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Radservice in Salzburg und Umgebung im großen AK-Test

Rechtzeitig zu Beginn der Saison erhob die AK die Preise für das Fahrradservice. Die Konsumentenschützer nahmen Angebote von 24 Fahrradhändlern und -servicestellen in der Stadt Salzburg, im Flachgau, im Tennengau und in Bayern unter die Lupe.

Heuer sind auch E-Bikes zum ersten Mal Gegenstand eines AK-Tests. Das Fazit: Die Kosten stiegen nur moderat. Fast alle Geschäfte boten einen Voranschlag gratis an. Aber: "Noch immer gibt es Preisunterschiede von fast 160 Prozent. Und Transparenz ist oft Fehlanzeige. Zwar gibt es Listen mit den Kosten, gut sichtbar sind sie aber selten", weiß AK-Experte Stefan Göweil.

Radfahren erfreut sich großer Beliebtheit und ist im Sommer eine der Freizeitaktivitäten in Salzburg. Die letzte Erhebung der Serviceangebote in Salzburg und Umgebung gab es 2009. Jetzt haben die AK-Experten wieder die Preise für bestimmte Produkte und Leistungen in 24 Sport- und Fachgeschäften geprüft. Außerdem fragten die Konsumentenschützer jeweils einen Kostenvoranschlag für ein Fahrrad mit Reparaturbedarf an.

Gratis Voranschläge, kundenfreundliche Pauschalpreise

Das erfreuliche Ergebnis für die Wartung des fünf Jahre alten und arg mitgenommenen Damenrads: Praktisch alle Geschäfte erstellten einen kostenlosen Voranschlag, auch ohne anschließende Auftragsvergabe. Im Schnitt dauerte das 20 Minuten. Lediglich ein Geschäft bot keinen solchen Voranschlag an, stattdessen arbeitet man dort generell mit Pauschalpreisen. "Ein sehr kundenfreundliches Service", sagt AK-Experte Stefan Göweil.

Kleines Service: Kostendifferenz von bis zu 125 Prozent

Die meisten Geschäfte bieten ein kleines oder großes Service an. Das kleine Service umfasst mindestens die Kontrolle von Bremsen, Lichtanlage und Schaltung sowie der Seile, Bowdenzüge und des Steuerlagers. Außerdem wird der Antriebssatz geprüft, sämtliche Schrauben nachgezogen und die Federelemente kontrolliert. Kostenpunkt: 20 bis 45 Euro. "Die Differenz von 125 Prozent zeigt klar: Es lohnt sich, Preise zu vergleichen", sagt Stefan Göweil. Im Schnitt kostete das kleine Service 36 Euro.

Bis 156 Prozent Unterschied beim großen Service

Das so genannte große Service enthält mindestens alle Leistungen des kleinen Service plus eine Prüfung der Reifen inklusive allfälligem Wechsel. Der Antriebssatz wird kontrolliert. Außerdem: Zentrieren und Kontrolle der Felgen, Lagerspielkontrolle und Einfetten, Aus- sowie Einbau und Fetten des Mittellagers und Austausch der Seile und Züge. Hier lag der billigste Anbieter bei 39, der teuerste bei 100 Euro. Eine Differenz von 156 Prozent ist beachtlich, kann aber auch durch eine intensivere Arbeitsleistung begründet sein. Das große Service im Preis-Schnitt: 63 Euro. Die zwei in Bayern erhobenen Fachgeschäfte bieten übrigens preislich gesehen keine Vorteile. Sie liegen diesbezüglich im Mittelfeld aller geprüften Anbieter.

Mangelhafte Auszeichnung und Wartezeiten bis zwei Tage

Keine Verbesserung gab es bei den Preistafeln. Zwar sind Preislisten meist, zum Beispiel an der Kassa, vorhanden. "Aber gut sichtbar sind sie in den seltensten Fällen", sagt Stefan Göweil. Durchschnittlich müssen Konsumenten 1 bis 2 Tage auf ihr durchgechecktes Rad warten. Besonders im Frühling sind die Wartezeiten etwas länger. Manche Betriebe direkt an beliebten Radrouten erledigen kleinere  Reparaturen per Sofortdienst. Insgesamt stiegen die Servicepreise seit 2009 um 3 bis 4 Prozent. "Eine sehr moderate und damit erfreuliche Entwicklung", kommentiert Stefan Göweil. Eine reine Abrechnung nach Zeitaufwand und Stundensatz boten übrigens nur vier Geschäfte an. Die billigste Arbeitsstunde lag bei 36, die teuerste bei 72 Euro (Schnitt: 54 Euro). Auch die Preise von Einzelteilen variieren deutlich.

Kostenvergleich bei E-Bikes noch wichtiger als sonst

Heuer wurden erstmals auch E-Bikes bei der Erhebung berücksichtigt. Der noch relativ junge Trend von durch einen Elektromotor gestützten Rädern hat denn auch den ein oder anderen Haken. "Ein E-Bike ist mehr als ein normales Fahrrad. Und das merkt man. Beim Kaufpreis, bei der Reparatur und bei den Wartungs- und Servicekosten. Deshalb ist es hier besonders wichtig, im Vorfeld verschiedene Voranschläge einzuholen", sagt Stefan Göweil. Außerdem sollte man prüfen, ob speziell beim teuren Antrieb oder Problemen mit dem Akku nicht eine Gewährleistung oder Garantie zum Tragen kommt.

AK-Tipps für Konsumenten:

  • Holen Sie wenn möglich Kostenvoranschläge ein. Fragen Sie nach, ob dieser auch gratis ist, wenn kein Arbeitsauftrag erteilt wird.
  • Hinterlassen Sie eine Telefonnummer, falls eine Reparatur anfällt, die im Preis nicht enthalten ist (etwa neue Reifen).
  • Halten Sie Mängel, die Ihnen schon selbst aufgefallen sind, bereits beim Abgeben des Rads fest.  Lassen Sie sich beim Abholen kurz die einzelnen Leistungen erklären und prüfen Sie die Rechnung darauf. Lassen Sie sich außerdem ausgetauschte Schadteile zeigen.
  • Ein Service pro Jahr ist auf alle Fälle empfehlenswert. Im Winter sind die Wartezeiten kürzer und eventuell lockt sogar ein Sonderangebot.
  • Sichern und versichern Sie Ihr Rad. Ein Fahrradpass und eine Codierung sind ebenso wie ein (digitales) Foto empfehlenswert.
  • Achten Sie beim Kauf eines E-Bikes darauf, dass es bei Mitnahme fahrtauglich ist. Ist es aufgeladen? Kann ich damit nach Hause fahren?
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.08.2019 um 09:51 auf https://www.salzburg24.at/archiv/radservice-in-salzburg-und-umgebung-im-gro223en-ak-test-59179141

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