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Papstwähler feierten Messe vor Beginn der Wahl

Kardinaldekan Sodano: "Mit neuem Papst zusammenarbeiten". EPA
Kardinaldekan Sodano: "Mit neuem Papst zusammenarbeiten".

Mit einem für die Öffentlichkeit zugänglichen Gottesdienst im Petersdom in Rom haben die wahlberechtigten Kardinäle unter der Leitung des italienischen Kardinaldekans Angelo Sodano das Zeremoniell zur Wahl des neuen Papstes eingeleitet.

Vor geistlichen und weltlichen Würdenträgern erbat Sodano am Dienstag die Hilfe Gottes bei der Entscheidung über den nächsten Pontifex. Sodano leitete den Gottesdienst zusammen mit allen Konklave-Teilnehmern. "Wir sind alle aufgerufen, mit dem Nachfolger Petri zusammenzuarbeiten", erklärte Sodano in seiner Predigt in der traditionellen feierlichen Messe "pro eligendo papa" (für den zu wählenden Papst) unmittelbar vor Beginn des Konklaves.

Sodano würdigte in der Messe den emeritierten Papst Benedikt XVI. und dessen "leuchtendes Pontifikat". Damit löste er Applaus aus, der fast eine Minute lang anhielt. "Die Liebe gegenüber der Kirche und der ganzen Menschheit hat die Päpste bisher zu vielen karitativen Taten bewogen. Wir beten, damit der künftige Pontifex diesen Dienst weiterführen kann", so Sodano. Er rief die Gläubigen dazu auf, zusammenzuarbeiten, um die "Einheit der Kirche aufzubauen".

Gebet für die Papst-Wähler

In der protokollarischen Reihenfolge waren die Kardinaldiakone, gefolgt von den Kardinalpriestern und den Kardinalbischöfen in den Petersdom eingezogen. An der Messe nahmen auch die über 80-jährigen Kardinäle teil, die nicht mehr zur Papst-Wahl zugelassen sind. Sie gehörten jedoch nicht zu den Kozelebranten des Gottesdienstes. Auch der Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI., Bischof Georg Gänswein, beteiligte sich an der Zeremonie.

In den Fürbitten betete die Gemeinde für die Papstwähler, damit sie "erleuchtet von der Gnade des Heiligen Geistes der Kirche einen würdigen Vater" wählten. Zugleich gedachte Sodano auch des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. Viele Pilger verfolgten trotz teilweise strömenden Regens die Zeremonie auf Großbildschirmen auf dem Petersplatz.

Am Nachmittag ziehen die Papstwähler aus aller Welt dann in einer feierlichen Prozession in die Sixtinische Kapelle im Vatikan ein. Dort sollen sie den Nachfolger für Benedikt XVI. bestimmen. Der Einzug der Kardinäle in die Kapelle wird vom vatikanischen Fernsehen "Centro Televisivo Vaticano" (CTV) live übertragen.

Kurzes Konklave erwartet

Im Vatikan wird ein kurzes Konklave von nur wenigen Tagen erwartet. Es galt als unwahrscheinlich, dass sich die Kardinäle bereits am Dienstagnachmittag zu einem ersten Wahlgang entscheiden würden. Für die folgenden Tage sind dann jeweils bis zu vier Wahlgänge vorgesehen. Zunächst ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit von 77 Stimmen notwendig. Wird diese verfehlt, steigt schwarzer Rauch auf. Die Stimmzettel sollen jeweils um 12.00 Uhr und um 19.00 Uhr verbrannt werden. Damit der Rauch schwarz ist, werden chemische Zusätze beigemischt. Weißer Rauch - traditionell durch die Beigabe von feuchtem Stroh erzeugt - ist das Signal, dass der Pontifex gefunden ist.

Bei der zweiten Papst-Wahl des Jahrtausends stellt die katholische Kirche die Weichen für die Zukunft. Nach dem 26-jährigen Pontifikat von Johannes Paul II. und den acht Jahren Amtszeit unter Benedikt XVI. geht es auch darum, aus welcher Weltgegend das neue Kirchenoberhaupt stammen wird. Auch am (heutigen) Dienstag spekulierten italienische Zeitungen über die Aussichten einzelner Kandidaten, Papst zu werden. Dabei herrschte der Eindruck vor, dass es ein sehr breites Kandidaten-Feld gebe. Zu den Favoriten zählen unter anderem der Mailänder Erzbischof Angelo Scola und der Brasilianer Odilo Pedro Scherer. Auch dem US-Kardinal Timothy Dolan werden gute Chancen eingeräumt. Kardinal Christoph Schönborn wird zum erweiterten Kandidatenkreis gerechnet.

Kein Kontakt zur Außenwelt

Die Kardinäle müssen während der Wahl alle Kontakte zur Außenwelt einstellen. In der Sixtinischen Kapelle haben Handys keinen Empfang mehr. Während des Konklaves leben die Kardinäle im Gästehaus Santa Marta im Vatikan, das nur einen Kilometer von der Sixtinischen Kapelle entfernt ist.

(Quelle: S24)

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