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Pensionist überfällt zwei Banken: Verurteilt

Ein 70-jähriger Pensionist hat im vergangenen Dezember und Jänner jeweils eine Bankfiliale in Tirol und Salzburg überfallen und dabei insgesamt rund 52.000 Euro erbeutet.

Hohe Schulden aus einem gescheiterten Zuckergeschäft in Dubai und der Druck von pakistanischen Gläubigern sowie private Schulden hätten ihn zu der "hirnlosen" Tat veranlasst, sagte der geständige Deutsche am Freitag, bei seinem Prozess in Salzburg. Das nicht rechtskräftige Urteil lautete auf zweieinhalb Jahre unbedingte Haft.

Pensionist überfiel Banken in Tirol und Salzburg

Die Überfälle am 16. Dezember auf die Sparkasse in Walchsee in Tirol und am 25. Jänner in St. Georgen bei Oberndorf im Salzburger Flachgau erfolgten nahezu nach dem gleichen Muster. Allerdings sei beim zweiten Bankraub die kriminelle Energie des Pensionisten gestiegen, betonte Staatsanwältin Katharina Dirisamer. Zu den Bankfilialen fuhr der bisher unbescholtene Angeklagte mit einem Mietwagen. Er war unmaskiert und hielt jeweils einer Angestellten eine Waffe vor. Seinen Angaben zufolge handelte es sich um eine Spielzeugpistole. Seine Geldforderung untermauerte er mit einem Zettel, den er auf das Schalterpult legte. "Mach keinen Scheiß. Alle Geldscheine außer Valuten. Wenn du Weihnachten noch erleben willst, sag niemandem etwas", stand beim ersten Überfall in Tirol geschrieben. Der 70-Jährige entkam mit 22.900 Euro.

Polizei nimmt Pensionisten nach Verfolgungsjagd fest

Beim zweiten Coup in Salzburg hieß es auf dem Zettel noch: "Sollten Sie einen Alarm auslösen, sind sie tot." Er stellte auch eine Plastikdose auf das Pult und drohte, er werde mit 400 Gramm Dynamit "alles platt machen", falls ein Alarm ausgelöst werde. Die Bedienstete steckte ihm 29.400 Euro in einen Rucksack. Der Räuber landete auf der Flucht - er wurde bereits verfolgt - mit dem Mietauto in einer Sackgasse in Eggelsberg (OÖ). Dort klickten die Handschellen, das Geld befand sich noch im Rucksack. Die "Bombe" war nur eine Attrappe: In der Dose lagen Zetteln und eine Eieruhr.

Verteidiger: Pensionist handelte „planlos und spontan“

Die "Spielzeugwaffe" habe er um 11,99 Euro schon vor dem ersten Überfall in einem Kaufhaus in Rosenheim (D) erstanden. "Ich warf sie auf der Flucht in den Schnee", schilderte der Pensionist der vorsitzenden Richterin Katrin Pernestetter. Die "Waffe" ist bis heute nicht aufgetaucht. Mit dem Geld aus dem ersten Coup habe er die Schulden aus dem Zuckergeschäft beglichen, so der Deutsche. Wegen weiterer, privater Schulden - seine aktuellen Außenstände bezifferte er mit rund 92.000 Euro - habe er den zweiten Überfall begangen. "Mein Mandant hat planlos und spontan gehandelt", sagte Verteidiger Franz Essl. Das Gericht nahm im Zweifel für den Angeklagten an, dass der Pensionist tatsächlich nur eine Spielzeugpistole verwendet hatte. Deshalb wurde er nicht wegen schweren Raubes, sondern "nur" wegen Raubes (Strafrahmen ein bis zehn Jahre) verurteilt. Weder Verteidiger noch Staatsanwältin gaben eine Erklärung ab. (APA)
(Quelle: S24)

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