menschen, acht Häuser brannten unter ungeklärten Umständen. Und das alles im Umkreis von 20 Kilometern, im nördlichen Teil der Insel.

Fahnder tappen im Dunkeln

Während in den Schwedenkrimis knurrige Kommissare, verschrobene Hackergenies oder aufrechte Journalistinnen nach einigen hundert Seiten immer die Lösung finden, tappen die wirklichen Fahnder offenbar weiter im Dunkeln. Kripo-Chef Ulf Martinsson beklagte in "Aftonbladet", dass bei Mord mit Brandstiftungen "die Beweise ja immer in den Flammen verschwinden".

Ein Inselbewohner kam für den Doppelmord 2006 vor Gericht, wurde aber freigesprochen. Bei dem zuletzt ermordeten Paar hatte er hohe Schulden, bedrohte es und lebt im betroffenen Inselteil. Leif GW Persson, erfolgreicher Autor von Schwedenkrimis und pensionierter Kriminologe, äußerte die Überzeugung, hier müsse ein ortsansässiger Serienkiller am Werk sein. Martinsson erklärte in der Lokalzeitung "Barometern": "Das bietet sich als Analyse wohl an." Aber: "Wir können so nicht arbeiten. Wir brauchen Beweise."

Royaler Sommersitz

Nur 50 Kilometer Richtung Süden verbringt Schwedens Königsfamilie auf Schloss Solliden jedes Jahr einen Großteil der Sommerferien. Wenn Kronprinzessin Victoria hier am 14. Juli ihren Geburtstag feiert, erlebt die Insel am "Victoriatag" eine Invasion von mehr als 100.000 Besuchern.

 

APA/dpa

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