Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Panosch vs. Huber: Machtkampf um Sitz in Stadtregierung

Salzburg-Stadt – Einen regelrechten Machtkampf um den roten Sitz in der Stadtregierung könnte es zwischen Vizebürgermeister Josef Huber und Baustadtrat Martin Panosch geben.

Einer der drei roten Stadtrats-Posten ging an die ÖVP verloren, doch weder Vizebürgermeister Josef Huber noch Baustadtrat Martin Panosch räumen freiwillig das Feld. Das Problem: Der 41-jährige Panosch gilt als “Kronprinz” von Bürgermeister Heinz Schaden und genießt dem Vernehmen nach die Unterstützung des Stadtparteichefs. Aber auch der 60-jährige Huber verfügt als Chef des Salzburger Pensionistenverbandes über eine Hausmacht in der Partei.

Schaden hat die heikle Personalentscheidung daher bis nach der Bürgermeister-Stichwahl aufgeschoben, bei der er sein Amt am 15. März gegen ÖVP-Vizebürgermeister Harry Preuner verteidigen muss. Eine Krisensitzung am Montagabend hat keine Entscheidung gebracht. Dem Vernehmen nach hat Huber seinem jüngeren Konkurrenten eine “Halbzeitlösung” angeboten – für Panosch allerdings eine riskante Variante, weil er damit für eineinhalb Jahre in die zweite Reihe zurücktreten müsste. Panosch war vor der Wahl auf den dritten Listenplatz gereiht worden, Huber wurde auf den fünften Listenplatz zurückgesetzt.

Panosch versichert auch, als Baustadtrat weitermachen zu wollen und verwies darauf, dass in seinem Bereich in den vergangenen Jahren viel weitergegangen sei. Allein 700.000 Euro seien durch die neu gegründete städtische Gebäudeverwaltung eingespart worden. “Die Partei muss sagen, was schlau für die Zukunft ist. Ich möchte meine Arbeit unbedingt weitermachen, da klebt viel Herzblut daran”, so Panosch. Den Vorschlag, erst nach rund eineinhalb Jahren den Stadtratsitz von Huber zu übernehmen, wollte er nicht kommentieren: “Ich beteilige mich nicht an Planspielen.”

Aus der Regierung “rausschießen” lassen will sich Huber jedenfalls nicht. Der karenzierte Richtfunktechniker der Telekom verfügt als Landesvorsitzender des Seniorenbundes über starken Rückhalt in der Partei und ist seit zwölf Jahren Stadtrat, seit fünf Jahren Vizebürgermeister. Er wäre gerne bis zum Ende der Funktionsperiode im Jahr 2014 geblieben und hätte dann einer Frau den Stadtratsessel überlassen, sagte der 60-Jährige. Die Halbzeitlösung bezeichnete er als “Option, mit der ich leben kann”. In den nächsten eineinhalb Jahren könnte er noch wichtige Projekte wie die Sanierung des Seniorenheims Nonntal und weitere Kinderbetreuungseinrichtungen auf die Reihe bringen, meinte Huber.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 12.05.2021 um 08:07 auf https://www.salzburg24.at/archiv/panosch-vs-huber-machtkampf-um-sitz-in-stadtregierung-59615260

Kommentare

Mehr zum Thema