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Putin sieht "schweres Verbrechen" der Ukraine

Russlands Präsident Putin hat es als "weiteres schweres Verbrechen" der ukrainischen Führung in Kiew bezeichnet, dass sie bewaffnete Einheiten in den Osten des Landes entsandt habe. Zugleich räumte er am Donnerstag erstmals ein, dass russische Truppen während des Referendums im März auf der Krim anwesend waren, bei dem der Anschluss der Schwarzmeerhalbinsel an Russland entschieden wurde.

"Hinter den Selbstverteidigungskräften standen natürlich unsere Militärs. Sie haben sich sehr korrekt verhalten, man musste die Menschen beschützen", sagte Putin in Moskau in der landesweit übertragenen Fernsehsendung "Direkter Draht".

Der Präsident forderte die ukrainische Führung zum "echten Dialog" mit der russischsprachigen Bevölkerung auf. Zugleich wies er erneut Vorwürfe zurück, russisches Militär oder Instrukteure steuerten die Lage. "Es sind die Herren jener Region", sagte Putin. Mit ihnen müsse geredet werden.

Zugleich sprach sich Putin für Verhandlungen zur Lösung des Konflikts aus. Weder Flugzeuge noch Panzer könnten die Krise lösen, sagte Putin.

Außerdem forderte der Kremlchef die nahezu bankrotte Ukraine ultimativ zur Zahlung ihrer Gasschulden in Milliardenhöhe auf. Das Nachbarland habe noch einen Monat Zeit - danach verlange Russland Vorkasse, sagte Putin in der Livesendung. Zugleich warnte der russische Präsident, dies könne die Gaslieferungen nach Europa beeinträchtigen.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat unterdessen Vorwürfe Kiews zum Einsatz russischer Spezialkräfte im Osten der Ukraine zurückgewiesen. "Wir sind im Verteidigungsministerium sehr überrascht angesichts der Äußerungen des Chefs der ukrainischen Sicherheitsdienste, wonach Einheiten der russischen Spezialkräfte in die Ereignisse im Südosten der Ukraine verwickelt sind", sagte Schoigu am Donnerstag nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen mit Blick auf den ukrainischen General Wassil Krutow. "Diese Äußerungen grenzen an Paranoia."

Anders sehen dies freilich die Ukrainer: Laut einer Studie sind sie sich mehrheitlich (54 Prozent) darüber einig, dass Russlands Vorgehen auf der Krim primär auf eine Invasion und Okkupation der unabhängigen Ukraine abgezielt war. Auch in der Süd- und Ostukraine überwiegt diese Ansicht, erst in zweiter Linie werden die Aktionen Moskaus zum Schutz russischsprachiger Ukrainer gesehen.

Die Hälfte der Ukrainer spricht sich demnach dafür aus, dass die Krim eine autonome Republik innerhalb der Ukraine sein sollte. Auch im Süden (42 Prozent) und Osten (31 Prozent) dominiert diese Meinung, wird jedoch dicht gefolgt von Anhängern einer Vereinigung der Krim mit Russland (Süden 31 Prozent, Osten 20 Prozent).

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 25.02.2021 um 06:31 auf https://www.salzburg24.at/archiv/putin-sieht-schweres-verbrechen-der-ukraine-45112324

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