Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Protestierende Studenten tragen in Salzburg die Bildung zu Grabe

Salzburg-Stadt – Etwa 250 Salzburger Studenten zogen am Donnerstagnachmittag in einer Prozession mit dem Titel “Hahn trägt die Bildung zu Grabe” von der Gesellschafts­wissenschaftlichen Fakultät über die Altstadt zum Mirabellplatz.

“Scheinheiliger Hahn, Faymann, Pröll, Scheinheilige Schmidt und Burgstaller handle für uns”, skandierten Teilnehmer durch ein Megafon ihre “Litaneien”. Glockengeläut, Weihrauch, zwei “Geistliche” und Transparente begleiteten den durch einen Baldachin geschützten “Kardinal”. “Wir haben uns versammelt, um das Ableben der freien Bildung in Österreich angemessen zu betrauern”, hieß es bei der Auftaktkundgebung am Rudolfskai.

Während der “Trauerprozession”, bei der auch Bibelverse zitiert wurden, wiederholten die Studenten immer wieder ihre Forderungen: Freier Hochschulzugang, ausreichende Finanzierung der Universitäten, barrierefreies Studium europaweit, Demokratisierung der Universitäten, freie Bildung vom Kindergarten bis zur Universität, keine Unterwerfung der Unis unter dem Diktat der Wirtschaft, zu allen Zeiten vertretbare Anstellungsverhältnisse sowie angemessene Gehälter der Uni-Mitarbeiter. Die Studenten hoffen allerdings, dass “wir den Sarg nicht wirklich bestatten müssen”.

Bereits am Vormittag machten die Studenten auf ihre Anliegen bei einem Info-Stand im Salzburger Einkaufszentrum “Europark” und auf dem Wochenmarkt “Schranne” beim Mirabellplatz aufmerksam. Dort verteilten 15 Aktivisten selbst gefertigte Bachelorzeugnisse und Bewertungspunkte unter den Marktbesuchern. Da universitäre Bildung aufgrund der “Untätigkeit, Ignoranz und Kurzsichtigkeit” von Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) und Bundeskanzler Werner Faymann (S) ohnehin nichts mehr wert sei, “können wir die Zeugnisse ja auch gleich billig verscherbeln”, meinte eine Plattform-Vertreterin.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 13.05.2021 um 06:00 auf https://www.salzburg24.at/archiv/protestierende-studenten-tragen-in-salzburg-die-bildung-zu-grabe-59628580

Kommentare

Mehr zum Thema