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Präsidenten- und Parlamentswahlen in Honduras

Honduraner wählen Präsident und Parlament Salzburg24
Honduraner wählen Präsident und Parlament

In Honduras werden am Sonntag ein neuer Präsident und das neue Parlament gewählt. Seit dem Putsch gegen den damaligen Präsidenten Zelaya 2009 ist die Gesellschaft tief gespalten. Im Falle eines knappen Wahlergebnisses werden politische Unruhen befürchtet. Rivalisierende Jugendbanden haben Honduras zum gefährlichsten Land der Welt gemacht. Es gab am Wahltag Berichte über Schießereien und Tote.

Im Nordosten von Honduras wurden in der Nähe eines Wahllokals mindestens fünf Menschen getötet worden. Bewaffnete hätten in den frühen Morgenstunden im Department Gracias a Dios das Feuer auf die Gruppe eröffnet, berichtete am Sonntag die Zeitung "El Heraldo" unter Berufung auf den Abgeordneten der Nationalen Partei, Maylo Wood. Das Wahllokal sei vorübergehend geschlossen worden.

Das auf Lateinamerika spezialisierte Internet-Portal "amerika21.de" berichtete am Sonntag von weiteren Vorfällen: Bereits am Samstag seien Beamte der Ausländerbehörde sowie der Militärpolizei massiv gegen Wahl- und Menschenrechtsbeobachter vorgegangen. Bewaffnete und maskierte Angehörige der Generaldirektion für Migration und Ausländerangelegenheiten seien demnach an mehreren Orten in Quarteire eingedrungen, in denen internationale Wahlbeobachter - vordringlich aus Kanada, den USA uns lateinamerikanischen Ländern - untergebracht waren.

Die Beobachter seien mitunter stundenlang überprüft worden. Während Vertreter der linksgerichteten Partei LIBRE hinter den Aktionen Einschüchterungsversuche vermuteten, erkärte der Präsidenten des Obersten Wahlgerichts (TSE), David Matamoros, die Beamten der Ausländerbehörde seien auf der Suche nach zwei Personen gewesen, die vor zehn Tagen nach Honduras eingereist seien.

Matamoros sagte außerdem, der amtierende Präsident Porfirio Lobo Sosa habe die Anweisung gegeben, solche Einsätze künftig zu unterlassen. Der Staatsstreich von 2009 hat in der honduranischen Gesellschaft zudem tiefe Gräben aufgerissen. Die Wahl von Porfirio Lobo von der konservativen Nationalpartei (PNH) zum Präsidenten wurde von vielen Honduranern und weiten Teilen der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt. Der Konflikt zwischen Zelaya-Anhängern und ehemaligen Putschisten ist noch immer virulent.

Aufgerufen am 21.03.2019 um 12:27 auf https://www.salzburg24.at/archiv/praesidenten-und-parlamentswahlen-in-honduras-44317663

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