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Rail Cargo Austria kündigt Kooperation mit Salzburger Lokalbahn

Die ÖBB begründen die Vertragskündigung mit einer nötigen Anpassung an EU-Regulatorien und wirtschaftlichen Motiven. Bilderbox
Ein Personenzug fährt durch die Nacht. Nachtzug mit Personen der ÖBB

Die ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria (RCA) hat den jahrzehntealten Güterverkehr-Kooperationsvertrag mit den Privatbahnen gekündigt, betroffen ist auch die Salzburger Lokalbahn.

Das schreibt das "WirtschaftsBlatt" am Montag. Diese sehen sich dadurch wirtschaftlich bedroht.

Salzburger Lokalbahn betroffen

Betroffen sind rund zehn Privatbahnen, die neben Personen auch Güter befördern, etwa die Salzburger Lokalbahn, die Montafoner Bahn, die Zillertalbahn, die Raaberbahn, Stern & Hafferl, die Graz Köflacher Bahn, die Steiermärkische Landesbahnen oder die Wiener Lokalbahnen.

Verkehrslawine steht bevor

Laut Branchenobmann Thomas Scheiber, auch Chef der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, steht nun ein zweistelliger Millionenbetrag auf dem Spiel. Einzelne kleine Bahnunternehmen würden ab Jänner 2014 Einbußen von bis zu 70 Prozent hinnehmen müssen. "Dieses Geschäft ist so nicht mehr wirtschaftlich zu führen." Außerdem stehe eine Verlagerung der Transporte auf die Straße und eine Verkehrslawine von bis zu 300.000 Lkw-Fahrten bevor.

Verhandlungen laufen

Die ÖBB begründen die Vertragskündigung mit einer nötigen Anpassung an EU-Regulatorien und wirtschaftlichen Motiven. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Kooperation von den Wettbewerbsbehörden als verbotene Absprache zwischen Unternehmen und Aufteilung von Kunden interpretiert wird. "Wir haben die rechtlich notwendige Kündigung zum Anlass genommen, auch die Preiskonditionen mit unseren Partnern neu zu verhandeln", so die Bahn laut Zeitung. Ein leistungsfähiges Angebot in der Fläche müsse wirtschaftlich auch tragbar sein. Vor dem Hintergrund, dass der Einzelwagenverkehr erst ab einer Distanz von 250 Kilometern kostenseitig konkurrenzfähig zum Lkw sei, strebten die ÖBB "eine gemeinsame, sinnvolle Lösung" mit ihren Partnern an. "Die Verhandlungen laufen; die Verträge gelten noch bis Ende 2013."

Bures blockt ab

Die Privatbahnen fordern nun in einem Brief an das Infrastrukturministerium eine Änderung des Fördersystems, doch das Ressort von Ministerin Doris Bures (SPÖ) blockt ab. Das Fördersystem sei erst Ende 2012 "differenziert" worden. "Und in den Markt und die Tarifgestaltung greifen wir sicher nicht ein", wird Ministeriumsgeneralsekretär Herbert Kasser zitiert. (APA)

(Quelle: S24)

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