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Regierungsgegner stürmten Ministerien in Bangkok

Drei Jahre nach den blutigen politischen Unruhen in Bangkok haben neue Massenproteste die thailändische Hauptstadt teilweise lahmgelegt. Protestanführer Suthep Thaugsuban, bis vor kurzem Abgeordneter der Opposition, drang am Montag trotz massiver Polizeipräsenz mit Hunderten Anhängern in das Finanz- sowie Außenministerium ein.

"Brüder und Schwestern, kommt und übernachtet im Ministerium, um unsere Steuergelder zu bewachen", postete Suthep auf Facebook. Die Demonstranten werfen der Regierung Korruption vor und verlangen ihren Rücktritt. Regierungschefin Yingluck Shinawatra sagte nach einer Kabinettssitzung, ihre Regierung bleibe im Amt.

Kurz nach dem Sturm auf das Finanzministerium drangen die Demonstranten auch in das Gelände des Außenministeriums ein. "Mehrere hundert Demonstranten haben das Tor niedergerissen und den Komplex des Außenministeriums betreten", sagte ein Ministeriumssprecher. Sie hielten das Gelände besetzt, seien aber in keines der Gebäude eingedrungen. Mitarbeiter des Ministeriums wurden demnach von den Eindringlingen zum Verlassen der Anlage aufgerufen und angewiesen, auch am Folgetag nicht zum Dienst zu erscheinen.

In ganz Bangkok marschierten am Montag tausende Regierungsgegner mit Trillerpfeifen auf 13 staatliche Einrichtungen wie Ministerien, Staatssender und Armeezentrale, um öffentliche Bedienstete zu zivilem Ungehorsam zu animieren. Sie wollen die Proteste am Dienstag fortsetzen. "Morgen werden wir alle Ministerien stürmen", drohte Suthep. "Das System Thaksin kann nicht länger funktionieren."

Nach Einschätzung des Politikexperten Thitinan Pongsudhirak von der Chulalongkorn-Universität in Bangkok wird es angesichts der von Zehntausenden Demonstranten getragenen Proteste "für Yingluck sehr schwierig, im Amt zu bleiben". Einen Rücktritt lehnte die Regierungschefin am Montag aber ebenso ab wie die Auflösung des Parlaments.

Bereits am Sonntag brachte die Opposition 100.000 Menschen auf die Straße, die größten Straßenproteste seit 2010, als 92 Menschen ums Leben kamen. Regierungsanhänger versammelten 40.000 Anhänger in einem Stadion.

Teilnehmer der Kundgebungen am Montag riefen "Thaksin raus - Armee rein!" Die Opposition hatte ihre Anhänger als Reaktion auf einen umstrittenen Amnestieplan der Regierung mobilisiert. Sie fürchtet, dass die Amnestie auch Thaksin zu Gute kommen könnte, der in Dubai im Exil lebt. Zwar wurde das Gesetz vom Senat kürzlich abgewiesen, doch dauern die Proteste an.

Aufgerufen am 25.03.2019 um 10:48 auf https://www.salzburg24.at/archiv/regierungsgegner-stuermten-ministerien-in-bangkok-44320096

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