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Regierung in Mali zurückgetreten

Die Regierung des westafrikanischen Krisenlandes Mali ist zurückgetreten. Zum neuen Ministerpräsidenten sei der bisherige Minister für Stadtplanung, Moussa Mara, ernannt worden, hieß es in einer Erklärung von Präsident Ibrahim Boubacar Keita, die im Staatsfernsehen verlesen wurde. Mara sei damit beauftragt worden, ein neues Kabinett zu bilden. Ein Zeitrahmen wurde nicht genannt.

"Ibrahim Boubacar Keita, Präsident und Staatsoberhaupt, hat Oumar Tatam Ly, Premierminister und Regierungschef, aus seinem Amt entlassen, nachdem die Regierung am 5. April 2014 ihren Rücktritt eingereicht hat," hieß es in der Erklärung. Ly war erst im September zum Regierungschef ernannt worden.

Der Grund für den Rücktritt Lys und seiner Regierung wurde in der Mitteilung nicht genannt. Ein Rücktritt der Regierung nach einer Parlamentswahl ist in Mali jedoch normal. Diese hatte im Dezember stattgefunden und der Partei von Präsident Keita die meisten Stimmen gebracht. Die Regierung war danach jedoch nicht unmittelbar zurückgetreten, was zuletzt für Kritik gesorgt hatte.

Der designierte Premier Mara gilt als Politikveteran. Bei den Präsidentschaftswahlen im vergangenen Sommer war er gegen Keita angetreten, diesem jedoch unterlegen.

Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Tuareg-Rebellen und andere Islamisten nutzten das entstandene Chaos, um den gesamten Norden Malis unter ihre Kontrolle zu bringen. Eine halbe Million Menschen wurde in die Flucht getrieben. Erst ein militärisches Eingreifen Frankreichs im Jänner 2013 stoppte den Vormarsch der Islamisten nach Süden in Richtung der Hauptstadt Bamako.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 06.03.2021 um 09:41 auf https://www.salzburg24.at/archiv/regierung-in-mali-zurueckgetreten-45051565

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