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Rund 600 Demonstranten blockieren die Autobahn

Salzburg – Etwa 600 Demonstranten haben am Donnerstag um 17.30 Uhr die Tauernautobahn im Baustellenbereich bei Kuchl für 30 Minuten blockiert. Die lärmgeplagten Anrainer fordern für den Abschnitt von der Asfinag die Aufbringung von Flüsteraspahlt.&nbsp&nbsp|&nbspZum S24-Video&nbsp

Für die behördlich angemeldete und genehmigte Demonstration wurde die Autobahn von 17.30 bis 18.00 Uhr in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Pkw-Fahrer konnten entweder in Hallein oder in Golling von der A10 abfahren und über die B159 (Salzachtal-Straße) ausweichen, erklärte ein Sprecher der Autobahnpolizei Anif. Die Blockade ist laut Exekutive friedlich verlaufen, der Rückstau betrug in beiden Richtungen knapp einen Kilometer.

Die Interessen der Anrainer dürfen von der Asfinag nicht einfach eiskalt übergangen werden, begründete der Bürgermeister von Kuchl, Andreas Wimmer (V), die Protestmaßnahme. Die Kuchler Gemeindevertretung hatte – wie auch jene von Golling, Bad Vigaun und Hallein – im Juni des Vorjahres eine Resolution für den Einsatz eines Flüsterasphaltes beschlossen. Pro Tag würden 54.000 Fahrzeuge über die A10 im Tennengau rollen. Es sei nicht einzusehen, warum in ganz Tirol eine Asphaltdecke verwendet werde, Salzburg aber mit anderen Maßstäben gemessen werde, gab Wimmer zu denken.

Falls die Asfinag nicht einlenkt, wollen die empörten Anrainer weiter Druck machen und die Autobahn abermals blockieren. “Das ist die wirkungsvollste Maßnahme”, meinte der Kuchler Bürgermeister, der sich von der Landes- wie Bundespolitik im Stich gelassen fühlt.

Anfang April hatte der Autobahnbetreiber die betroffenen Tennengauer Gemeinden darüber informiert, dass für den neuen Belag der kostengünstigere Waschbeton verwendet werde. Denn während die Lebensdauer der Betondecke bei 30 Jahren liege, müsse der Splittmastixbelag (“Flüsterasphalt”, Anm.) alle sieben bis acht Jahre saniert beziehungsweise komplett erneuert werden. “Dadurch entstehen Mehrkosten im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Folgen wären mehr Baustellen, mehr Stauungen und deutlich mehr an Umweltbelastungen”, richtete die Asfinag heute in einer Aussendung den Anrainern aus.

Verglichen mit der derzeitigen desolaten Betonfahrbahn bringe die Erneuerung mit einer lärmmindernden Waschbeton-Struktur eine Lärm-Reduktion von fünf Dezibel, hieß es. Bei den lärmtechnischen Untersuchungen zur Planung der Lärmschutz-Maßnahmen entlang des 14 Kilometer langen Abschnittes zwischen Hallein und Golling sei aber mit einer neuen Betonfahrbahn ohne lärmmindernde Wirkung gerechnet worden. “Die Asfinag hätte aufgrund dieses Umstandes die Lärmschutzmaßnahmen redimensionieren müssen, hat dies aber nicht getan, um der Bevölkerung den maximalen Schutz bieten zu können”, wurde betont. Der Umfang der Lärmschutzmaßnahmen bleibe wie ursprünglich geplant erhalten, von dieser Kulanz profitierten mehr als 3.500 Anrainer.

 

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 11.05.2021 um 12:54 auf https://www.salzburg24.at/archiv/rund-600-demonstranten-blockieren-die-autobahn-59617135

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