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Passant von Taxi mitgezerrt: Chauffeur in Salzburg vor Gericht

Der Prozess gegen einen 71-jährigen Taxilenker, der im Dezember 2010, eine Person mit seinem Fahrzeug mitgezerrt haben soll, ist am Mittwoch am Salzburger Landesgericht vertagt worden.

"Das war ja wie im Film!" So hat eine Zeugin am Mittwoch bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg eine "schockierende" Szene vom 3. Dezember 2010 auf einer Hotelzufahrt in Salzburg-Himmelreich bezeichnet. "Ich habe gesehen, dass da ein Taxi herausschießt und eine Person dranhängt. Nach 20 Metern vielleicht ist der Mann heruntergefallen." Doch der wegen Nötigung und Körperverletzung angeklagte Taxifahrer (71) beteuerte, er habe nicht bemerkt, dass er jemanden mitschleift. Ein Urteil stand noch aus.

Wort gegen Wort der Beteiligten

Abschürfungen am Knie, vier Wochen lang täglich Schmerzen und zerrissene Jeans: Das waren die Folgen dieses ungemütlichen Transportes für den 42-jährigen Angestellten, der damals eigentlich nur zur Bank gehen wollte. Plötzlich sei er von dem Großraumtaxi mit Schneematsch "bis zum Bauchnabel voll bespritzt" worden. Der gebürtige Deutsche rannte dem Taxler hinterher, um ihn zur Rede zu stellen. Vor dem Austria Trend Hotel stiegen sechs Leute zu, und als der Opel losfuhr, schlug der aufgeregte Mann mit der flachen Hand auf eine Seitenscheibe. Was dann passierte, schilderten die beiden "Hauptdarsteller" jeweils anders.

"Er gab kaltblütig Gas"

Der Fußgänger meinte, er habe durch das offene Fahrerfenster den linken Unterarm des Chauffeurs ergriffen. "Er wollte mich loswerden, gab einfach kaltblütig Gas - zack, weg. Ich bin mit der Jacke hängengeblieben, fiel dann hin und wurde noch einige Meter mitgeschleift. Bei einer Rampe kam ich vom Fahrzeug los." Die Version des Taxifahrers lautete anders: "Er fing an zu schreien, dass er sofort Geld sehen will und die Polizei holt, und hat wild gestikuliert. Auf einmal schlug er auf meinen Oberarm. Ich habe eine Beule gehabt. Natürlich hab' ich mich gefürchtet. Ich ließ die Scheibe hoch - da muss er eine Armlänge weggewesen sein - und bin normal weggefahren. Mein Auto ist ja eher eine behäbige Kiste." In den linken Rückspiegel habe er nicht geschaut, denn da sei ja der Hoteleingang gewesen. Später wurde der Taxifahrer von der Polizei informiert, dass er jemanden mitgezerrt hatte.

Prozess wurde vertagt

Einzelrichter Stefan Schenk hat den Prozess auf unbestimmte Zeit vertagt. In die Verhandlung miteinbezogen wurde am Mittwoch ein zweiter Strafantrag gegen den Angeklagten, in dem ihm fahrlässige Körperverletzung in Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall vorgeworfen wird. Auf Antrag von Verteidiger Bernhard Heim werde nun ein medizinisches Gutachten zur Dauer der Gesundheitsschädigung eingeholt, erklärte Gerichtssprecherin Bettina Maxones-Kurkowski. (APA)

(Quelle: S24)

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