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Prozess gegen Teenager wegen versuchten schweren Raubes

Salzburg-Stadt – Zwei “wohlstandsverwahrloste” 19-jährige Burschen aus der Stadt Salzburg müssen sich ab Montag in einem für zwei Tage anberaumten Prozess vor einem Salzburger Schwurgericht wegen versuchten schweren Raubes verantworten.

Das geständige Duo wollte im Juni dem vermögenden Onkel des Erstangeklagten zweimal eine 18.000 Euro teure Rolex-Uhr entreißen, doch beide Coups scheiterten. Das 51-jährige Opfer wurde mit einem Baseballschläger blutig geschlagen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Einweisung der Angeklagten in eine Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähige Rechtsbrecher. Ein Urteil soll morgen, Dienstag, nach Erörterung des neuro-psychiatrischen Gutachtens ergehen.

Der Erstangeklagte war laut Staatsanwältin Karin Sperling zum Tatzeitpunkt ohne Beschäftigung und Einkommen. “Aufgrund seiner schlechten Finanzlage beschloss er zu stehlen”: Im März brach er im Bürogebäude der Dietrich Mateschitz KG ein, der Gesamtschaden belief sich auf rund 5.200 Euro. Aus einem Supermarkt stahl er Lebensmittel und Spirituosen, aus einer Tiefgarage zog er aus einem unversperrten Auto eine Geldbörse samt Bankomatkarte und behob 3.500 Euro. Bei den “gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstählen” sei ein Gesamtschaden von mehr als 10.000 Euro entstanden, so Sperling.

Geld war auch das Motiv für die zwei versuchten Raubüberfälle auf den Onkel des bisher unbescholtenen Erstangeklagten. Der hatte den Buben wie die Großeltern finanziell immer wieder unterstützt und mit Essen versorgt. Der Bursche “wollte sich die Rolex gewaltsam beschaffen und verkaufen. Zur Tat bestimmt hat er den Zweitangeklagten”, schilderte die Staatsanwältin. Als der Onkel am 24. Juni vor seine Garage im Salzburger Nobelviertel Aigen trat, verpasste ihm der Zweitangeklagte Fußtritte gegen den Oberkörper. Der Mann flüchtete ins Gebäude. Dass sein Neffe hinter dem Überfall stand, wusste er damals noch nicht.

Zwei Tage später startete das Duo laut Anklage einen zweiten Versuch. Als der Onkel auf telefonisches Ersuchen seines Neffen am Abend Essen vor die Haustüre stellt, zog ihm der vorbestrafte Zweitangeklagte, ein Kochlehrling, mehrmals einen Baseballschläger über den Kopf. Der Mann konnte in seine Villa flüchten und die Tür versperren. Er erlitt eine stark blutende Kopfwunde sowie Prellungen.

Auf die Spur der beiden Verdächtigen kam die Polizei im Juli, nachdem der Erstangeklagte in die Wohnung einer prominenten Freundin seiner Mutter eingebrochen hatte. Vor den Beamten hat er die Raubüberfälle zugegeben, seinen Komplizen aber schwer belastet.

Die Angeklagten legten laut Staatsanwältin ein umfassendes Geständnis ab. Der Verteidiger des Erstangeklagten, Kurt Jelinek, plädierte auf eine bedingte Einweisung, damit seinem Mandanten nicht völlig die “Zukunftsaussichten” genommen würden. Eine Therapie könne sein Mandant, der an einer Persönlichkeitsstörung leide und extrem leicht beeinflussbar sei, auch ambulant absolvieren, meinte Klaus Waha, Anwalt des Zweitangeklagten. Den zwei Burschen, die in U-Haft sitzen, droht laut Jelinek eine Freiheitsstrafe von einem bis 15 Jahre. Die Öffentlichkeit wurde von dem Prozess vor der Einvernahme der Beschuldigten ausgeschlossen.

(Quelle: S24)

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