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Reaktionen der Landespartei-Chefs

Landeshauptmann Wilfried Haslauer zeigte sich erfreut über das Abschneiden der ÖVP im Land Salzburg. Neumayr
Landeshauptmann Wilfried Haslauer zeigte sich erfreut über das Abschneiden der ÖVP im Land Salzburg.

Die Reaktionen der Salzburger Landesparteichefs zu den Ergebnissen der Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen fielen am Sonntag fast durchwegs positiv aus. "Wir haben im Jahr 2009 das beste Ergebnis seit 1945 erzielt, heute sind wir ganz knapp an den Erfolg herangekommen", bilanzierte am Sonntagabend Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP).

"Wir haben fünf Bürgermeister dazu gewonnen, vor den Stichwahlen halten wir 91 von 119 Bürgermeistern. Das ist ein außergewöhnliches Ergebnis, besonders in der allgemeinen Stimmungslage mit wenig Unterstützung von der Bundespartei und allgemeiner Politikverdrossenheit", sagte Haslauer. Wichtige Städte wie Hallein und Zell am See habe man klar halten können.

Wermutstropfen Bischofshofen

Als Wermutstropfen sah der Landeshauptmann neben der Stadt Bischofshofen (hier ging der Bürgermeister-Sessel an die SPÖ verloren) die Stadt Salzburg. "Ich bin zufrieden, den zweiten Platz in der Landeshauptstadt vor den anderen Parteien klar verteidigt zu haben, aber in absoluten Zahlen bleibt viel Luft nach oben." Allerdings sei das Ergebnis durch die vielen neuen Listen, die alle im Teich der bürgerlichen Wähler fischen, zu erwarten gewesen.

Zufrieden auch SPÖ-Landeschef Steidl

Zufrieden mit dem Wahlergebnis zeigte sich am Sonntagabend auch SPÖ-Landeschef Walter Steidl: "Es überwiegt die Freude über eine zurückgewonnene sozialdemokratische Hochburg wie Bischofshofen, woanders gibt es aber auch Ernüchterung. Die innerparteilichen Erwartungen etwa in Zell am See und Hallein waren sehr hoch, wir hätten uns dort mehr erwartet. Aber Demokratie ist nun einmal so." Die SPÖ habe einige ihrer Hochburgen gehalten, und im kleinen Göming im Salzburger Flachgau gebe es nach 35 Jahren wieder Sozialdemokraten in der Gemeindevertretung.

LHStv. Rössler "in Summe" erfreut

Über ein "in Summe sensationelles Ergebnis für die grünen Gemeindegruppen" freute sich Landessprecherin LHStv. Astrid Rössler (Grüne). "Wir haben in allen elf Gemeinden, in denen wir zum ersten Mal angetreten sind, auf Anhieb den Einzug in die Gemeindevertretung geschafft, zum Teil mit sensationellen Einstiegsergebnissen von fast 20 Prozent. Und mit Ausnahme von leichten Verlusten in vier Gemeinden haben wir überall dazugewonnen. Meine Erwartungen wurden übertroffen."

Auch FPÖ-Chef "zufrieden"

FPÖ-Landesparteiobmann Rupert Doppler, der im Vorjahr Langzeitparteichef Karl Schnell abgelöst hatte, war ebenfalls zufrieden über das Wahlergebnis. Landesweit habe die FPÖ fast zwei Prozent zulegen können. "Wir haben 56 Mandate dazugewonnen, jetzt stehen wir bei 230 Mandaten landesweit", sagte Doppler noch vor Bekanntgabe des Endergebnisses. "Viel wird sich da nicht mehr ändern."

Das Ergebnis in der Stadt Salzburg - die FPÖ kam auf etwas über zwölf Prozent der Stimmen - bezeichnete Doppler angesichts von insgesamt elf Listen als ein "gutes". Auf Landesebene habe sein Vorgänger Karl Schnell in Saalbach-Hinterglemm ein Plus von 21,6 Prozentpunkten einfahren können, und auch im Thomatal, in Unken, in Weißpriach, Lofer und Faistenau habe man einen Vizebürgermeister gewinnen können, sagte Doppler. "Das ist ein sehr gutes Ergebnis." Einen Bürgermeister konnten die Freiheitlichen bei dieser Wahl nicht stellen.

Landesrat Mayr enttäuscht

Das Team Stronach, das unter der Bezeichnung "Team" plus dem jeweiligen Ortsnamen bei den Kommunalwahlen kandidiert hat, trat in fünf Gemeinden an und schaffte in zwei davon den Einzug in die Gemeindevertretung - und zwar in St. Martin bei Lofer und in Mittersill. Landesrat Hans Mayr vom Team Stronach zeigte sich enttäuscht vom Wahlausgang in der Mozartstadt. "Die Wähler, die andere Parteien verlassen haben, sind eins zu eins zu den NEOS gegangen."

Das Team Stronach müsse nun nach dem Rückzug des Parteigründers und Milliardärs Frank Stronach als Team Salzburg und als Team Stronach in Salzburg "schleunigst einen Selbstfindungsprozess" anstrengen, erklärte Landesparteiobmann Helmut Naderer. "Man muss Themen finden, die wieder ein Alleinstellungsmerkmal haben". Stronachs Werte "Wahrheit, Transparenz und Fairness" seien da offenbar zu wenig, "diese Werte müsste man bei einem Politiker ja voraussetzen", sagte der Landesparteiobmann.

Schellhorn jubelt

NEOS-Landessprecher Sepp Schellhorn hatte am Sonntag allen Grund zum Jubeln. In allen vier Gemeinden, in denen die NEOS angetreten sind - in der Stadt Salzburg, in Hallein, in Obertrum und in Abtenau - sei "vom Stand weg" und mit einem Minderbudget der Einzug in den Gemeinderat bzw. in die Gemeindevertretung erreicht worden. "Es sind Individualisten angetreten. Der Wähler nimmt uns eine ehrliche Politik ab. In der Stadt Salzburg haben wir fast 13 Prozent erreicht, wir sind auf Augenhöhe mit der FPÖ." In Hallein habe man sogar zwei Mandate holen können, freute sich Schellhorn. "So einen Erfolg einzufahren und nicht nur als Protestpartei wahrgenommen zu werden, das freut uns sehr." Schellhorn wird allerdings noch im Laufe dieses Jahres seine Position als Landesvorsitzender abgeben. Seine Aufgabe sei es gewesen, eine Struktur in der Partei in Salzburg aufzubauen. (APA)

(Quelle: S24)

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