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Ruanda gedenkt der Opfer des Völkermords

UNO-Chef Ban bei Präsident Kagame Salzburg24
UNO-Chef Ban bei Präsident Kagame

Ruanda trauert: Vor genau 20 Jahren nahm in dem ostafrikanischen Land eines der schlimmsten Verbrechen aller Zeiten seinen Anfang. Hutu-Milizen begannen am 7. April 1994 ihre Jagd auf Tutsis und moderate Hutus. In nur 100 Tagen wurden mehr als 800.000 Menschen auf brutalste Weise getötet. Am Montag gedachten Überlebende in allen Teilen Ruandas der Opfer.

Zudem begann eine einwöchige offizielle Trauerzeit, während der keine öffentlichen Veranstaltungen, Hochzeiten oder Feiern erlaubt sind. Am Vormittag sollte zunächst eine Kranzniederlegung an den Massengräbern der offiziellen Gedenkstätte in der Hauptstadt Kigali stattfinden.

Später war eine Zeremonie mit internationalen Gästen, darunter UNO-Generalsekretär Ban, im Nationalstadion geplant. Bereits seit Jänner wurde eine "Flamme der Hoffnung" durch alle 30 Bezirke des Landes getragen, die Präsident Paul Kagame übergeben werden und 100 Tage lang brennen sollte.

Überschattet wurden die Feiern von einem politischen Streit über die Mitschuld Frankreichs am Genozid. Der französische Botschafter in Kigali, Michel Flesch, sagte am Montag, dass die ruandesische Regierung ihn von der Zeremonie ausgeladen habe. Flesch hätte Justizministerin Christiane Taubira vertreten sollen, die eine Teilnahme an der Zeremonie kurzfristig abgesagt hatte. Der Präsident Ruandas, Paul Kagame, hatte Frankreich zuvor in einem Zeitungsinterview neuerlich eine Mitschuld an dem Völkermord vorgeworfen.

"Gestern um 22.30 Uhr hat mich der ruandesische Außenminister angerufen und mich darüber informiert, dass ich für die Zeremonien nicht mehr akkreditiert bin", erklärte Flesch der Nachrichtenagentur AFP am Montag in Kigali. Auf die Frage, ob er denn wenigstens am Nachmittag am Völkermord-Mahnmal von Gisozi einen Kranz niederlegen dürfe, habe der Minister mit "Nein" geantwortet.

Auslöser des Genozids war am 6. April 1994 der Abschuss des Flugzeuges, in dem Hutu-Präsident Präsident Juvenal Habyarimana unterwegs war. Wer für die Tat verantwortlich war, ist bis heute nicht geklärt. Erst Mitte Juli gelang es der Tutsi-Rebellenarmee "Ruandische Patriotische Front", das Land unter Kontrolle zu bringen.

(Quelle: S24)

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